Ausgabe April 2007

Wohin steuert Frankreich? Is purchaseable

Titelthema

  • Wahl der Willkür

    Wer führt Frankreich aus der Krise? Trends und Themen am Voraben der Präsidentschaftswahl

    von Daniela Schwarzer | Political Culture

    Mann oder Frau, rechts, links oder Mitte, mehr Frankreich oder doch mehr Europa: Selten war das Rennen um den Elysée-Palast so offen, selten zeigten sich die Wähler so unzufrieden mit den Kandidaten. Grande Nation, große Sorgen: Nach der enttäuschenden Bilanz der Ära Chirac dürstet das Land nach Erneuerung – wer befreit die gefangene Republik?

  • Rebell der Mitte

    Freiheitsbringer und Versöhner: François Bayrou erfindet das extreme Zentrum

    von Johannes Wetzel | Political Culture

    Mit wachsender Sorge verfolgen Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal die Aufholjagd des UDF-Kandidaten François Bayrou. Erfolgreich fischt der überzeugte Europäer im Reservoir der Protestwähler. Gelingt der Versuch, eine „dritte Kraft“ jenseits von UMP und PS zu etablieren?

  • Ausweg VI. Republik?

    Reformunwillig, erlösungsbedürftig: Warten auf den großen Ruck

    von Frank Baasner | Political System

    Was, wenn Wunsch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen? „Umso schlimmer für die Wirklichkeit“, sagte der deutsche Philosoph Hegel. Ähnlich halten es bisher Frankreichs Eliten, die sich nur schwer mit der unbequemen Realität anfreunden. Dabei ist die Krise der jetzigen Republik Dauerthema, doch das politische System zu schwach, den Wechsel zu wagen.

  • Multipolare Verwirrungen

    Frankreichs Außenpolitik zwischen Tradition, Realpolitik und Moralismus

    von Daniel Vernet | International Policy/Relations

    Welches Europa wollen die Franzosen? Welches Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, zu Russland, zu UN und NATO streben sie an? Wie sehen sie ihre eigene Rolle in der Welt? Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen stellt sich die französische Außenpolitik als ein komplexes Mosaik von einander zum Teil widersprechenden Zielen dar.

  • Knigge für die Grande Nation

    Wie bleibt man eine Weltmacht, ohne seine Freunde zu verärgern? Ein Leitfaden

    von Dominique Moïsi | International Policy/Relations

    Außenpolitische Themen spielen im laufenden französischen Präsidentschaftswahlkampf keine Rolle. Das sollten sie aber. Denn Frankreich kann sich weder aus der Globalisierung ausklinken noch seine weltpolitischen Hausaufgaben vernachlässigen, als da wären: Europa, transatlantisches Verhältnis, Dialog mit dem Islam und Klimaschutz.

  • Brückenbauer gesucht

    Allen Unkenrufen zum Trotz: Frankreich ist nicht europafeindlich

    von Martin Koopmann | European Union

    Noch immer hat Frankreich den Schock des 1989 eingeleiteten Paradigmenwechsels der europäischen Integration – der das Land vom Zentrum an die Peripherie des neuen Europa rückte – nicht verdaut. Doch die innerfranzösische Debatte zeigt: Es bestehen durchaus Chancen, dass die Franzosen bald wieder eine konstruktive Europa-Politik betreiben.

  • Gemeinsam Geschichte schreiben

    Warum Europa den deutsch-französischen Motor gerade jetzt braucht

    von Angelica Schwall-Düren | European Union

    Von der neuen französischen Regierung werden verstärkte Impulse zur Weiterentwicklung der EU erwartet. Dabei sollte sie neben der in der Vergangenheit so erfolgreichen deutsch-französischen Zusammenarbeit auch andere Mitglieder in die gemeinsame Politik einbinden, um eine neue Zukunftsvision für Europa zu entwickeln.

  • Revolution auf Raten

    Frankreichs Wirtschaft: Von Staatsdirigismus zur modernen Standortpolitik

    von Henrik Uterwedde | Economy and Finance

    „Staatsdirigismus“ – ein gern benutzter Vorwurf an die französische Adresse, wenn es kriselt in den deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen. Ein genauerer Blick auf Frankreichs Wirtschaft zeigt, dass auch im Heimatland des Colbertismus die Globalisierung Einzug gehalten hat. Doch dieser Wandel steckt noch voller Widersprüche.

  • Der Blues der „Generation Chirac“

    Keine Arbeit, keine Zukunft: Frankreichs Jugend droht der soziale Abstieg

    von Eva Sabine Kuntz | Social Policy

    Rekordstaatsverschuldung, erdrückende Rentenlast, hohe Arbeitslosigkeit: Die Kinder der französischen Nachkriegsgeneration sehen sich als Opfer einer verbrauchten Gesellschaft. Ihr Frust über mangelnde Mitsprache und blockierten Aufstieg entlädt sich in Protesten und Krawallen – und zeigt sich in einer dramatischen Abkehr vom politischen System.

Internationale Politik

  • Was heißt westliche Wertegemeinschaft?

