Ausgabe Januar 2006

Amerika - der müde Titan? Is purchaseable

Titelthema

  • Rückkehr des liberalen Hegemon

    Warnungen vor Überdehnung und Isolationismus sind unangebracht

    von Peter Rudolf | Internationale Politik/Beziehungen

    Werden sich die USA wieder auf die Grundlagen und die Handlungslogik liberaler „wohlwollender“ Hegemonie besinnen?

  • Zum Sterben zu jung

    Die Neocons sind die Liberalen der Zukunft

    von Michael Kimmage | Politische Kultur

    Der Präsident wird immer unpopulärer, der Krieg im Irak ist ein Desaster. Doch es ist zu früh, das Ende der neokonservativen Ideengeber und Befürworter des Krieges auszurufen. Einiges deutet darauf hin, dass die Neocons die Attacken von rechts überleben, sich von den Republikanern trennen und in den Schoß der Demokraten zurückkehren werden.

  • Was taugt die Bush-Doktrin?

    Verkennt sie die Ursachen des Terrors, ist sie nur irreführend oder gar ein voller Erfolg?

    von Paul Berman, Francis Fukuyama, Victor Davis Hanson, Robert J. Lieber | Innere Sicherheit

  • Der entfesselte Gulliver

    In einer unipolaren Welt trägt die Supermacht große Verantwortung

    von Josef Joffe | Internationale Politik/Beziehungen

    Die Politik der zweiten Amtszeit George W. Bushs zeigt: Man beugt sich den Realitäten, Multilateralismus ist kein Schimpfwort mehr, Diplomatie ersetzt Gewalt. Dem Krieg gegen den Terror wird sich Mr. Big nicht entziehen können oder wollen. Aber der Verantwortung einer Supermacht für den Rest der Welt auch nicht.

  • Zwischen My Lai und Marshall-Plan

    Warum Amerikas "Operation Iraqi Freedom" scheitert

    von Christoph Reuter | Krieg/Kriegführung

    Gigantische Kosten, enormer Truppeneinsatz – und dennoch sieht die US-Armee täglich mehr wie der Verlierer des Irak-Kriegs aus. Was läuft falsch? Christoph Reuter hat als „embedded“ Reporter bei den amerikanischen wie den britischen Verbänden den Kriegsalltag erlebt. Er beschreibt, dass die Amerikaner sich täglich neue Feinde machen, die Briten dagegen nicht. Aber ein Erfolgsrezept haben sie auch nicht.

  • Wege in den Krieg

    Vorwände, Präzendenzfälle und amtliche Lügen: Wie drei Präsidenten den amerikanischen Kongress entmachteten

    von William Bader | Politisches System

    Die Väter der amerikanischen Verfassung haben die Entscheidung über Krieg und Frieden in die Hände des Kongresses gelegt. Doch die Exekutive hat diese Zuständigkeit immer weiter ausgehöhlt. Die Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Lyndon B. Johnson machten vor, wie man mit amtlichen Lügen das Mandat zur Kriegsführung erhält –und George W. Bush erwies sich als ihr gelehriger Schüler. Eine nationale Debatte über die schleichende Entmachtung der Legislative ist überfällig.

  • Der verkannte Titan

    Die Vereinigten Staaten sind wirtschaftlich im Kern gesund

    von Olaf Gersemann | Wirtschaft & Finanzen

    „Amerikanische Verhältnisse“ gelten hierzulande als Synonym für eine Wirtschaftsform, die wir dezidiert nicht wollen: krasse Kluft zwischen Arm und Reich, Hire-and-Fire-Arbeitsmarkt, „McJobs“ für die „Working Poor“ – und auch noch massive Staatsschulden. Ein genauerer Blick auf diese Verhältnisse zeigt allerdings, dass eher Klischees als Fakten das negative Bild der Europäer von Amerikas Wirtschaft bestimmen.

  • Empire Europa

    Nicht Amerika ist das Imperium von heute, sondern Europa

    von Alan Posener | Europäische Union

    Das Imperium Romanum war kultureller Schmelztiegel, das British Empire etablierte globale Rechtsnormen. Und der Nationalstaat erwies sich keineswegs als höhere Entwicklungsstufe. Was wäre so schlecht an einem neuen Imperium? Nicht viel. Ein Imperium Americanum aber wird es nicht geben. Ohne es recht zu bemerken, schlüpft Europa in die vakante Rolle.

Internationale Politik

  • Der Countdown läuft

    Europa braucht eine Vision für das 21. Jahrhundert

    von Ulrike Guérot | Europäische Union

    Spätestens wenn Deutschland im ersten Halbjahr 2007 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, muss klar sein, wohin der gemeinsame Weg die Europäer führt: ins Abseits weltpolitischer Bedeutungslosigkeit oder in eine Zukunft globaler Mit-Gestaltungsmacht im Interesse europäischer Werte. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden. Europas Aufgabe heißt mutige Projektion, nicht ewige Nabelschau.

