Ausgabe Januar 2008

Inferno Irak Is purchaseable

Titelthema

  • Amerikas Entzauberung

    Auch Berlin muss mithelfen, die drohende Krise am Golf einzudämmen

    von Christoph Bertram | Irak, Konflikte und Strategien

    Ohnmacht einer Weltmacht: Amerikas Debakel im Irak beschleunigt den Verlust seiner globalen Machtposition, im neuen, noch unfertigen internationalen System hat es seine Ankerrolle verloren. Doch von den Auswirkungen der Invasion wird auch Deutschland in Mitleidenschaft gezogen werden – Berlin muss helfen, die drohende Krise am Golf einzudämmen.

  • Im ersten, zweiten, dritten Kreis der Hölle

    Zwischen Gewalt und Gesetzlosigkeit: Eine virtuelle Reise durch den Irak

    von Christoph Reuter | Irak, Konflikte und Strategien

    Oberflächlich betrachtet scheint die amerikanische Truppenverstärkung zu wirken: Das Morden nimmt ab, Bagdad wird ruhiger. Aber hinter dieser Fassade bereiten sich zahllose Milizen – zum Teil von den Amerikanern bewaffnet – auf den Kampf nach dem Abzug der US-Armee vor. Im Irak wächst ein weiteres zerfallenes Staatsgebilde heran.

  • Joker im Machtpoker

    Der Iran hilft den irakischen Schiiten, fürchtet aber den Zerfall des Nachbarn

    von Johannes Reissner, Guido Steinberg | Staatsaufbau

    Der Iran hat enge Beziehungen zu schiitischen Organisationen im Irak und unterstützt schiitische Milizen im Kampf gegen die US-Truppen. Aber Teheran will andererseits auch vermeiden, dass das Land zerfällt und zu einer Bedrohung wird. Irans Interesse an stabilen Verhältnissen im Irak sollten die USA zur Kooperation nutzen.

  • Kampf dem Chaos

    Warum man im Irak mit der klassischen Counter-insurgency nicht weit kommt

    von Lindsay P. Cohn | Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Wenn es um Aufstandsbekämpfung im Irak geht, ist auch hierzulande oft die Rede von „Counter-insurgency“. Eine exakte deutsche Entsprechung fehlt, und wer den Begriff kennt, assoziiert ihn mit dem Vietnam-Krieg. Beides trägt eher zur Verwirrung über die amerikanische Strategie im Nahen und Mittleren Osten bei. Ein Klärungsversuch.

  • Déjà vu im Zweistromland

    Das britische Mandat als "Blaupause" des neuen Irak?

    von Henner Fürtig | Politische Kultur

    Lassen sich aus der Geschichte Schlüsse für die Zukunft des Irak ziehen? Ja, sofern man den richtigen Bezugspunkt wählt. Der ist nicht Vietnam, sondern der Irak selbst, etwa die britische Mandatszeit in den zwanziger Jahren. Ein seriöser Wiederaufbauplan hätte zudem die Resultate aus 80 Jahren irakischer Entwicklung berücksichtigen müssen.

  • Die irakische Flüchtlingskrise

    ... überfordert die Nachbarländer und baut neue Spannungen in der Region auf

    von Steffen Angenendt, Muriel Asseburg | Migration

    Die Flüchtlingszahlen aus dem Irak steigen immer weiter, die Nachbarländer, allen voran Syrien und Jordanien, sind mittlerweile völlig überlastet. Es ist höchste Zeit, dass sich Deutschland stärker engagiert, um dieser humanitären Katastrophe zu begegnen und weitere Destabilisierung in der Region zu verhindern.

  • Hoffen auf Hillary

    Einfach würde der transatlantische Dialog auch unter einer Präsidentin Clinton nicht

    von John C. Hulsman | Transatlantische Beziehungen

    Wird ein von weiblicher Hand geführtes Amerika seine „sanfte Macht“ wiederentdecken? Wer den Wahlkampfreden der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidatin lauscht, muss das bezweifeln: Senatorin Clinton ist zwar eine überzeugte Multilateralistin. Aber in der Frage militärischer Gewaltanwendung unterscheidet sie wenig von George W. Bush.

Internationale Politik

  • Die Ära Guantánamo

    Wie die US-Regierung Freiheitsrechte auf dem Altar der Sicherheit opfert

    von Belinda Cooper | Menschenrechte

    Seit die USA ihren Krieg gegen den Terror führen, haben Inhaftierte viele eigentlich selbstverständliche Rechte verloren. Die Bush-Regierung schuf neue Gesetze, um Folter und unbegrenzte Haft ohne Prozess zu legitimieren. Doch inzwischen setzen sich nicht mehr nur Menschenrechtler, sondern sogar Militäranwälte für die Gefangenen ein.

  • Partner oder Kontrahenten?

    EU und USA werden auch künftig eher für sich selbst als miteinander arbeiten

    von Helga Haftendorn | Transatlantische Beziehungen

    Der Irak-Krieg hat den Dissens über die Behandlung außereuropäischer Konflikte verschärft. Mit Blick auf die Zukunft der transatlantischen Beziehungen stellt sich daher die Frage, welche Ursachen diesen Differenzen zugrunde liegen und ob der Westen in Zukunft wieder in der Lage sein wird, globale Probleme gemeinsam zu lösen. Eine Analyse.

