Ausgabe Oktober 2004

Amerika 2004 Is purchaseable

Analysen / Essays / Standpunkte / Debatten

  • Der Kampf um Amerikas Seele Is purchaseable

    von Anatol Lieven | Vereinigte Staaten von Amerika, Politische Kultur

    Während Europa zunehmend als postnational anzusehen ist, hat sich in den USA eine neue, aggressive Form des Nationalismus entwickelt, die sich aus Kontrollverlustängsten der weißen Mittelschicht speist und den hasserfüllten europäischen Nationalismen des frühen 20. Jahrhunderts ähnelt. Diese Entwicklung birgt laut Anatol Lieven, Senior Associate des Carnegie Endowment, große Gefahren für Amerikas Position in der Welt.

  • Gottes eigenes Land? Is purchaseable

    Die Trennung von Kirche und Staat in den USA

    von Marcia Pally | Vereinigte Staaten von Amerika, Politische Kultur

    Die Europäer laufen leicht Gefahr, so die New Yorker Kulturwissenschaftlerin Marcia Pally, das Verhältnis der Amerikaner zu ihrer Religion misszuverstehen. Anders als die Europäer haben die Amerikaner Religion und Kirchen nie als Herrschaftssystem kennen gelernt, sondern nur als Ausdruck ihrer religiösen und sozialen Bedürfnisse. Darum ist Religion trotz der offiziellen Trennung zwischen Kirchen und Staat in den USA aus dem öffentlichen Leben nicht fortzudenken.

  • Können Minderheiten Wahlen entscheiden? Is purchaseable

    Die Rolle der Afroamerikaner und Hispanics

    von Manfred Berg | Vereinigte Staaten von Amerika, Politische Partizipation

    Der letzte Zensus im Jahr 2000 ergab, dass sich nur noch 69 Prozent der amerikanischen Bevölkerung der Gruppe der Weißen mit europäischen Wurzeln zurechnen. Welche Folgen hat diese Veränderung der Gesellschaft für die Politik? Manfred Berg, Leiter des Zentrums für USA-Studien an der Universität Halle-Wittenberg, analysiert die Entwicklung und zeigt, wie die Parteien um die Gunst der Einwanderer buhlen.

  • Die Gefahren des Imperiums Is purchaseable

    von Stanley Hoffmann | Vereinigte Staaten von Amerika

    Imperiale Politik höhle die Autorität der USA im Ausland aus und untergrabe im Innern seine Institutionen; außerdem könnten Unilateralismus und Präventivkriege andere Staaten zum Nachahmen verführen und die Welt damit in einen Dschungel verwandeln. Letztendlich bleibt Hoffmann aber optimistisch: Die Amerikaner werden einsehen, „dass ein imperiales Amerika weder wünschenswert noch möglich ist“.

  • Die amerikanische Ära Is purchaseable

    Die „Grand Strategy“ der USA nach dem 11. September 2001

    von Robert J. Lieber | Vereinigte Staaten von Amerika

    Die Bedrohungen seit dem 11. September, die Handlungsunfähigkeit der UN und anderer internationaler Organisationen, aber auch die Wahrnehmung Amerikas als allein dominierender – also zur Führung befähigter – Nation erzwingen die Neugestaltung der „Grand Strategy“. Die USA werden sich jedoch nie gänzlich der Kooperation mit anderen Staaten entziehen können, so der Washingtoner Politologe und einstige Berater von Al Gore.

  • „Gütiger Imperator“ Is purchaseable

    Hegemonialmacht oder Imperium: Die amerikanische Empire-Debatte

    von Carlo Masala | Vereinigte Staaten von Amerika

    Wird die einzig verbliebene Supermacht nach dem Irak-Abenteuer künftig auf Selbstbeschränkung und Multilateralismus setzen, um das amerikanische Imperium zu managen? Carlo Masala, Research Advisor am NATO Defence College, analysiert die amerikanische Debatte über „die Rückkehr des Imperiums“: Welchen Weg Amerika einschlägt, entscheidet darüber, ob es dasselbe Schicksal wie alle anderen Imperien vor ihm erleiden wird.

  • Auseinander gelebt Is purchaseable

    Das Ende der transatlantischen Sonderbeziehungen

    von Stephan Bierling | Vereinigte Staaten von Amerika, Transatlantische Beziehungen

    Die Zeiten der transatlantischen Freundschaft sind vorbei. Während sich die USA auf weltpolitischer Bühne mit den Osamas und Saddams dieser Welt herumplagen, übernimmt die EU lediglich die Rolle des antiamerikanischen Kritikers und macht sich bei den Opfern amerikanischer Bomben beliebt. Auch wirtschaftliche, soziokulturelle und demographische Unterschiede machen Europa als verlässlichen Partner für die USA immer weniger attraktiv.

