Ausgabe Oktober 2006

Weltmacht Indien Is purchaseable

Titelthema

  • Der Elefant ist aufgewacht

    In wenigen Jahren hat es Indien geschafft, zur globalen Wirtschaftsmacht aufzusteigen

    von Ramesh Thakur | Indien, Schwellenländer

    Lange galt Asiens anderer Gigant als schwerfällig, überreguliert, von bitterer Armut, sozialen Konflikten, Korruption und wüster Bürokratie geplagt. Doch seit den Wirtschaftsreformen zu Beginn der neunziger Jahre hat die größte Demokratie der Welt eine erstaunliche Metamorphose vollzogen – Indien hat gelernt, seine Probleme zu bewältigen.

  • Globales Schwergewicht Is purchaseable

    Erfordert Indiens wachsende weltpolitische Bedeutung eine Neudefinition seiner Außenpolitik?

    von Christian Wagner | Indien, Internationale Politik/Beziehungen

    Die veränderten nationalen und internationalen Konstellationen seit 1991 haben Indiens außenpolitischen Spielraum deutlich erhöht. Die Beziehungen zu den USA und China haben sich verbessert, es ist ein wirtschaftspolitischer Global Player. Sind Eigenständigkeit und Unabhängigkeit somit noch die richtigen Leitlinien für die Außenpolitik?

  • Eine unmögliche Partnerschaft?

    Neue Realpolitik in Delhi: Ein privilegiertes Verhältnis zu den USA ist für Indien von Vorteil

    von Sumit Ganguly | Indien, Internationale Politik/Beziehungen

    Delhi hat seine Wunschträume von einer multipolaren Weltordnung ad acta gelegt und pflegt sein neues Verhältnis zu Washington in bester realpolitischer Manier: Den gelegentlichen Ärger über das enge Bündnis der USA mit Indiens Erzfeind Pakistan machen die vielfältigen Vorteile der indo-amerikanischen Annäherung mehr als wett.

  • Auf dem Weg zu Asiens Vormacht

    In der Wahrnehmung des Westens gilt Indien zunehmend als das "bessere China"

    von Olaf Ihlau

    Stimmen die Prognosen, wird Indien in etwa 15 Jahren an Japan und Deutschland vorbeipreschen und zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt werden – eine Entwicklung, die sich historisch mit dem industriellen Aufstieg des deutschen Reiches Ende des 19. Jahrhunderts vergleichen lässt. Europa wird erst langsam bewusst, welcher Konkurrent da heranwächst.

  • Reicher Riese, armer Riese

    Indiens Aufstieg hilft auch uns - es muss weitergehen, damit das Land seine Armut besiegt

    von Heimo Richter | Indien, Internationale Politik/Beziehungen

  • Partner für den Markt von morgen

    Wirtschaftszusammenarbeit mit Delhi: Warum wir Indien mehr brauchen als Indien uns

    von Jürgen Hambrecht | Indien, Entwicklungspolitik

    Alle Welt schaute nach China und übersah Indien – auch die deutsche Wirtschaft. Dabei stellt das Land bereits Firmen von Weltruf und wächst zu einer der erfolgreichsten globalen Volkwirtschaften heran. Ob Energie, Engineering oder Infrastruktur: Wir müssen Delhi eine gewichtige Partnerschaft anbieten, um dort wirtschaftlich zum Zuge zu kommen – und gemeinsam mit Indien auch unsere Zukunft zu gestalten.

  • Wucht der Milliarden

    Mit einem Heer junger, gut qualifizierter Arbeitskräfte wird Indien zum Wettbüro des Wissens

    von Oliver Müller | Indien, Welthandel

    Im Windschatten Chinas wächst Indien zum asiatischen Supertiger heran und verblüfft den Westen mit blendenden Zahlen. Jahr für Jahr strömen Millionen junger, gut ausgebildeter Inder auf den Markt, kreieren IT-Lösungen, Software, Ingenieurstechnologie. So wie sich China zur Werkbank der Welt emporgearbeitet hat, entwickelt sich Indien zu ihrem verlängerten Büro – der globale Wissenshandel steht vor einer Revolution.

