Ausgabe Juli/August 2007

Zerfällt die Weltordnung? Is purchaseable

Titelthema

  • Die internationale Ordnung in der Krise

    Warum die Uneinigkeit des Westens das gesamte System bedroht

    von Joachim Krause | Internationale Politik/Beziehungen

    Eine der am meisten beunruhigenden politischen Entwicklungen der Gegenwart ist die Erosion der internationalen Ordnung. Es ist ein schleichender, eher im Hintergrund ablaufender Prozess, der aber tiefgreifende Veränderungen der internationalen Politik mit sich bringen wird.

  • Institutionalisierte Ungleichheit

    Wohin steuert die internationale Staatenwelt im 21. Jahrhundert?

    von Michael Zürn | Internationale Politik/Beziehungen

    Zwei disparate Entwicklungen prägen die heutige Weltordnung: Die unipolare Dominanz der USA einerseits, die wachsende Bedeutung globaler Normen andererseits. Zusammen betrachtet, ergibt sich das Bild eines rechtlich stratifizierten Mehrebenensystems, in dem das Grundprinzip des Rule of Law – souveräne Gleichheit – unterminiert wird.

  • Asymmetrisches Völkerrecht?

    Der Kosovo-Plan könnte das Ende des Systems souveräner Gleichheit bedeuten

    von Ulrich K. Preuß | Kosovo, Staatsaufbau

    Der Kosovo-Plan der UN würde, wenn er sich umsetzen ließe, einen Staat minderer Souveränität schaffen und damit das Ende des UN-Systems souveräner Gleichheit aller Staaten einläuten. Das könnte paradoxerweise auf eine Konstitutionalisierung des Völkerrechts hinauslaufen – und der internationalen Gemeinschaft mehr Verantwortung aufbürden.

  • Paradoxien der Souveränität

    Was es heißt, wenn Staaten nicht mehr uneingeschänkt souverän sind

    von Thomas Risse | Fragile Staaten

    Fragile, zerfallen(d)e Staaten nehmen in der internationalen Politik zu: Mehr als zwei Drittel der heutigen Staatenwelt gehören zu Räumen begrenzter Staatlichkeit, ihre innere Souveränität ist eingeschränkt. Welche Konsequenzen hat das Auseinanderklaffen der verschiedenen Komponenten von Souveränität für die gegenwärtige Weltordnung?

  • Frieden muss erzwungen werden

    ... und was wir sonst noch aus der Geschichte lernen können

    von Peter Bender | Internationale Politik/Beziehungen

    Das 20. Jahrhundert hat die Welt stärker verändert als alle Zeiten davor, doch der Mensch blieb, wie er immer war, und die Erfahrungen der Geschichte bleiben gültig. Für die Zukunft heißt das: Die Welt wird mehrere Machtzentren haben. So war es zu allen Zeiten, warum soll es in Zukunft anders sein?

  • Der Westen als Nadelöhr

    Amerika und Europa gefährden die Legitimität internationaler Institutionen

    von Kishore Mahbubani | Globale Institutionen

    Es ist nicht nur der amerikanische Unilateralismus, es ist auch die Uneinsichtigkeit der Europäer, die die Glaubwürdigkeit und Effizienz der Weltordnung unterminiert. Aus asiatischer Perspektive blockiert die undemokratische westliche Dominanz die internationalen Strukturen. Denn sie entspricht nicht mehr den Realitäten der Welt von heute.

  • Asiens künftige Rolle als Ordnungsmacht

    Wie die dynamischste Region die Weltordnung prägen wird

    von Henrik Schmiegelow | Asien, Internationale Politik/Beziehungen

    Während Europäer und Amerikaner sich Sorgen über den Niedergang der – westlich dominierten – internationalen Ordnung machen, schickt Asien sich an, mit strategischem Pragmatismus zum neuen globalen Gestalter zu werden. Unbeachtet vom Westen schreiten die Prozesse funktionaler Integration und regionaler Gemeinschaftsbildung voran.