    Wer sich zu den "westlichen Werten" bekennt, sollte ihr Geschichte kennen

    von Heinrich August Winkler | Western World, Political Culture

    Drei Thesen zur „westlichen Wertemeinschaft“ hat der eminente deutsche Historiker jüngst in seiner Abschiedsvorlesung aufgestellt. Erstens: Es gibt keine europäischen, sondern nur westliche Werte. Zweitens: Die Verwestlichung des Westens war ein langwieriger Prozess, dessen Hauptmerkmal die Ungleichzeitigkeit ist. Drittens: Die politische Kultur des Westens ist pluralistisch und muss deshalb eine Streitkultur sein.

  • Europas strategische Interessen

    Auf dem Weg zur europäischen Selbstbestimmung und globaler Verantwortung

    von Egon Bahr | European Union

    Europa bedroht niemanden, Europa ist stabilitätsorientiert, Europa hat weder Feinde noch territoriale Machtinteressen. Sein Gewicht wäre groß. Aber Europa ziert sich beharrlich, seine Rolle als globaler Akteur auch anzunehmen. Deutschland sollte all seine Bemühungen darauf konzentrieren, dass Europa der fünfte Pol in der multipolaren Welt wird.

  • Krieg oder Nicht-Krieg?

    Plädoyer für eine ernsthafte Debatte über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan

    von Timo Noetzel, Benjamin Schreer | German Armed Forces

    In Afghanistan stellt sich immer stärker die Grundsatzfrage, ob die NATO zu langfristigen Kampfeinsätzen bereit ist, um eigene Interessen zu sichern. Auch Berlin wird über kurz oder lang nicht umhin kommen, diese Frage zu beantworten. Denn davon wird ganz entscheidend abhängen, ob die Atlantische Allianz noch eine Zukunft hat.

  • Was in Afghanistan auf dem Spiel steht

    Deutschland darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen

    von Thomas Risse | State Building

    Die Trennung in Stabilisierungs- und Kampfeinsätze lässt sich am Hindukusch immer weniger aufrechterhalten. Sollte sich hierzulande ein außenpolitischer Isolationismus durchsetzen und das Land seine weltpolitische Verantwortung ablehnen, wäre nicht nur die Außen- und Sicherheitspolitik der „Zivilmacht Deutschland“ schmählich gescheitert.

  • Vier Jahre nach Saddam Hussein

    War das Scheitern des Irak-Kriegs vorhersehbar? Eine retrospektive Analyse

    von Volker Perthes | War/Warfare

    Die Rückschau auf die vier Jahre seit dem Beginn des amerikanisch geführten Krieges gegen den Irak und dem Sturz der Diktatur Saddam Husseins bietet Gelegenheit, die eigenen Einschätzungen jener Tage zu überprüfen – und damit auch die Prognosefähigkeit der Wissenschaft auf den Prüfstand zu stellen. Wie sollte es weitergehen? Einige Empfehlungen.

  • Wissenschaftsnetz Diplomatie

    Der Beratungsbedarf in außenpolitischen Fragen nimmt zu

    von Wilfried Bolewski | Political Culture

    In einer immer komplexer werdenden Welt sieht sich der Staat vor ständig neue Herausforderungen gestellt. Daher nimmt auch der Beratungsbedarf der Politiker stetig zu. Die deutsche Wissenschaft hat in der Vergangenheit ihre Freiheit zu wenig für politische Denkanstöße genutzt. In der Außenpolitik soll die Kooperation jetzt intensiviert werden.

  • „Europa muss wählen!“

    Arabische Medien über Europas Rolle im Nahen Osten

    von Jochen Müller, Götz Nordbruch | Media/Information

  • Von Erbfreunden und Eliten

    Buchkritik

    von Jochen Thies

    Wie steht es in einem Jahr, in dem mit den Präsidentschaftswahlen und dem Abgang von Jacques Chirac eine Ära zu Ende geht, um Frankreich und um die deutsch-französischen Beziehungen? Fünf Neuerscheinungen zum Thema ziehen Bilanz, wagen einen Ausblick und stellen zwei der Präsidentschaftskandidaten vor.

  • Disneyland mit Niveau

    Buchkritik

    von Kornelia Konczal | European Union

    Schon in wenigen Jahrzehnten wird Europa in politischer und wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit versinken: So lautet die These, die Walter Laqueur in seinem Essay „Die letzten Tage von Europa“ vertritt. Auch ohne direkte Bezüge zu Jeremy Rifkins Werk über den Europäischen Traum lässt sich der Text als eine Art „Anti-Rifkin“ verstehen.

  • Lange Haare, kurze Röcke

    Buchkritik

    von Helke Rausch | Government and Society

    Als die Amerikaner nach 1945 in das besiegte Deutschland kamen, importierten sie planvoll, was wenigstens bürgerliche Väter ihren Söhnen und Töchtern bis dato mit Mühe versagt hatten: Hollywood-Filme und Jeans, Rock ’n’ Roll und Jazz, lange Haare, zu kurze Röcke und schlechte Manieren. – War es so? In zwei Sammelbänden wird dieses zweideutigschillernde Panorama jetzt aus kulturwissenschaftlicher Sicht eröffnet.

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