Ausgabe November 2008

Krieg um Nahrung? Is purchaseable

Titelthema

  • Jüngstes Gericht

    Warum die Nahrungskrise den Niedergang unserer Kultur einläuten könnte

    von Lester R. Brown | Nahrung

    Schon viele Kulturen sind daran gescheitert, die Zeichen richtig zu deuten, die ihren eigenen Untergang ankündigten. Egal, ob auf persönlicher oder weltwirtschaftlicher Ebene: In der Regel planen wir die Zukunft, indem wir die Vergangenheit extrapolieren.

  • Deines Nächsten Acker

    Ein neuer Kolonialismus: Ressourcen-arme Staaten kaufen weltweit Land auf

    von Javier Blas | Rohstoffe & Energie

    Insbesondere Unternehmen und Regierungen in Staaten, die den Hauptteil ihrer Lebensmittel importieren, wollen immer öfter Ackerboden außerhalb der eigenen Grenzen pachten oder kaufen. Saudi-Arabien durchkämmt die gesamte Erdoberfläche nach fruchtbarem Land: Sudan, Ukraine, Pakistan, Thailand. Die Vereinigten Arabischen Emirate suchen in Kasachstan und im Sudan; Südkorea hat angeblich Pläne in der Mongolei. Sogar China erwägt Investitionen in Südostasien.

  • Hungern in der Kornkammer

    Der fruchtbare Kongo könnte ein Vorbild für Afrika sein – wenn Frieden herrschte

    von Dominic Johnson | Nahrung

    Jean Musakara erinnert sich noch, wie es war, bevor die Killer kamen. „Es ging uns gut in unseren Dörfern“, berichtet der kongolesische Bauer. „Wir hatten drei Mahlzeiten am Tag. Wir konnten es uns leisten, feste Häuser zu bauen und unsere Kinder auf die Oberschule zu schicken.“ Die Märkte waren voll, es gab lebhaften Handel mit der Provinzhauptstadt Goma und den Nachbarländern Uganda und Ruanda. Damals, das war Anfang der neunziger Jahre.

  • Teure Tortillas

    Arme Bauern, hohe Importpreise – Mexico steckt in der Maiskrise

    von Juliane Schumacher | Wirtschaft & Finanzen

    Um fast 50 Prozent sind die Preise für die wichtigsten Produkte des täglichen Lebens in Mexiko seit Ende 2006 gestiegen, so eine Studie der Bankengruppe Banamex vom Juli 2008. Besonders dramatisch ist der Anstieg beim Mais, Basis der Ernährung für rund 60 Prozent der Mexikaner. Als Ende 2006 das Kilo Tortilla auf einmal doppelt so viel kostete wie zwei Monate zuvor, versammelten sich in Mexiko-Stadt Zehntausende zu Protesten. Die Bilder der „Tortilla-Krise“ gingen um die Welt.

  • Die grenzenlose Sojadiktatur

    Wie der US-Konzern Monsanto die Nahrungsmittelproduktion kontrolliert

    von Marie-Monique Robin | Nahrung

    Wer die Saat und Ernte bestimmt, kontrolliert das Nahrungsangebot und schließlich den Menschen. Längst entscheiden nicht mehr die einheimischen Bauern selbst, was gepflanzt wird, sondern multinationale Agrarunternehmen, die ganz Südamerika mit genpatentierten Monokulturen überschwemmen. Mit fatalen Folgen für die lokale Ernährungssicherheit.

  • Hüterin des Saatguts

    Vandana Shivas friedlicher Feldzug für eine ökologische Landwirtschaft

    von Britta Petersen | Nahrung

    In Indien wird sie verehrt wie ein Bollywoodstar: Vandana Shiva kämpft gegen Konzerne wie Monsanto, die mit ihrem Monopol die Äcker der Bauern kontrollieren und ihnen gentechnisch verändertes Saatgut aufzwingen wollen. Mit ihrer Umweltorganisation Navdanya hat sie in Indien Saatenbanken aufgebaut, über 1000 Reissorten und etliche Existenzen gerettet.

  • Turbosaat oder Biodinkel?

