Ausgabe Juni 2008

Balkan-Blues: Europas ungelernte Lektionen Is purchaseable

Titelthema

  • Warum ich nie mehr in Belgrad war

    Flucht aus der Vergangenheit? Ein Essay über die Pflicht zum Fragen

    von Slavenka Drakulic | Politische Kultur

    Die Kriege auf dem Balkan haben Wunden in den Seelen der Menschen hinterlassen. Was ist aus den Feinden von einst geworden, was aus den Freunden? Welche Rolle spielen die Nachgeborenen, haben sie wirklich nichts mit der Vergangenheit zu tun? Auf Spurensuche in einer zerrissenen Region.

  • Alle rasch aufnehmen!

    Warum ein zügiger EU-Beitritt der östlichen Adria-Anrainer im europäischen Interesse liegt

    von Christoph Zöpel | Erweiterungsprozess

  • Europas koloniale Zwickmühle

    Lässt die Europäische Union den Balkan erneut im Stich?

    von Vessela Tcherneva | Erweiterungsprozess

    Nach der Euphorie des Gipfels von Thessaloniki 2003 ist der hoffnungsvolle Aufbruch der Balkan-Länder in Richtung Europäische Union ins Stocken geraten. Europa muss jetzt seine strategischen Ziele neu abwägen – und es muss realisieren, dass die Krise seiner Politik der Soft Power auf dem Balkan eine Krise des europäischen Projekts an sich ist.

  • Das ewige Laboratorium

    Die Politik der Europäischen Union auf dem Balkan: Eine Evaluierung

    von Marie-Janine Calic | Nachbarschaftspolitik

    Seit dem Zerfall Jugoslawiens ist die EU nolens volens zum Kurator, Oberaufseher und Ordnungshüter des Balkans geworden – eine Rolle, die sie so bald nicht loswerden wird. Aber macht sie ihre Sache gut? Hat sie eine erkennbare Gesamtstrategie? Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine erhebliche Lücke.

  • Rom – Byzanz – Istanbul – Wien – Brüssel

    Über 2000 Jahre haben Imperien den Balkan regiert – ein Vorbild für die EU

    von Alan Posener | Geschichte

    Die „Europäisierung“ des Balkans im 19. Jahrhundert brachte keineswegs Fortschritt, sondern Kleinstaaterei, Rassen-Nationalismus und Zersplitterung. Ein Blick in die Geschichte der Region zeigt, dass es in zurückliegenden Epochen weitaus intelligentere Governance-Modelle gab. Von diesen Strukturen kann das „Imperium“ EU heute viel lernen.

  • Krampf ums Kosovo

    Trotz ihrer Loslösung von Belgrad erfahren die Kosovaren, dass andere über ihren Staat bestimmen: Serbien, das weiter Teile des Territoriums kontrolliert, die Westmächte, die in Pristina regieren. Doch die Entschärfung des Konflikts drängt, um dem Balkan Stabilität zu bringen – durch Anerkennung der faktischen Teilung Kosovos, durch Rückführung des Protektorats.

  • »Die Serben haben Europa gewählt«

    von Goran Svilanović | Politische Kultur

    Nationalismus, soziale Ungleichheit, ethnische Konflikte: Serbien gilt noch immer als Sorgenkind auf dem Balkan. Doch die Wahlen im Mai gewannen überraschenderweise die gemäßigten Pro-Europäer. Wie die EU dazu entscheidend beigetragen hat und warum Serbien schnellstmöglich der NATO beitreten sollte, erklärt einer der führenden Demokraten des Landes.

  • Gedankenlose Neuordnung

    Verantwortung ohne Expertise: Die internationale Gemeinschaft auf dem Balkan

    von Oliver Ivanović | Balkan, Staatsaufbau

    Seit dem blutigen Zerfall Jugoslawiens sind auf dem Balkan Tausende von Kilometern neuer Grenzen entstanden. Sie trennen fragile Gebilde voneinander, die sich auf die konfusen Aktivitäten der internationalen Gemeinschaft in der Region ihren eigenen Reim machen. Doch ohne kritische Aufarbeitung der Vergangenheit wird der Balkan nicht prosperieren.

