Ausgabe Oktober 2005

Die Deutschen und die Welt Is purchaseable

Titelthema

  • Die ungleichzeitige Wirklichkeit

    Eine Besichtigung der deutschen Gesellschaft im Jahr 2005

    von Franz Walter | Deutschland, Staat und Gesellschaft

    Über Deutschlands Malaise, wie sie die hiesigen Meinungseliten seit Jahren beschreiben, herrscht Konsens: Der überzogene Sozialstaat, überbordende Bürokratie, Besitzstandswahrung, Lähmung, Überalterung machen das Land zum Verlierer der Globalisierung. Aber daneben existieren auch andere „Wirklichkeiten“. Hoffnungen auf Wunderheilung durch eine neue Regierung dürften sich als Trugschluss erweisen.

  • Wir sind uns selbst genug

    Warum in die Ferne schweifen, wenn Wunschdenken so nahe liegt

    von Richard Herzinger | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Als eine Richtungsentscheidung wollten beide politische Lager die vorgezogene Bundestagswahl 2005 verstanden wissen. Doch zumindest ein Bereich kam in der Auseinandersetzung um die große Weichenstellung für die Zukunft der Republik so gut wie überhaupt nicht vor: die Außenpolitik. Der Exportweltmeister will von der Welt nichts wissen, und Politiker aller Parteien befördern die allgemeine Ignoranz.

  • Hänschen klein, ging allein...

    Was Deutschlands Rolle auf der Weltbühne sein könnte

    von Marcia Pally | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Amerikanische Liberale hoffen seit langem, dass Europa endlich als Soft-Power-Weltmacht die internationale Politik energisch mitgestaltet. Deutschland, das größte EU-Land, trägt besondere Veranwortung. Aber es glaubt heimlich, dass Amerika, das viel gescholtene, ganz gut allein über die Weltordnung wacht. Schade! Ein transatlantischer Weckruf.

  • Großmannssucht – oder aufgeklärte Interessenpolitik?

    Deutschlands Rolle in den Vereinten Nationen

    von Bernd Mützelburg | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    60 Jahre nach Kriegsende ist das wiedervereinigte Deutschland stärker als je zuvor mitverantwortlich für internationale Stabilität und Ordnung. Diese Aufgabe hat es angenommen. Aber wer Verantwortung übernimmt, sollte auch am Entscheidungsprozess teilhaben. Daher bewirbt sich Deutschland um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Es wird von einer großen Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten unterstützt.

  • Bitte erklären Sie uns die Welt

    Deutschlands Wissenschaft und das außereuropäische „Ausland“

    von Andreas Eckert | Deutschland, Technologie und Forschung

    Deutschland hat ein schwieriges Verhältnis zur Welt. Auch die Wissenschaft ist belastet durch politische Verstrickungen. Heute liegen die Disziplinen im Streit, und die Organisation der Forschung wird den Herausforderungen nicht gerecht. Darum mündet diese Geschichte und Gegenwartsdiagnose der Regionalwissenschaften in Verbesserungsvorschläge.

  • Der Zwang zum Aufbruch

    von Ulrich Cartellieri | Deutschland, Wirtschaft & Finanzen

    Sie sind Reiseweltmeister, aber von anderen lernen wollen sie nicht: Die Deutschen verstehen die Welt nicht mehr. Mit dem Eintritt Chinas, Indiens und Russlands in die Weltwirtschaft hat sich der global verfügbare Faktor Arbeit verdoppelt. Wird hierzulande begriffen, was das bedeutet? Eher nicht: Diffuse Überlegenheitsgefühle und Wettbewerbsverweigerung prägen eine Gesellschaft, die lieber von alten Zeiten träumt als sich neuen Herausforderungen stellt.

  • Deutschland als lernende Nation

    Oder: Wie Neues entsteht, das besteht

    von Bernhard von Mutius | Deutschland, Staat und Gesellschaft

    Innovationen und Wachstum, Reformen und Veränderungen braucht das Land: Dieses als Mantra vor sich hinmurmelnd, bewegen sich die Deutschen unsicheren Schrittes in die Zukunft. Aber was genau heißt das? Wie und wo finden wir, was wir suchen? Was könnten wir von anderen lernen? Eine Rede in acht Thesen an uns selbst.

Internationale Politik

  • Wie die Deutschen die Welt sehen

    Ergebnisse einer neuen Studie des German Marshall Fund

    von Constanze Stelzenmüller | Deutschland, Staat und Gesellschaft

    Überraschende Umfragen: Nachbarn und Freunde erwarten immer noch etwas von uns

  • Regiert uns die „fünfte Gewalt“?

