Ausgabe Januar 2007

Deutschland als globaler Akteur Is purchaseable

Titelthema

  • „Venus“, bitte kommen!

    Die internationale Bedeutung der EU wächst: Es gilt den "europäischen Moment" zu nutzen

    von Gunter Hofmann | Europäische Union

    Selbst- und Fremdwahrnehmung der EU weichen stark voneinander ab: Drinnen herrscht ewiges Krisen-Lamento, die Außenwelt dagegen sieht einen Akteur, dessen internationale Bedeutung stetig zunimmt. Berlin muss diesen „europäischen Moment“ nutzen, um die Ära der Unsicherheiten zu beenden und Europa wieder neu zu politisieren.

  • Zu hohe Erwartungen?

    EU-Ratspräsidentschaft und G-8-Vorsitz: 2007 wird ein Schlüsseljahr deutscher Außenpolitik

    von John C. Hulsman, Jan Techau | Deutsche Außenpolitik

    Zu Beginn seiner EU- und G-8-Präsidentschaft ist Deutschland politisch und wirtschaftlich in einer so guten Verfassung wie schon lange nicht mehr. Wenn es die wichtigsten anstehenden Fragen nun beherzt anpackt, könnte es tatsächlich ein Global Player sein. Aber die deutschen Eliten sind darauf nicht wirklich vorbereitet.

  • Merkels Mission

    Deutschlands Kanzlerin soll die EU aus der Krise führen; aber wie, mit schwachen Partnern?

    von Judy Dempsey | Europäische Union

    Sechs Monate soll Angela Merkel den Kurs von EU und G-8 bestimmen – ein weltpolitisches Mammutprogramm. Doch so groß Aufgaben wie Aufmerksamkeit sind: Ihre Macht ist begrenzt. Das wichtigste Ziel wird sein, allzu euphorische Erwartungen zu dämpfen.

  • Was Europa zusammenhält

    50 Jahre nach den Römischen Verträgen: Wir Europäer reden immer noch aneinander vorbei

    von Alexandra Kemmerer | Europäische Union

    Auch 50 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge reden die Europäer häufig aneinander vorbei. Die viel beschworene „europäische Öffentlichkeit“ ist ebenso Utopie wie das „europäische Sozialmodell“: Es fehlt an einem Raum politischer Auseinandersetzung über das, was uns trennt und was uns verbindet.

  • Alors viens, Marianne!

    Ohne Frankreich geht nichts in Europa. Kann Berlin Paris aus der Schmollecke holen?

    von Ulrike Guérot | Deutsche Außenpolitik

    Nach wie vor gilt, dass ohne die zwei „Großen“ in Europa nichts geht: Aber Frankreich und Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren eher als Bremser denn als Turbomotor präsentiert. Von beiden wird abhängen, ob das Europa der 27 die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts erfolgreich meistert – oder ob es weiter in Lethargie verharrt.

  • Auf dem Weg zur „Euroarmee“

    Erst eine gemeinsame Militärstrategie macht die Vision von einer europäischen Truppe realistisch

    von Johannes Varwick | GASP/GSVP

    Kurzfristig ist die Schaffung einer europäischen Armee nicht realistisch – aber vielleicht in 10 oder 15 Jahren? Ähnlich wie bei der Einführung des – zunächst eher unpopulären – Euro braucht die Politik auch zur Verwirklichung dieses Zieles Visionen, Mut und Durchsetzungskraft. Was Deutschland tun kann, um die Entwicklung zu beschleunigen.

  • Die EU im globalen Governance-Prozess

    Nicht nur in der WTO: Auch im IWF und in der Weltbank muss die EU mit einer Stimme sprechen

    von Stormy-Annika Mildner, Claudia Schmucker | Globale Institutionen

    Handelspolitik war von Anfang an -Gemeinschaftssache, und somit spricht die EU in der WTO mit einer Stimme. Doch in den beiden Bretton-Woods-Institutionen ist dies noch lange nicht der Fall. Woran dies im Einzelnen liegt und was getan werden muss, damit die Europäische Union ein den USA ebenbürtiger Verhandlungspartner wird, zeigt dieser Beitrag auf. Deutschland kann unter seiner EU-Ratspräsidentschaft hierbei wichtige Impulse geben.

Internationale Politik

  • Warnung vor dem Freunde

    Was Europa über die Außenpolitik der USA wissen muss, um seine eigene zu gestalten

    von Marcia Pally | Politische Kultur

    War die „radikale“ Außenpolitik George W. Bushs eine Ausnahme? Ein Blick in die amerikanische Geschichte lehrt, dass eher die amerikanische Nachkriegspolitik in Europa exzeptionell war. Wenn die Europäer eine selbstbewusstere internationale Rolle spielen wollen, täten sie gut daran, die Traditionslinien amerikanischer Außenpolitik zu kennen.

