Ausgabe November 2006

Megastädte Is purchaseable

Titelthema

  • Am Anfang war die Stadt

    Ausgerechnet die wachsenden Megastädte bedeuten den Niedergang urbaner Kultur

    von Wolfgang Nowak | Urbanisierung

    Manche Städte und manche Stadtteile wirken schon heute wie sich selbst erfüllende Prophezeiungen eines Niedergangs der Stadt in immer größer werdenden Agglomerationen. Deshalb gilt es, die Stadt des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden – damit sie der Motor der menschlichen Entwicklung bleibt und nicht zu ihrem Endpunkt wird.

  • Schwierige neue Welt

    Düstere Prognosen: fast ein Drittel der Menschheit wird bald in Slums leben

    von Anna Kajumulo Tibaijuka | Urbanisierung

    Wie der jüngste UN-HABITAT-Report zeigt, entwickeln sich vor allem in Asien und Afrika Agglomerationen so gigantischen Ausmaßes, dass sie den Namen „Hyperstädte“ verdienen. Diese riesigen urbanen Knotenpunkte mit ihren von Millionen Menschen besiedelten Slums regier- und bewohnbar zu machen, ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts.

  • Megastädte als Motoren globalen Wandels

    Die Welt wird Stadt: neue Herausforderungen der Urbanisierung

    von Frauke Kraas, Ulrich Nitschke | Urbanisierung

    Die Welt wird Stadt, die Stadt wird zur Welt: Als wirtschaftliche Knotenpunkte, politische Steuerungszentralen und Anziehungspunkte von Millionen wachsen die Megastädte zu mächtigen Akteuren heran, die dem globalen Wandel unterliegen wie ihn bestimmen – mit Auswirkungen, noch grösser als denen der industriellen Revolution.

  • Stadt contra Staat – eine neue Hierarchie?

    Urbane Ballungsräume sind noch keine eigenständigen internationalen Akteure

    von Josef Ackermann | Urbanisierung

    Die Urbanisierung der Welt schreitet unaufhaltsam voran: Überall entstehen immer gewaltigere Agglomerationsräume, bereits die Hälfte der Menschheit lebt heute in Metropolen und städtischen Ballungszentren. Die Wirtschaftskraft solcher Zentren liegt deutlich über der mancher Nationalstaaten. Damit wächst auch ihr politisches Gewicht. Das macht sie jedoch noch nicht zu eigenständigen internationalen Akteuren.

  • Rivalität und Symbiose

    Sind Städte und Nationalstaaten koexistierende oder konkurrierende Governancezentren?

    von Gunnar Folke Schuppert | Urbanisierung

    Mittelalterliche Städtebünde wie die Hanse oder Stadtstaaten wie Venedig waren schon dank ihrer Funktion als Finanz- und Handelszentren zugleich auch Governancezentren mit ausgeprägten Ordnungsfunktionen. In heutigen Metropolregionen verdichten sich die Governanceprobleme moderner Gesellschaften wie unter einem Brennglas.

  • Fragile Balance

    Chinas boomende Städte fordern den kommunistisch regierten Zentralstaat heraus

    von Xiangming Chen | China, Urbanisierung

    Seit den achtziger Jahren wurden etliche chinesische Städte zu Sonderwirtschaftszonen mit weitgehenden Autonomierechten erklärt. Der heutige wirtschaftliche Aufstieg Chinas beruht weitgehend auf diesem Erfolgsmodell. Doch die neu gewonnene Macht der Städte und Regionen stellt die Regierung in Peking vor Legitimationsprobleme.

  • Laboratorien des Postnationalismus

    Der multiethnische Kosmopolitismus der Megastädte ist wegweisend für die Menschheit

    von Deyan Sudjic | Urbanisierung

    Megastädte sind mehr als gigantische Verdichtungsräume: Sie spielen eine äußerst komplexe Rolle in der vernetzten Welt der Globalisierung. Diese hochspezialisierten Wirtschaftszentren beziehen ihre Vitalität, ihre Innovationskraft und ihre intellektuelle Potenz aus ihrer Heterogenität – im Gegensatz zu Nationalstaaten. Städte sind älter, aber „moderner“.

Internationale Politik

  • Friedensexport oder Feuerwehreinsatz?

    Für künftige Friedensmissionen müssen neue Konzepte erarbeitet werden

    von Michael Brzoska | Weltweit, Peace-Keeping

    Zahlreiche Friedensmissionen der letzten Jahre haben bewaffnete Konflikte und Kriege durchaus erfolgreich beenden können. Aber dieser Erfolg war oft nicht von Dauer. Wie sieht die Zukunft aus, wenn nicht unbegrenzt weitere Mittel für solche Einsätze zur Verfügung stehen? Neue Ansätze der Friedenskonsolidierung sind gefragt.

  • „Freiwillige vor!“

    Führungsrolle wider Willen: die Bundeswehr und ihr Einsatz im Kongo

    von Peter Schmidt | Kongo (Kinshasa), Deutsche Außenpolitik

    Nach großem Zögern schickte der Bundestag im Juli Truppen in den Kongo und beugte sich damit dem Druck der Partnerländer. Doch wirft die zuvor auf EU-Ebene ausgehandelte Entscheidung Fragen nach dem Ob und Wie künftiger Kriseneinsätze auf – und erfordert von deutscher Seite die rechtzeitige Abwägung nationaler Interessen und Lasten.