  • Das Immer-und-ewig-Land

    Grund für den indischen Pluralismus: Fast jeder Bürger gehört irgendeiner Minderheit an

    von Shashi Tharoor | Indien

    Wie kann ein Gemeinwesen funktionieren, in dem die Mehrheit der Bevölkerung – inklusive des Premierministers – die Nationalsprache nicht versteht? Ganz einfach, meint Shashi Tharoor: Die meisten Inder gehören in ihrem Land einer Minderheit an. Die Essenz des indischen Pluralismus besagt, dass man mehrere Dinge zugleich sein kann.

  • Triumph der Teilhabe

    Wie Delhis Demokratie erfolgreich soziale und politische Strömungen ausbalanciert

    von Joachim Betz | Indien, Politisches System

    Was hält ein Volk mit einem Sechstel der Weltbevölkerung zusammen? Wie gut, wie effizient kann es regiert werden? Indien gibt darauf Antworten: Mittels demokratischer Wahlen, föderaler Machtbalance und Beteiligung auch der Unterprivilegierten konnte trotz größter ethnischer wie religiöser Vielfalt der soziale Frieden bewahrt werden – Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und den Aufstieg zu einem Global Player.

  • Vergesst die Seele nicht!

    Der Dirigent plädiert für einen lebendigen Kulturaustausch zwischen Indien und dem Westen

    von Zubin Mehta | Indien, Kultur

    Es sind nicht nur die Wirtschaftsinteressen, die Staatsbesuche und die gemeinsamen politischen Ziele, die Verbundenheit schaffen können zwischen zwei Ländern auf zwei Kontinenten – unbedingt notwendig ist auch ein lebendiger, breiter Kulturaustausch.

Internationale Politik

  • Nationale Interessen! Aber was sind sie?

    Eine Diskussion über die Orientierungsgrundlagen deutscher Außenpolitik ist mehr als überfällig

    von Hanns W. Maull | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Die Wissenschaft ist nicht sehr hilfreich bei der Definition nationaler Interessen. Und auch der Entwurf für das neue Verteidigungsweißbuch bleibt weit hinter den Formulierungen von 1994 zurück. Deshalb bietet der renommierte Trierer Politologe hier sechs Thesen zum „außenpolitischen Gemeinwohl“ an, die auf dem Grundgesetz basieren.

  • Der Anti-Europäer

    Die Europa-Politik des britischen Premiers torpediert die Handlungsfähigkeit der EU

    von Egon Bahr | Vereinigtes Königreich, Europäische Union

    Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat Großbritannien in der europäischen Bewegung die Rolle des Bremsers gespielt – oft sehr geschickt kaschiert, aber immer effizient. Wenn die Europäische Union jemals zum globalen Akteur werden will, muss sie London vor die Wahl stellen: entweder konstruktiv mitzuarbeiten – oder zurückzubleiben.

  • Eine neue nukleare Ordnung?

    Die orthodoxe Rüstungskontrollschule ist nicht mehr zeitgemäß

    von Michael Rühle | Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Das Iran-Problem ist mit seinem Status als Ölexporteur verknüpft, Pakistan wird als Partner im Antiterrorkampf gebraucht, Indien ist geopolitisch bedeutsam: Wie lassen sich neue realpolitische Notwendigkeiten mit klassischen Nichtverbreitungsprinzipien in Einklang bringen? Diese Frage stellt sich auch für Rüstungskontrollpuristen.

  • Vergangenheit als Spielmünze

    Warschau zwischen konservativer Geschichtdeutung und modernem Patriotismus

    von Reinhold Vetter | Polen, Politische Kultur

    Die seit November 2005 in Polen regierenden Nationalkonservativen nutzen ihre Interpretation der Geschichte für die innenpolitische Auseinandersetzung. Doch in der polnischen Öffentlichkeit wird diese Instrumentalisierung kritisch hinterfragt. Historiker fordern eine selbstreflexive Geschichtsaneignung und die Anerkennung unterschiedlicher Deutungen. Ein zeitgemäßerer Patriotismus zeigt sich in der jüngeren Generation.

  • Zurück zum Realismus?

    Anlässlich des fünften Jahrestages von 9/11 eine Debatte über die Bush-Doktrin

    von Tim B. Müller | Vereinigte Staaten von Amerika, Internationale Politik/Beziehungen

    Fünf Jahre nach dem 11. September gehen die Debatten über die Bush-Doktrin, Folter und den Krieg gegen Al-Qaida in die nächste Runde

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