Ausgabe Juli/August 2008

Die Ohnmacht der Mächtigen Is purchaseable

Titelthema

  • Kein Lotse an Bord

    Wer dominiert die multipolare Welt?

    von Wolfgang Nowak | Internationale Politik/Beziehungen

    Die ohnmächtige Supermacht: Keine der globalen Krisen vermögen die USA noch allein zu schultern. Doch wer tritt an ihre Stelle? Wer sind die Mächte von morgen? Wie sehen ihre Zukunftsentwürfe aus? Eine Konferenzreihe der Alfred Herrhausen Gesellschaft befragt dazu weltweit Denker und Lenker – und hofft auf Antworten, die alle teilen können.

  • Wer die nichtpolare Welt regiert

    Die neue globale Ordnung entwickelt sich zur "variablen Geometrie"

    von Adam Roberts | Internationale Politik/Beziehungen

    Die USA haben die Führungsrolle in der Weltordnung verloren. Wer sind ihre Nachfolger? Die Antwort: Es gibt keine. Konflikte werden künftig von denen gelöst, die gerade am besten dazu geeignet sind. Die Vereinten Nationen sind nur eine Option von vielen. Das kann zum Kampf aller gegen alle führen – oder es entsteht ein stabiles Gleichgewicht.

  • Gullivers Fesseln

    Die Welt als Problemlösungsgemeinschaft

    von Michèle Schmiegelow, Henrik Schmiegelow | Globale Fragen

    Die größten Probleme der Menschheit sind inzwischen global – Klimawandel, Ernährungskrise, Ressourcenknappheit etc. lassen sich nicht mehr mit politischen oder militärischen Mitteln einzelner „Mächte“ lösen, sondern nur noch gemeinsam. Der Zwang zur Zusammenarbeit wird die kommende Weltordnung entscheidend prägen.

  • Interimperiale Beziehungen

    Der "dreibeinige Hocker" globaler Machtverteilung

    von Parag Khanna | Internationale Politik/Beziehungen

    Die heutige globale Machtverteilung ähnelt einem dreibeinigen Hocker: Die USA, die EU und China sind die drei dominierenden „imperialen“ Mächte. Nur wenn alle drei Beine gleich gut stehen, sprich ein ausbalanciertes Gleichgewicht ihrer Macht anstreben, lässt sich auf dem Hocker sitzen – und ein neues globales Ordnungssystem kann entstehen.

  • Geschichte, die nicht enden will

    Wer bestimmt die künftige Weltordnung: die Demokratie oder ihre Feinde?

    von Robert Kagan

    Anders als erwartet brachte das Ende des Kalten Krieges nicht das gelobte demokratische Zeitalter. Autokratische Regime wie Russland, China oder der Iran gewinnen zusehends an Macht. Der Westen muss sich entscheiden: Wollen wir die Welt nach unseren Vorstellungen formen oder uns in einer Weltordnung einrichten, die andere gestaltet haben?

  • Amerikas neue Agenda

    Vom Klimawandel bis zur Rüstungskontrolle: Die Liste ist lang

    von Strobe Talbott | Internationale Politik/Beziehungen

    Nach acht Bush-Jahren sind Ansehen und Macht der USA auf dem Tiefpunkt. Der neue Präsident wird vor einem Gebirge schwierigster Aufgaben stehen. Vor allem auf drei Dinge kommt es dann an: Er muss die Prioritäten erkennen und schnell handeln. Und er braucht engagierte, weitblickende, durchsetzungsfähige Verbündete – sprich ein starkes Europa.

  • Eine Lanze für liberale Interventionen

    Warum wir das Prinzip der humanitären Einmischung nicht ad acta legen sollten

    von Jonathan Powell | Humanitäre Intervention

    Gerade an die Linke richtet dieser Befürworter des Irak-Kriegs sein Plädoyer, sich nicht auf die bequeme, aber veraltete Position der Nichteinmischung zurückzuziehen. Gegen Unrecht global einzuschreiten und wehrlose Menschen vor brutaler Gewalt zu schützen, muss heute das oberste Gebot moralischer Politik sein. Die Frage ist nur: Wie?