  • Schulterschluss der Rivalen

    Erfüllt sich Nehrus Vision von einem neuen Asien mit Indien und China als Kern?

    von C. Raja Mohan, Klaus Julian Voll | Asien

    Der Aufstieg Chinas und Indiens verschiebt das globale Gleichgewicht von West nach Ost, ihre strategische Partnerschaft gibt der Entwicklung zusätzliches Gewicht. Will die EU nicht abseits stehen, muss sie beiden asiatischen Mächten als politische Einheit gegenübertreten – und sich zugleich von ihrer Fixiertheit auf Peking befreien.

  • Die verblendete Nation

    Amerikas Parteien haben aus dem Irak-Debakel nichts gelernt

    von Anatol Lieven | Vereinigte Staaten von Amerika, Internationale Politik/Beziehungen

    Der tief verwurzelte amerikanische Exzeptionalismus und Messianismus machen es dem politischen Establishment Washingtons schwer, adäquate Lehren aus der gescheiterten Bush-Politik zu ziehen. Deshalb fangen Despoten aller Schattierungen an, dem Hegemon auf der Nase herumzutanzen – jeder weiß, dass Amerika seine Macht überdehnt hat.

  • Zwischen Mythos und „added value“

    Das Prinzip der kollektiven SIcherheit, politisch bewertet

    von Johannes Varwick | Sicherheitspolitik

    Kollektive Sicherheit muss keine Utopie bleiben, wenn sie als Zielwert internationaler Beziehungen aufgefasst wird. Ein entsprechendes Rahmenwerk könnte neue Ansätze der Konfliktbearbeitung bieten, indem Institutionen einbezogen werden, deren Entscheidungen auf Konsultationen und Kompromissen – und nicht auf Willkür – beruhen.

  • Unter Umständen legitim

    Über die Rechtmäßigkeit von Herrschaft in Räumen begrenzter Staatlichkeit

    von Robert O. Keohane | Internationale Politik/Beziehungen

    Kann Governance, die Ausübung von Herrschaft durch Regierungen oder Institutionen, legitim sein, auch wenn sie nur in begrenztem Maße auf staatlichen Strukturen beruht? Die Antwort: Das kann sie – sofern eine Reihe von allgemeinen Standards für Legitimität erfüllt sind.

Internationale Politik

  • Hilfe für den Helfer gesucht

    Nach Wolfowitz, vor Zoellick: Eine neue Ära?

    von Thorsten Benner | Weltbank

    Geldgeber der Armen, Manager internationaler Krisen, Finanzier globaler öffentlicher Güter: Nie war die Zeit für die Weltbank günstiger, nie die gesellschaftliche Akzeptanz von Entwicklungspolitik größer. Doch deren weltweit wichtigste Institution befindet sich in einer Krise, die tiefer reicht als die Kontroverse um ihren gescheiterten Chef Paul Wolfowitz.

  • Im Westen doch Neues

    Die veränderten Konstellationen ermöglichen eine bessere Kooperation

    von Karl Kaiser | Transatlantische Beziehungen

    Heiligendamm hat es gezeigt: Die transatlantischen Beziehungen haben sich aufgrund von Veränderungen sowohl in der Bush-Administration als auch in Europa verbessert. Eine bedeutende Rolle spielen dabei die Rückkehr der USA zum Multilateralismus sowie die Einheit der Europäer.

  • Vom Pudel zur Bulldogge

    Abschied von einer Dekade Blairismus: Machtwechsel in Großbritannien

    von Henning Hoff | Vereinigtes Königreich, Staat und Gesellschaft

    Das britische Interregnum ist vorbei. Nach einer internationalen Abschiedstournee hat Tony Blair die Weltbühne verlassen. Im Amt folgt ihm nun sein politischer Zwilling und ewiger Rivale, Schatzkanzler Gordon Brown. Bei mancher Unklarheit über Browns Ziele: ein radikaler außen-politischer Wechsel ist von dem bärbeißigen Schotten nicht zu erwarten.

  • Dschihadistan in Palästina?