    Über die Einfluss-Architektur von Staat und Wirtschaft in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts

    von Siegmar Mosdorf | Westliche Welt, Wirtschaft & Finanzen

    Der Staat kann viele gravierende Probleme der Gesellschaft nicht mehr lösen – er verliert an Bedeutung. In dieses Machtvakuum stößt immer stärker die Wirtschaft – ihre gesellschaftlichen Aufgaben wachsen. Ist das positiv? Oder eher schädlich? In jedem Fall muss die neue Lage analysiert und verstanden werden, denn ein solcher Prozess bedarf der Steuerung.

  • Verpasste Gelegenheit

    Vor allem die USA haben den UN-Reformgipfel torpediert

    von Beate Wagner | Weltweit, Vereinte Nationen

    Keine verbindliche Verpflichtung zur Entwicklungsfinanzierung, keine Nennung des Internationalen Strafgerichtshofs, kein Bezug zum Kyoto-Protokoll, kein Auftrag an die UN, Menschenrechtsverletzungen notfalls mit Gewalt zu unterbinden: Mit Änderungsvorschlägen in letzter Minute hat die Supermacht das anspruchsvolle Reformprojekt Kofi Annans verwässert. Ein Ende der Vereinten Nationen bedeutet das dennoch nicht.

  • Für den Primat der Souveränität

    Eine Entgegnung auf Stephen Krasners interventionistische Thesen

    von Andrea Gawrich | Weltweit, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Äußere Eingriffe in die Souveränität von Staaten haben zugenommen. Sie sind ein Instrument im Krieg gegen den Terrorismus geworden. Die intellektuelle Konzeption dazu hat Stephen Krasner kürzlich auf den Seiten der IP entworfen. Dabei bleiben, so die Autorin, einige Probleme unberücksichtigt. Dieser Beitrag plädiert für ein sanfteres Modell der Demokratisierung, für eines, das auf die innere Entwicklung von Staaten setzt.

  • Der Fisch stinkt vom Kopfe her

    Und vom Kern: Wege aus der Krise der Europäischen Union

    von Dietrich von Kyaw | Europa, Europäische Union

    Das vereinigte Europa krankt an schwachem Führungspersonal, vor allem in den Kernstaaten der EU. Daher werden die Probleme nicht entschlossen angegangen, die verunsicherten Bürger nutzen EU-Referenden, um ihren Unmut über nationale Regierungen auszudrücken, es herrscht Verwirrung über Weg, Ziel und Sinn der Union. Doch der Druck, Europa – auch ökonomisch – wieder fit zu machen, wird zunehmen. Zur fortgesetzten Vertiefung wie Erweiterung der EU gibt es keine Alternative.

  • Geordneter Rückzug

    Washington diskutiert über Exit-Strategien für den Irak

    von Henning Hoff | Irak, Krieg/Kriegführung

    Es steht „nicht gut“ um das besetzte Land, wie der britische Außenminister jüngst mit landesüblichem Understatement konstatierte. Auch die amerikanische Regierung überdenkt eine Änderung ihrer Strategie im Irak – einschließlich der Aufgabe des Zieles, eine Modelldemokratie zu errichten.

  • Tu’s noch einmal, Ariel!

    Der Gaza-Rückzug sollte für Israel als Präzedenzfall dienen; die israelische Gesellschaft wäre bereit

    von Yossi Alpher | Israelisch besetzte Gebiete, Konflikte und Strategien

  • Keine Angst vor Hamas!

    Die Fundamentalisten haben sich zur politischen Kraft entwickelt

    von Ziad Abu Amr | Palästinensische Selbstverwaltungsgebiete, Sicherheitspolitik

    Internationale und vor allem israelische Beobachter sorgen sich nach dem Abzug der Israelis aus Gaza, dass entweder Chaos ausbrechen oder die islamisch-fundamentalistische Hamas die Oberhand gewinnen könnte. Doch dabei werden wichtige Veränderungen in der palästinensischen politischen Landschaft übersehen.

  • Ablaufdatum überschritten

    Seltsame Theorien zum Ende Israels und die lebendige Debatte im ägyptischen Wahlkampf

    von Sylke Tempel † | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Staat und Gesellschaft

  • Der Tschekist und seine Oligarchen. Autoritärer Koloss: Putins Russland im Systemwiderspruch

    Buchkritik

    von Henning Schröder | Russische Föderation, Staat und Gesellschaft

    Noch kurz vor den Wahlen haben sich Gerhard Schröder und Wladimir Putin getroffen und die deutsch-russische Freundschaft wie Gas durch eine Pipeline strömen lassen. Doch was wissen wir von Russland?

  • Jenseits von Françafrique

    Wie Paris’ desaströse Afrika-Politik einen Kontinent ruiniert hat

    von Helmut Strizek | Geographical areas of Africa, Internationale Politik/Beziehungen

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