  • Die 50-jährige Unbekannte

    Die Europäische Union als kosmopolitisches Narrativ

    von Ulrich Beck | Europäische Union

    Zuweilen gleicht die Europäische Union einer geheimnisvollen älteren Dame ohne Namen und Ziel. Ihr fehlt ein politisches Narrativ – vorläufig gibt es nur ein negatives. Die große Chance der EU heißt „kosmopolitische Realpolitik“: Sie könnte ein Paradigma dafür entwickeln, wie sich globale Gefahren durch zwischenstaatliche Kooperation angehen lassen.

  • Gut gebrüllt, Maus!

    Wie kleine Mächte ihr Gewicht in die Waagschale werfen können

    von Wess Mitchell | Osteuropa

    Es ist nicht leicht, klein zu sein. Schon gar nicht in der Weltpolitik. Wenn es gut läuft, darf man das Tafelsilber auftragen; weit öfter aber steht man selbst auf der Speisekarte. In Mittel- und Osteuropa kennt man diese Situation nur zu gut. Doch heute stehen die geostrategischen Chancen der Region besser denn je.

  • Gut für Europa, gut für die Welt

    Kann Europas wirtschaftlicher Internationalismus im 21. Jahrhundert überleben?

    von Peter Mandelson | Europa, Wirtschaft & Finanzen

    Europäer blicken mit wachsender Angst auf die rasanten Veränderungen der Weltwirtschaft. Macht sie ärmer, was die Chinesen reicher macht? Müssen sie ihre offenen Märkte vor Konkurrenz abschotten, um zu überleben? EU-Handelskommissar Peter Mandelson plädiert energisch gegen einen neuen europäischen Protektionismus.

  • Neustart der Geschichte

    Konkurrenz, Konfrontation, Kooperation? Es ist an der Zeit, darüber zu entscheiden

    von | Internationale Politik/Beziehungen

    Wir befinden uns in einer Periode des Übergangs. Die Demokratien regieren die Welt nicht mehr allein; zu den „Aufsteigern“ unter den großen Mächten gehören auch autoritäre Regime. Welche Form der Global Governance sollten wir anstreben? Das wiedererstarkte Russland will – schon aus Eigeninteresse – international kooperieren. Aber der Westen muss aufhören, Moskau vor den Kopf zu stoßen.

  • Partner – oder Erziehungsberechtigter?

    Ständige Bevormundung durch den Westen hilft China nicht weiter

    von Pang Zhongying | Internationale Politik/Beziehungen

    Entgegen seiner Rhetorik hat sich Peking in letzter Zeit intensiv an Aktionen der internationalen Gemeinschaft beteiligt. Dennoch gilt es als Quelle vieler Weltprobleme. Die Chinesen empfinden das als ungerecht – zumal die Weltordnung noch immer keine universale, sondern eine vom Westen dominierte ist. Reformbedarf besteht auf allen Seiten.

  • Reform oder Bedeutungslosigkeit

    Argumente für eine Reform der Global-Governance-Institutionen

    von Hitoshi Tanaka | Weltweit, Globale Institutionen

    Die Struktur der internationalen Institutionen ist so veraltet, dass sie rapide an Legitimität verlieren und ihre Ordnungsfunktionen nicht mehr wahrnehmen können. Werden sie jetzt nicht umfassend reformiert, sinken auch die Chancen, den überwältigenden Aufstieg der neuen asiatischen Mächte in geordnete, kooperative, friedliche Bahnen zu lenken.

  • Brückenbauer am Ganges

    Indien ist mehr als nur ein Verbündeter der USA im Konkurrenzkampf mit China

    von Brahma Chellaney | Schwellenländer

    Auf dem Weg zu einer multipolaren Weltordnung tun sich Brüche auf: Die ressourcenhungrigen Schwellenländer beuten die wirtschaftlich Abgehängten aus. In Asien verbünden sich demokratische Staaten gegen autokratische Regime. Indien kann dank seiner demokratischen, konsensgeprägten Traditionen helfen, diese Spaltungen zu überwinden.