  • Den nächsten Balkan-Krieg verhindern

    Der Konflikt zwischen Griechenland und Mazedonien ist ein multilaterales Problem

    von Edward P. Joseph | Balkan, Bilaterale Konflikte

    Der 17 Jahre alte Streit um Mazedoniens Staatsnamen hat eine neue Dimension erreicht. Griechenlands erfolgreiche Bemühungen, Skopjes Eintritt in die NATO zu verhindern, haben in beiden Ländern nationalistische Tendenzen angeheizt. Jetzt steht mehr auf dem Spiel als nur ein Name. Deshalb muss schnellstens ein Kompromiss gefunden werden.

  • Momente der Entscheidung

    von Dan Hamilton | Balkan, Humanitäre Intervention

    Trotz einiger Fehlschläge haben die USA in den vergangenen 15 Jahren auf dem Balkan eine wichtige Rolle gespielt: Drei Mal haben sie entscheidend eingegriffen – und damit gezeigt, dass sie auch nach dem Kalten Krieg noch eine „europäische Macht“ sind. Heute unterstützt Washington die zügige Integration des gesamten Balkans in EU und NATO.

  • Clio auf dem Balkan

    Wie Geschichtsbücher den Weg zur Versöhnung in Südosteuropa ebnen

    von Elizabeth Pond | Staat und Gesellschaft

    Bisher war die Geschichte auf dem Balkan eher ein trennendes denn ein versöhnendes Element. Eine Gruppe von Historikern aus der Region will das jetzt ändern. Durch neue, gemeinsam produzierte Geschichtsbücher möchte man an die Stelle nationalistischer Geschichtsklitterung die Erziehung zu Verständnis und Toleranz setzen.

  • Was denkt die Jugend?

    Mazedonien, Serbien, Kosovo: Drei junge Stimmen aus dem europäischen Niemandsland

    von Sandra Breka | Staat und Gesellschaft

    Jugendliche in den Nicht-EU-Ländern auf dem Balkan fühlen sich zunehmend isoliert, ausgegrenzt und abgeschnitten vom Rest des Kontinents. Da sie nicht reisen dürfen, können sie auch keine Erfahrungen mit moderner Demokratie in der Europäischen Union sammeln – eine fatale Entwicklung, die den Integrationsprozess der gesamten Region beschädigt.

Internationale Politik

  • Kommt Zeit, kommt Rat?

    Deutschland streitet über die Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrats

    von Johannes Varwick, Michael Staack | Deutschland, Sicherheitspolitik

    Mit der Forderung nach einer Sicherheitsstrategie in der letzten Ausgabe der IP entfachte die CDU/CSU eine Debatte über die Ausgestaltung deutscher Sicherheitspolitik. Ein Kernpunkt: die Forderung nach einem -Nationalen Sicherheitsrat, der besonders bei der SPD auf Widerstand stößt. Doch was ist Parteitaktik, was ernsthafter Diskurs? Nach der Politik kommt nun die Wissenschaft zu Wort – und führt die Kontroverse weiter.

  • Ruppige Gallier

    Deutschland und Frankreich streiten sich wieder über Europa – wie schön!

    von Ulrike Guérot

    Im zweiten Halbjahr 2008 wird Frankreich die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Was steht uns also bevor? Präsident Nicolas Sarkozy hat ein wildes Feuerwerk neuer Initiativen gestartet, garniert mit mancher Nebelkerze. Berlin rümpfte die Nase. Aber im Krach offenbart sich traditionell die wahre Stärke des deutsch-französischen Tandems.

  • Nach dem Krieg ist vor dem Krieg?

    Die Parallelen zur Lage vor 1975 sind deutlich zu erkennen

    von Maximilian Felsch | Innere Konflikte

    In den letzten 18 Monaten hat der Libanon seine schwerste Staatskrise seit dem Ende des Bürgerkriegs durchlebt. Bei Vermittlungsbemühungen in Doha wurde zwar eine Einigung erreicht, aber damit sind die Probleme nur scheinbar gelöst. Zusätzlich bedrohen die Einflussnahme von außen, u.a. von Syrien und dem Iran, die Sicherheit und Souveränität.