    Wer den Gaza-Streifen sich selbst überlässt, spielt nur den Islamisten in die Hände

    von Margret Johannsen | Palästinensische Selbstverwaltungsgebiete, Innere Konflikte

    Palästinenser im Bruderkrieg, die politische Häutung der Hamas von einer Rebellenbewegung zur Partei gescheitert, Terror und Gewalt im „größten Freiluftgefängnis der Welt“: Doch wer den Gaza-Streifen sich selbst überlässt, wird auch Israel keinen Frieden bringen – und macht die palästinensische Sache zum Spielball der Dschihadisten.

  • Aufstieg und Fall von King George

    Ende einer neoimperialen Präsidentschaft

    von Stephan Bierling | Vereinigte Staaten von Amerika, Staat und Gesellschaft

    Die Machtfülle des amerikanischen Präsidenten George W. Bush war – nach dem Schock vom 11. September – so gewaltig, dass Kritiker schon die Rückkehr der „imperialen Präsidentschaft“ der Johnson- und Nixon-Jahre befürchteten. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Seine letzten anderthalb Amtsjahre verbringt Bush jun. als ziemlich lahme Ente.

  • Kolumbiens Katharsis

    Ein Land diskutiert über die Verbindungen zwischen Politik und Paramilitarismus

    von Carsten Wieland | Kolumbien, Innere Konflikte

    Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe ist es gelungen, tausende Paramilitärs zu entwaffnen. Damit hat er die Rolle des Staates gestärkt und ist einem Ende des Konflikts zwischen Militär, paramilitärischen -Todesschwadronen und der linken Guerilla näher gekommen. Doch Aussagen der ehemaligen Kämpfer vor Gericht belasten Verbündete Uribes.

  • Hegemonialmacht im Stillstand

    In den USA fehlen die politischen Köpfe für neue Ideen

    von Patrick Keller | Vereinigte Staaten von Amerika, Staat und Gesellschaft

    Die Außenpolitik George W. Bushs hat einen erstaunlichen Erfolg erzielt. Je länger und deutlicher die unglückseligen Folgen des Irak-Kriegs zu beobachten sind, desto umfassender wird die Einigkeit unter den Experten, dass die Politik der letzten Jahre fundamental verfehlt war.

Wie waren wir, Europa?

Kolumnen

Bücherschau

  • Völkerrecht

    Claus Kreß über Terror, Krieg und staatliche Selbstverteidigung

    von Claus Kreß | Recht

    Rezensionen zu "Internationaler Terrorismus und Selbstverteidigungsrecht", "Terrorism and the State. Rethinking the Rules of State Responsibility", "The Chapter VII Powers of the United Nations Security Council" sowie "Essays on War in INternational Law"

  • Afrika

    Andreas Eckert über einen Kontinent zwischen Ausbeutung und Urbanisierung

    von Andreas Eckert | Afrika, Internationale Politik/Beziehungen

    Besprochen werden "Saltwater Slavery. A Middle Passage from Africa to American Diaspora", "After Abolition. Britain and Slave Trade since 1807", "A History of Sub-Saharan Africa" und "The African City".

  • Globalisierung und Weltwirtschaft

    Erich Weede über Chancen und Risiken der weltweiten Migration

    von Erich Weede | Globalisierung

    Rezensionen zu "Global Migration and the World Economy", "Immigrants: Your Country Needs Them" sowie "Breeding Bin Ladens".

  • Auswärtige Kulturpolitik

    Kurt-Jürgen Maaß über die Dritte Säule der Außenpolitik

    von Kurt-Jürgen Maaß | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Rezensionen zu "Nationalkultur oder europäische Werte?", "Vom Kulturkonflikt zum Kulturdialog?", "Menschen bewegen - Kultur und Bildung in der deutschen Außenpolitik".

  • Deutsche Außenpolitik

    Hanns W. Maull über neue Konzepte und alte Ängste

    von Hanns W. Maull | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Besprochen werden "Die beiden großen deutschen Volksparteien und das 'Friedensprojekt Europa'", "Der Wandel des deutschen Multilateralismus" sowie "Zwischen Furcht und Bewunderung?"

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