  • Brüchige Fundamente, neue Chancen

    Eine deutsch-polnische Standortbestimmung

    von Basil Kerski

    Die Wahlen in Polen und Deutschland sorgten beidseits der Oder-Neiße für Unruhe: In Warschau missfiel die weitere Regierungsbeteiligung der ungeliebten Schröder-SPD, Berlin ärgerte sich über deutschfeindliche Töne der neuen polnischen Staatsführung. Doch im politischen Alltag wird wenig so heiß gegessen, wie es im Wahlkampf gekocht wurde.

  • Der Rubikon ist überschritten

    Aussichten für die transatlantischen Beziehungen anch Schröder

    von Stephen F. Szabo | Transatlantische Beziehungen

    Die Jahre unter Schröder stellten eine Zäsur in der deutschen Außenpolitik dar: Die Ära eines besonderen deutsch-amerikanischen Verhältnisses ist endgültig vorbei. Anstatt zu versuchen, ein neues Bündnis zu schmieden, ist es nun an der Zeit, sich über gemeinsame Interessen zu verständigen. Doch auch bei der Regierung Merkel fällt es schwer, sich große neue Projekte vorzustellen, die Washington und Berlin wieder enger zusammenbringen könnten.

  • Atlantische Klimaverbesserung

    Aber keine Rückkehr zu den "good old days"

    von Helga Haftendorn | Deutschland-USA

    Doch der Spielraum bleibt begrenzt. Denn die USA brauchen Europa nicht mehr dringend

  • Für eine neue „Streitkultur“. Die NATO als Forum für den transatlantischen Dialog

    Als Forum für den transatlantischen Dialog ist die NATO nicht zu unterschätzen. Ein Kommentar

    von Michael Rühle | NATO

  • Ziel: klar; Weg: holprig

    Transatlantische Verteidigungskooperation aus Sicht der Industrie

    von Ralph Crosby | Rüstungsindustrie

    Seit mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion der gemeinsame Feind verloren ging, tun sich Amerikaner und Europäer schwer bei der einst so erfolgreichen Kooperation auf dem Feld der Rüstungsindustrie. Nach wie vor jedoch spricht vieles für enge Zusammenarbeit – trotz, oder gerade wegen der wachsenden Technologielücke zwischen den Partnern.

  • Digitaler Brückenbau

    Der UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS)

    von Olga Drossou, Ralf Fücks | Informationstechnologie

    Obwohl die tunesischen Behörden alles unterbanden, was nach Kritik am Regime aussah, ist der UN-Weltgipfel in Tunis insgesamt als Erfolg zu bewerten. Ein „digitaler Solidaritätsfonds“ zugunsten der Entwicklungsländer wurde eingerichtet, und in Bezug auf die strittige Kontrolle des Internets wurde ein Kompromiss erreicht. Als besonders produktiv erwies sich die Teilnahme zahlreicher zivilgesellschaftlicher Akteure.

  • Ganz und gar nicht ohne Interessen

    Deutschland formuliert nicht nur klare Ziele. Es setzt sie auch durch

    von August Pradetto | Institutionen und Akteure

    In den zurückliegenden Jahrzehnten hat Deutschland seine nationalen Interessen evident formuliert und auch erfolgreich durchgesetzt. Doch trotzdem ist Kritik zu vernehmen – dabei lassen sich Wissenschaftler oftmals von subjektiven Wunschvorstellungen und parteipolitischen Präferenzen leiten, Militärs von frustrierenden Erfahrungen.

  • Verhältnismäßig unmenschlich

    Klare Worte: Charles Krauthammer fordert Vorschriften für das Foltern

    von Tim B. Müller | Menschenrechte

  • Zwischen legitimer Weltführung und imperialer Versuchung

    Buchkritik

    von Stephan Bierling | Wirtschaft & Finanzen

    Amerikas außenpolitische Intelligenz denkt heute wieder souverän in weltpolitischen Kategorien. Die grundsätzliche Frage nach der Grand Strategy stellen in ihren Büchern Richard Haass und Walter Russell Mead. Dem Dauerproblem Irak, wo sich die Chancen und Grenzen der großen Strategien im Zusammenprall mit der Realität zeigen, widmen sich Stanley Hoffmann und George Packer. Dort bleibt nur das Prinzip Hoffnung.

  • Der diskrete Charme des Imperiums

    Buchkritik

    von Henning Hoff | Wirtschaft & Finanzen

    In einer meisterlichen Studie über die Wirkung von Soft Power beschreibt die New Yorker Historikerin Victoria de Grazia die „Eroberung“ Europas durch den amerikanischen Kapitalismus im 20. Jahrhundert.

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