  • Europas Job im Nahen Osten

    ... könnte es sein, mit seiner Erfahrung zur Friedenssicherung beizutragen

    von Shlomo Shpiro | Konflikte und Strategien

    Shimon Peres brachte es auf den Punkt: Wie kann Frieden gesichert werden, wenn es überhaupt keinen Frieden gibt? Sollten sich nun Israelis und Palästinenser doch endlich auf eine Konfliktlösung verständigen, könnten die Europäer eine wichtige Rolle bei der Friedenssicherung spielen und ihre Erfahrungen aus mehr als drei Jahrzehnten einbringen.

  • Gordischer Knoten Kosovo

    Nach dem Scheitern der Troika bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera

    von Bruno Schoch, Matthias Dembinski | Balkan, Konflikte und Strategien

    Kosovo bleibt die schwärende Wunde auf dem Balkan: Da Serben und Kosovo-Albaner weiterhin auf ihren Maximalpositionen verharren, hat sich in der EU die Auffassung durchgesetzt, eine EU-überwachte Unabhängigkeit des Amselfelds sei noch die beste aller schlechten Entscheidungen. Das könnte sich als Irrtum erweisen.

  • Ende einer Illusion

    Die Debatte in Deutschland macht einen großen Bogen um die Wirklichkeit

    von Timo Noetzel, Benjamin Schreer | Deutschland, Auslandseinsätze

    Nach dem Ende des Kalten Krieges, so hofften damals viele, würden Streitkräfte kaum noch gebraucht werden. Das Gegenteil ist der Fall: Die Bundeswehr ist zu einer Armee im inter-nationalen Dauereinsatz geworden. Diese Realität wird aber hierzulande beharrlich verdrängt – mit fatalen Folgen für die Auslandseinsätze selbst.

  • Raus aus dem Ortsverein!

    Wer regieren will, muss führen: Die SPD und die Außenpolitik

    von Jochen Thies | Deutsche Außenpolitik

    Global? Egal. Provinziell und selbstgenügsam gibt sich die SPD ausgerechnet in einer Zeit, da die internationalen Anforderungen an Deutschland steigen. Keine dankbare Aufgabe für den Außenminister, der als einer der letzten Sicherheitspolitiker von Rang seine Partei mit der Realität konfrontiert – und die Genossen mühsam an die notwendigen Einsichten heranführt.

  • Die Blüte des Stacheldrahts

    Amerika, Europa, Nahost: die Zukunft der Zäune hat erst begonnen

    von Carlos Widmann | Sicherheitspolitik

    Amerika, Nordafrika, Nahost: In aller Welt gehen Mauern hoch, errichten Staaten Sperren, die Millionen Menschen an der Migration hindern, vor Terroristen schützen oder vom Krieg mit Nachbarn abhalten sollen. Täglich sterben ungezählte Flüchtlinge an monströsen Barrieren, die das Zeitalter der Globalisierung zu verhöhnen scheinen. Doch die Zukunft der Zäune hat erst begonnen.

  • »Prüfung für Araber und Muslime«

    Bei den Nachbarn des Irak wächst ein gemeinsames Verantwortungsgefühl

    von Götz Nordbruch | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Staat und Gesellschaft

    Die Irak-Krise im Spiegel der arabischen Medien

  • Rein ins Verderben

    Buchkritik

    von Stephan Bierling | Krieg/Kriegführung

    Fast fünf Jahre stehen amerikanische Soldaten nun im Irak. Auch wenn sich die Sicherheitslage verbessert hat, wird das Demokratisierungsprojekt von Präsident Bush kein wirklich gutes Ende mehr nehmen. Umso erklärungsbedürftiger erscheint deshalb die Frage, wie die Bush--Regierung ein so waghalsiges Unterfangen eingehen konnte.

  • Krieg gewonnen, Frieden verloren

    Buchkritik

    von Joseph Croitoru | Krieg/Kriegführung

    Dafür, dass sich die amerikanische Diskussion über den Irak-Konflikt für den Leser hierzulande vergleichsweise detailliert nachverfolgen lässt, sorgt eine Fülle von Übersetzungen – etwa die von Bob Woodwards neuestem Buch. Schwieriger ist es mit der Diskussion in der arabischen Welt. Drei Titel gewähren einen vertieften Einblick in die Debatte.

Kolumnen

  • Das Verschwinden der Landespolitik

    Welche Rolle spielen eigentlich noch die Bundesländer?

    von Paul Nolte | Deutschland, Politisches System

    Die Bedeutung der Bundesländer scheint rapide abzunehmen – ein Prozess, den es zu beobachten gilt.

  • Ja, mach nur einen G-8-Plan …

    Die Initiative "Good Financial Governance in Africa" klemmt jetzt schon

    von Helmut Reisen | Entwicklungspolitik

    Doch mehr noch als die Tragfähigkeit der afrikanischen Schulden sollten die untauglichen Instrumente dieses Planes überdacht werden

  • Geologie des Säkularen

    Warum der Glaube im Westen nur noch eine Option unter vielen ist

    von Alexandra Kemmerer | Religion

    In westlichen Gesellschaften ist Glaube nur noch eine unter vielen Optionen. Wie kam es dazu? Charles Taylors opulente Studie gibt darüber Auskunft

  • Die WG der Welterklärer

    Eine Art Carrera-Bahn für Atome: der "Large Hadron Collider"

    von Tom Schimmeck | Raumfahrttechnologie

    2008 soll der Large Hadron Collider an den Start gehen. Bringt er uns neues Wissen über uns und unser All?

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