  • Die Welt als Wille zum Wahn

    Wie illusionäres Wunschdenken die Bush-Führung in die Hölle von Bagdad führte

    von Christoph Reuter | Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Dass der Weg der Bush-Regierung in den Irak mit Lügen und Falschmeldungen gepflastert war, ist hinreichend bekannt. Doch der heutige Wissensstand legt nahe, dass die Führungsspitze ihren eigenen Fabrikationen glaubte: Nicht Zynismus, sondern irrationales, messianisches Wunschdenken führte die Supermacht in die Hölle von Bagdad.

  • Ende gut, alles gut?

    Nach dem EUFOR-Einsatz: Deutschland und die EU müssen sich weiter in Afrika engagieren

    von Hans-Georg Ehrhart | Streitkräfte

    Die EUFOR-Mission hatte einen klar umrissenen Auftrag; den hat sie gut erfüllt. Doch damit ist noch lange nicht gewährleistet, dass der Friedensprozess im Kongo einen guten Verlauf nimmt. Sicherheit und Entwicklung bedingen sich gegenseitig, und in beiden Bereichen muss sich die internationale Gemeinschaft weiterhin engagieren.

  • Fidelismo ohne Fidel?

    Der Stabswechsel von Castro zu Castro bedeutet auch eine Chance für Refromen

    von Bert Hoffmann | Politisches System

    Geräuschloser Übergang statt blutiger Revolte: Nach 47 Jahren Alleinherrschaft verlässt ein schwerkranker Fidel Castro die politische Bühne. Unscheinbar, aber weitaus pragmatischer führt Bruder Raúl seitdem die Regierung Kubas – das größte Reformhindernis für die Insel ist daher immer noch Washingtons und Miamis Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“.

  • Adiós, Comandante

    Havanna im Herbst: Still und leise haben sich die Kubaner an Fidels Abwesenheit gewöhnt

    von Hennerk Berlekamp | Politisches System

    Manche Hoffnungen und noch mehr Ängste verbanden die Kubaner mit der Zeit, in der Fidel Castro ihre Insel nicht mehr regieren wird. Der Augenblick ist da, doch nichts ist passiert. Das Leben geht weiter, die Menschen üben sich in Geduld – und fragen sich, ob die neue Ära tatsächlich ein Übergang ist oder doch nur die Fortschreibung des Alten.

  • In der Falle des Fremdenhasses

    Aggresiv ausläderfeindlich: Russlands neuer Nationalismus gefährdet seine Zukunft

    von Sonja Margolina | Russische Föderation, Politische Kultur

    Erst jetzt, 15 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, entwickelt sich ein nachholender russischer Nationalismus, der mit massiver Ausländerfeindlichkeit einhergeht. Er wird von den russischen Eliten skrupellos instrumentalisiert und bedroht die demographisch ausgelaugte, überalterte und frustrierte Gesellschaft existenziell.

  • Die NATO nach Riga

    Kein großer Wurf: das Bündnis bleibt auf der Suche nach sich selbst

    von Marco Overhaus | NATO

    Wohin entwickelt sich die NATO? Darauf gaben auch die Teilnehmer des letzten Gipfels keine überzeugende Antwort: Das kleine Karo dominierte, in den großen strategischen Fragen wurde kein tragfähiger Konsens gefunden. Bis zum 60. Jahrestag des Bündnisses im Jahr 2009 muss dieses aber spätestens gelingen.

  • Pinochet, Castro, Chávez

    Ende, Abgang, Wiederwahl: Die drei Caudillos halten den Kontinent in Atem

    von Dinah Stratenwerth | Medien/Information

    Lateinamerikas Medien setzen sich mit drei Caudillos auseinander

  • Hinterm Horizont geht’s weiter

    Buchkritik

    von Alexandra Kemmerer | Europäische Union

    Europa steht nicht still. Auch ohne Verfassungsvertrag ist die EU in stabiler Konstitution, aber mit komplexen Herausforderungen konfrontiert. Sind Erweiterung und Vertiefung doch gleichzeitig möglich? Schuf die Osterweiterung „Unionsbürger zweiter Klasse“? Wie funktioniert europäische Verwaltung? Kann sich die europäische „Rechtsgemeinschaft“ in einem zunehmend fragmentierten Weltrecht bewähren? Vier Bücher zeigen, dass in der „Denkpause“ intensiv weitergedacht wurde.

  • Gemischte Bilanz

    Buchkritik

    von Hanns W. Maull | Deutsche Außenpolitik

    Teils umsichtig, teils irritierend, teils desaströs: In seinen Memoiren beschäftigt sich Gerhard Schröder intensiv mit der Außenpolitik seiner Regierung. Dennoch hätte man sich mehr Konkretes gewünscht.

  • Entweder und oder

    Buchkritik

    von Katrin Jordan | Staat und Gesellschaft

    In seinem zweiten Buch versucht der Senator aus Illinois, es allen Recht zu machen. Was er wirklich will, bleibt dabei nebelhaft.

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