  • Klimawandel? Kein Thema

    Arabische Vorstellungen über globale Trends und Transformationen

    von Khaled Hroub | Politische Kultur

    Was denkt die arabische Welt über die Zukunft der Weltordnung? Die Lektüre ihrer wichtigsten außenpolitischen Journale zeigt: Arabiens Eliten sind immer noch so sehr mit dem eigenen Bauchnabel beschäftigt, dass ihnen kaum Zeit bleibt für die Betrachtung globaler Probleme. Der Aufstieg neuer Mächte freut sie; aber die Globalisierung macht ihnen Angst.

  • Drei Prinzipen für drei Problemstaaten

    Welche Politik verfolgt der Westen gegenüber Syrien, dem Sudan und dem Iran?

    von Volker Perthes | Konflikte und Strategien

    Will der Westen künftig eine erfolgreichere Politik gegenüber problematischen Staaten betreiben, sollte er sich an drei Prinzipien orientieren: an der Unterscheidung zwischen legitimen und illegitimen Interessen dieser Länder, an der Klarstellung der eigenen Prioritäten sowie an dem Engagement dieser Staaten, um sie zu Verhaltensänderungen zu bewegen.

  • Welthandel zum Mitmachen

    Was gegen die Ängste vor der liberalisierten Wirtschaft zu tun ist

    von Ricardo Lagos, Sebastián Herreros | Wirtschaft & Finanzen

    Subventionen, Zölle, Marktzutritt: Zwischen Industrie- und Entwicklungsländern tobt ein Kampf um den globalen Handel. Um ein faires System zu entwickeln, gilt es, wirklich arme Staaten von Aufsteigern zu unterscheiden und den Süd-Süd-Markt zu fördern. In Lateinamerika ist das wegen ideologischer Grabenkämpfe schwierig.

  • Auf dem Weg zum Weltstaat?

    Am Beginn einer neuen Ära internationaler Kooperation

    von Inge Kaul | Wirtschaft & Finanzen

    Erst Blockierer, jetzt Vermittler: Unter dem Zwang weltweiter Krisen und dem Druck, globale öffentliche Güter wie Frieden, Klima- und Finanzstabilität bereitzustellen, ändert der Nationalstaat seine Rolle. Mehr und mehr verzahnen sich binnenländisches Handeln und internationale Anforderungen – die politische und soziale Globalisierung folgt der ökonomischen.

  • Wuchern der Verknüpfungen

    Die Globalisierung baut auf die Errungenschaften des Nationalstaats

    von Saskia Sassen | Globalisierung

    Privat verabredete Rahmenbedingungen für weltweit agierende Unternehmen, ein Internationaler Strafgerichtshof, Menschen mit verschiedenen Staatsbürgerschaften: Das Territorium, die Autorität und die Rechte zerfallen und neue Verknüpfungen entstehen, die mit der herkömmlichen Formel „national unterliegt global“ nicht zu erklären sind.

  • Neue Gefahren, alte Gesetze?

    Buchkritik

    von Claus Kreß | Neue Risiken

    Neuartige Phänomene wie Computerangriffe und nichtstaatliche Gewalt bedrohen die internationale Sicherheit. Welche Lehren zieht das internationale Völkerrecht aus dieser Entwicklung? Vier Neuerscheinungen dokumentieren das gestiegene Interesse auch deutscher Völkerrechtler am Thema Friedenssicherungsrecht.

  • Die Lesbarkeit des globalen Zeitalters

    Buchkritik

    von Kornelia Konczal | Globalisierung

    Warum die Globalisierung nicht das Ende des Nationalstaats bedeutet

  • Globale Wirtschaftsanarchie

    Buchkritik

    von Thomas Speckmann | Organisierte Kriminalität

    Prostitution, organisiertes Verbrechen, Menschenhandel: Die Liste der Schattenwelten der Globalisierung ist lang. Doch gab es all das mutatis mutandis schon zu Zeiten der industriellen Revolution. Und wie damals könnte sich auch heute erweisen, dass dort, wo Gefahr ist, auch das Rettende wächst.

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