  • Die CIA und ihre Partner im Ausland Is purchaseable

    Austausch von Geheimdiensterkenntnissen, Terrorismus und der Irak-Krieg

    von Robert G. Livingston | Vereinigte Staaten von Amerika, Sicherheitspolitik

    Der Bericht der Sonderkommission zum 11. September und der Bericht des Senats-Geheimdienstausschusses über die Entwicklungen bis zum Irak-Krieg stellten in diesem Sommer die US-Nachrichtendienste in all ihren Schwächen bloß. Die meisten „Fakten“ zur Rechtfertigung des Irak-Kriegs waren bestenfalls schlampig recherchiert, schlimmstenfalls gefälscht. Auch mit der weltweit besten Ausstattung ihrer Dienste können die USA die Abhängigkeit von ausländischen Quellen nicht kompensieren.

  • Bye, bye, Old Europe? Is purchaseable

    Die Neuaufstellung der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland

    von Helga Haftendorn | Vereinigte Staaten von Amerika, Streitkräfte

    Die amerikanische Streitkräftestruktur wurde nach dem 11. September einer grundlegenden Überprüfung unterzogen. In der Folge kündigte der Präsident den Abzug von rund 70 000 der in Übersee stationierten Soldaten an, davon die Hälfte aus Deutschland. Helga Haftendorn, die lange Jahre Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin lehrte, kann in diesem Truppenabzug keine Gefährdung der Sicherheit Deutschlands erkennen.

  • Im langen Schatten von Jacques Delors Is purchaseable

    Sieben Aufgaben für die neue Kommission

    von Josef Janning | Europa, Institutionen der EU

    Die EU-Kommissionen nach der von Jacques Delors geleiteten vermochten es nicht mehr, an dieses Vorbild anzuknüpfen, das politische Gestalterin der europäischen Einigung war. Das heißt jedoch nicht, dass die neue Kommission bedeutungslos wäre. Sie hat sieben wichtige Aufgaben bei der Weiterentwicklung der Europäischen Union in einer globalen Umbruchzeit zu erfüllen und muss die Balance zwischen den nationalen Interessen und dem europäischen Gesamtinteresse halten.

  • Globalisierung gestalten Is purchaseable

    Die G-20 als wichtiges Element der Global Governance

    von Hans Eichel | Weltweit, G8/G20

    Um die Herausforderungen der Globalisierung zu meistern, muss der bestehende internationale Ordnungsrahmen – global governance – überprüft und neu justiert werden. Das hat sich die 1999 auf deutsche Anregung hin geschaffene Gruppe der 20 zum Ziel gesetzt. Der deutsche Finanzminister analysiert, inwiefern dieses Forum der Finanzminister und Notenbanker unter deutschem Vorsitz im Jahr 2004 nachhaltiges Wachstum fördern kann.

  • Der Stabilitätspakt darf nicht aufgeweicht werden! Is purchaseable

    von Theo Waigel | Europa, Europäische Union

    Der Autor, als deutscher Finanzminister „Erfinder“ des Stabilitätspakts, übt scharfe Kritik: Mit Nachhaltigkeit hat die deutsche Finanzpolitik schon seit einigen Jahren nichts mehr am Hut. Eine Änderung des Stabilitätspakts zu Gunsten der deutschen oder französischen Defizitsünder würde die Schuldenlast für kommende Generationen inakzeptabel verstärken. Deswegen darf es gerade für die größte Volkswirtschaft der EU keine Ausnahmen geben.

  • Ein schwarzer Tag für Deutschland und Polen Is purchaseable

    von Basil Kerski | Polen

    Bundeskanzler Schröder sowie Bundespräsident Köhler hatten sich in den Sommermonaten um harmonische Beziehungen mit Polen bemüht. Dennoch überraschte das polnische Parlament am 10. September 2004 mit Forderungen nach Reparationszahlungen für Verluste im Zweiten Weltkrieg. Werden die unterschiedlichen Positionen auf Seiten von Regierungen, Vertriebenenverbänden, deutschem Bundesverfassungsgericht und polnischen Parteien die deutsch-polnischen Beziehungen ernsthaft vergiften können?

Aus amerikanischen Zeitschriften

  • Männer ohne Empire Is purchaseable

    von Tim B. Müller | Vereinigte Staaten von Amerika, Politische Kultur

    Kann es im Wahlkampf eine intelligente politische Debatte geben? James Fallows, Arthur Schlesinger und andere amerikanische Autoren versuchen es. Erstaunlich ist der Konsens im sicherheitspolitischen Establishment, auch unter Parteigängern der Regierung, dass die Politik der Bush-Regierung Amerika in eine strategischen Katastrophe geführt hat.

Buchkritik

  • In neuer Befindlichkeit Is purchaseable

    Die Außenpolitik der USA im Zeitalter des internationalen Terrorismus

    von Stephan Bierling | Vereinigte Staaten von Amerika

    Haben die Vereinigten Staaten und ihr Präsident angemessen auf die Herausforderung des internationalen Terrorismus reagiert? Oder nutzen sie die Anschläge vom 11. September 2001, um ein neues Imperium zu errichten? Vollzieht Washington mit seinem Bekenntnis zu Hegemonie, Unilateralismus und Präemption einen grundsätzlichen Kurswechsel? Stephan Bierling stellt vier Neuerscheinungen vor, die Klarheit in die Debatte bringen.

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