    Wie ernähren wir die Welt? Zwei Lager streiten über Wege aus der Hungerkrise

    von Nina Fedoroff, Hans Herren | Nahrung

    Die Losung ist ausgerufen, über ihren Inhalt tobt ein erbitterter Streit: Ohne eine zweite Agrarrevolution wird die wachsende Weltbevölkerung nicht satt. Doch wie soll sie aussehen und wer soll sie steuern? Während die Verfechter der Gentechnologie auf Hochleistungspflanzen setzen, fordert der Weltagrarrat die Rückkehr zum naturnahen Anbau. Eine Debatte

  • „Die Dramatik wird noch nicht erkannt“

    Im Kampf gegen den Hunger hilft nur die massive Förderung der Landwirtschaft

    von Alexander Müller | Nahrung

  • Dumpingsünder

    von Benny Härlin | Nahrung

    Hühnerzüchter in Ghana gehen pleite, weil sie mit tiefgefrorenen Hähnchenteilen minderer Qualität aus Deutschland nicht konkurrieren können. Diese werden hochsubventioniert nach Ghana exportiert; auf dem deutschen Markt sind sie nur schwer absetzbar. Im Norden Ghanas stehen Kleinbauern vor dem Ruin, weil sie ihre Tomaten nicht an die lokale Tomatenmarkfabrik liefern können. Gebaut wurde die Fabrik einst mit Entwicklungsmitteln der GTZ und Investitionen von Unilever.

  • Die Preise, die ich rief

    von Tobias Reichert | Wirtschaft & Finanzen

    Die Zahl der Hungernden steigt weltweit. So hungern nach jüngsten Schätzungen der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) heute etwa 937 Millionen Menschen. Verantwortlich für diesen Anstieg sind in erster Linie die höheren Lebensmittelpreise. Zeit für globalisierungskritische und entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, ihre Forderungen nach höheren Weltmarktpreisen für Agrarprodukte zu überdenken.

  • Keine Rettung aus der Retorte

    Auch Biotreibstoffe der 2. Generation lösen nicht unser Klimaproblem

    von Ernst Ulrich von Weizsäcker | Biotechnologie

Internationale Politik

  • Das Ende der Wall Street

    Die Finanzkrise und ihre Folgen werden Washingtons Politik auf Jahre prägen

    von Nikolaus Piper | Finanzkrise

    Banken stürzen, die Börse fällt, der Staat wird zum Verstaatlicher: Die Zeit des ungebremsten Kapitalismus in den USA ist vorbei. Ihr neuer Präsident muss die Wirtschaft regulieren und eine Depression verhindern. Und den wohl wichtigsten Posten in seinem Kabinett besetzen: Denn über das Schicksal der Weltwirtschaft wird im amerikanischen Finanzministerium entschieden.

  • Abschied von Amerika? Is purchaseable

    Warum die USA Führungsmacht bleiben: Ein transatlantischer Austausch zur Wahl

    von Jan Techau, Karl Kaiser | Transatlantische Beziehungen

  • Der Klügere rüstet nach

    Warum atomare Abschreckung angesichts neuer Gefahren unverzichtbar ist

    von Michael Rühle | Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Taten statt Warten, forderte Oliver Thränert in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift – und skizzierte die Vision einer atomwaffenfreien Welt. Lieber Realist als Utopist, antwortet an dieser Stelle Michael Rühle: Vor einem militärischen Wandel muss der politische Wandel stehen. Bis dahin bleibt der atomare Schutzschild der USA zwingend – auch für Europa.

  • Öl-Scheich wird Öko-Scheich

    Die Golf-Staaten investieren in Umweltschutz – und sei es nur zum Machterhalt

    von Kristina Bergmann | Rohstoffe & Energie

    Wird der Klimasünder sauber? Die Vereinigten Arabischen Emirate verbrauchen mehr Energieressourcen als jeder andere Staat der Welt: Geländewagen sind ein Muss, Klimaanlagen kühlen sogar Bushaltestellen, das Vertrauen ins Öl ist bei der Bevölkerung ungebrochen. Doch die Herrschenden denken um – und bauen auf spektakuläre Öko-Projekte.

  • Sieger und Sünder

    Amerikanischer Wahlkampf im Namen Gottes

    von Otto Kallscheuer | Politisches System

  • Senkrechtstarter und Schmuddelkinder

    Buchkritik

    von Dirk Nabers | Schwellenländer

    Wohin steuern Peking und Neu-Delhi? Die Urteile über die zwei bevölkerungsreichsten Staaten der Welt rangieren auf einer Skala zwischen kommende Weltmächte und der Verdammung als Autokratie (China), defizitäre Demokratie (Indien), als Sicherheitsrisiko und Umweltsünder. Vier Neuerscheinungen führen die Diskussion weiter.

  • Im Bann des Mahdi

    Buchkritik

    von Joseph Croitoru | Terrorismus

    Woher kommt der militante Islamismus – geografisch, historisch? Wie sieht der richtige Umgang mit den Fundamentalisten im Iran aus, wie der mit den Pragmatikern in der Türkei? Und wie lassen sich Europas Muslime besser integrieren? Neue Beiträge zu einer brisanten Debatte.

Journal

  • Die erschütterte Festung

    Brief aus... Zürich

    von Fred David | Wirtschaft & Finanzen

    Nur widerwillig nimmt die Schweiz Abschied von der Illusion, dass ihr die Finanzkrise nichts anhaben kann. Doch die Geldkammer der Welt braucht mehr Kontrolle

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