  • Willkommen im Club

    In Nahost formiert sich eine Phalanx von potenziellen neuen Atommächten

    von Joseph Croitoru | Rüstungsindustrie

    Immer mehr arabische Staaten streben offen ein eigenes Nuklearprogramm an. Manche von ihnen verweisen aus taktischen Gründen auf die atomaren Aspirationen der aufstrebenden Regionalmacht Iran – man nutzt die Gunst der Stunde, um im Westen Forderungen durchzusetzen, die sonst wohl noch Jahrzehnte ungehört verhallt wären.

  • Ein bisschen Wandel

    Seinen Anspruch als Demokratieförderer wird Amerika nicht aufgeben

    von Robert G. Livingston | Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Iran, Irak, NATO: Außenpolitik ist zu einem wichtigen Thema im amerikanischen Wahlkampf geworden. Die Demokraten grenzen sich von George W. Bushs Politik ab und wollen einen baldigen Rückzug aus dem Irak. Doch sollte sich Europa keine Illusionen machen: Es wird mehr Kontinuität geben, als die Wahlslogans vom Wechsel versprechen.

  • Tauende Schneeflocke

    Bringt die Präsidentschaft Medwedews neue Optionen für den Westen?

    von Axel Lebahn | Internationale Politik/Beziehungen

    Die machtpolitischen Details des neuen regierenden Tandems Putin-Medwedew in Russland sind noch unklar. Doch aus den jüngsten Reden des neuen Präsidenten lässt sich durchaus ein Staatskonzept ableiten, das sich von dem Putins unterscheidet. Auf diese neuen Signale sollte der Westen genau hören – und seine eigene Politik darauf abstellen.

  • Schmerzliche Reflexion

    Deutschlands Nachbarland debattiert über den Antisemitismus

    von Reinhold Vetter | Politische Kultur

    Geschichte und Gegenwart des polnischen Antisemitismus sind in Polen vielfach dargestellt und analysiert worden. Dennoch kam es hier in den vergangenen Monaten zu einer erbitterten öffentlichen Auseinandersetzung über Verbrechen an Juden in den ersten Nachkriegsjahren. In den Sog der Debatte geriet auch das Gedenken an die Studentenproteste von 1968 und die antisemitische Kampagne der herrschenden Kommunisten.

  • Gefährliches Terrain

    Trotz Ratspräsidentschaft hält Paris sich beim Thema Europa vornehm zurück

    von Martin Koopmann | Europäische Union

  • Das Gestern im Heute Is purchaseable

    Buchkritik

    von Jenni Winterhagen | Balkan, Geschichte

    Wer den Balkan verstehen will, muss seine Vergangenheit kennen: Neues zur Geschichte Südosteuropas

  • Per Tandem durchs Riesenreich

    Buchkritik

    von Stefan Meister | Russische Föderation, Politische Kultur

    Wohin steuert Russland – und wer steuert es?

  • Kein Weltkrieg um Öl und Gas

    Buchkritik

    von Thomas Speckmann | Rohstoffe & Energie

    Christiane Grefe und Harald Schumann glauben an die Entwicklung einer friedvollen Weltgesellschaft – mit Europa als Schrittmacher

Kolumnen

  • Europäische Krämerseelen

    Die EU vergibt wichtige Entwicklungschancen, wenn sie die Potenziale der Balkan-Staaten nicht nutzt

    von Norbert Walter | Erweiterungsprozess

  • Neue Panik in der Mitte

    Es wird immer schwerer – und teurer – in Deutschland, ein traditionelles Mittelschichtleben zu führen. Der Groll darüber

    von Franz Walter | Staat und Gesellschaft

  • Drei Päpste in New York

    Die Nachfolger Petri und ihre Reden vor den UN

    von Otto Kallscheuer | Religion

    Vom „Geist der Brüderlichkeit“ zur „Pflicht zum Eingreifen“: Was können geistliche Führer den versammelten Vertretern der Staatsmacht sagen?

  • Wissen, was kommt

    Unsere Antwort auf Delphi

    von Tom Schimmeck | Technologie und Forschung

    Einst befragten die Menschen das Orakel. Heute konsultieren sie Trendforscher, Demoskopen – und mitunter sogar die Wissenschaft

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