  • Deutschland: ratlos in Afrika

    EU und G-8 wollen sich stärker in Afrika engagieren: Welche Rolle spielt Deutschland dabei?

    von Peter Molt | Afrika, Entwicklungspolitik

    Ob die Afrika-Initiative der G-8 und die neue Afrika-Strategie der EU deutschen Interessen dienen, ist unklar. Doch kann Deutschland die Chance nutzen, dass es in Afrika nicht – wie Frankreich, Großbritannien oder die USA – partikulare Interessen vertritt; und es kann über zivilgesellschaftliche Kontakte Stabilität und Demokratisierung fördern.

  • Integration ist Integration ist Integration

    Deutschlands Einwanderungs- und Integrationspolitik ist dramatisch gescheitert

    von Britta Schellenberg | Deutschland, Integration

    Schüler mit Migrationshintergrund erbringen deutlich schlechtere Leistungen als ihre deutschen Altersgenossen. Die Politik muss endlich umfassende Maßnahmen ergreifen, vor allem im Grund- und Hauptschulbereich, damit Eingliederung in Berufswelt und Gesellschaft besser gelingen und Bildung kein Privileg der Bessergestellten bleibt.

  • Die Zukunft des B-Waffen-Verbots

    Die EU muss die Vorreiterrolle bei der Stärkung des Biowaffen-Verbots spielen

    von Sascha Lange, Oliver Thränert | Rüstung

    Obwohl vor allem die Biotechnologie in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht hat und die Herstellung ganz neuer Biowaffen droht, steht die Stärkung des B-Waffen-Verbots nicht vorn auf der Agenda der USA und anderer Vertragsstaaten. Daher muss die Europäische Union die Rolle des Vorreiters übernehmen.

  • Mehr Hügelkuppe als Gipfel

    Die Relevanz der NATO bemisst sich allein an ihrer Leistungsfähigkeit

    von Michael Rühle | NATO

    Der erste NATO-Gipfel in einem ehemals sowjetischen Land wird sich operativen Fragen widmen und keine spektakulären öffentlichen Höhepunkte produzieren. Aber angesichts ihrer wachsenden Aufgabenlast wird vor allem die operative Leistungsfähigkeit der Allianz in konkreten Einsätzen über die Zukunftsfähigkeit des Bündnisses entscheiden

  • Kontinuität im Wechsel

    Nach den Wahlen: Das alternde Land steht vor ähnlichen Problemen wie Deutschland

    von Heinrich Kreft | Japan, Politisches System

    Mit dem reibungslosen Machtwechsel von Koizumi zu Abe ist Japan – nach seiner „verlorenen Dekade“ – ökonomisch gut aufgestellt. Doch der neue Ministerpräsident muss den Reformkurs seines Vorgängers vor allem innenpolitisch energisch fortsetzen; das alternde, postindustrielle Japan hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Deutschland.

  • Europa oder Kaczyński?

    Polens Intellektuelle definieren die Wertegrundlagen für Europa und die eigene Nation

    von Basil Kerski | Polen, Staat und Gesellschaft

Buchkritik

  • Hindu-Nationalismus und Wissensrevolution

    Buchmessen-Nachlese: Zwei neue Bücher über Indiens Wirtschaft und Gesellschaft

    von Klaus Julian Voll | Indien, Staat und Gesellschaft

    Das Porträt der indischen Gesellschaft von Sudhir und Katharina Kakar ist vor allem ein Porträt der hinduistischen Mittelschicht, das zahlreiche Aspekte der Realität Indiens ausblendet. Das Buch von Oliver Müller über die „Wirtschaftsmacht Indien“ hingegen zeigt, dass auch Ökonomen soziale Probleme mit Empathie schildern können.

  • Hakenkreuz über Palästina

    von Martin Riexinger | Geschichte

    Die Stuttgarter Historiker Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers schildern, wie das „Dritte Reich“ auch im arabischen Nahen Osten willige Vollstrecker fand.

  • Überfallene Liberale

    von Ingo Way | Vereinigte Staaten von Amerika, Politische Kultur

    Da die Folgen des Irak-Kriegs nicht so aussehen, wie Optimisten sie sich vorgestellt haben, wird allenthalben mit großer Geste der Abschied vom Neokonservatismus zelebriert. Bernd Volkert räumt mit Vorurteilen auf.

Kolumnen

  • ... und die deutschen Städte?

    Urbane Dynamik fehlt im Land der Kleinstädte und Fußgängerzonen

    von Paul Nolte | Deutschland, Urbanisierung

    Wenn das Land sich nicht in 50 Jahren im Freilichtmuseum wiederfinden will, muss es sich den globalen Trends der urbanen Dynamik anschließen

  • Ressource Aufmerksamkeit

    Die Massenmedien betreiben Politik ohne Machtausübung

    von Birger P. Priddat | Medien/Information

    Medien als Schnittstellen zwischen politischen und ökonomischen Strukturen

  • Deutschland ohne „Wallenstein“

    Das politische Theater in Deutschland ist nur an der Oberfläche politisch

    von Lorenz Jäger | Deutschland, Kultur

    Ein Drama: Hierzulande wird seit Jahren versäumt, mit neuen Inszenierungen des Schiller-Stückes großes politisches Theater zu geben.

  • Späte Vernunft – made in China

    Dogtan bei Shanghai ist das Modell für die Öko-Stadt der Zukunft

    von Tom Schimmeck | China, Klima und Umwelt

    Wenn bald 50 Prozent der Menschheit auf zwei Prozent der Landfläche leben, sind neue Stadt-Modelle dringend nötig. Peking plant voraus

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