Ausgabe Februar 2008

Machtwechsel in Russland Is purchaseable

Titelthema

  • Der Schein trügt

    Das Nach-Putin-Russland ist unsicherer und instabiler als je zuvor

    von Lilia Schewzowa | Russia, Political System

    Wladimir Putins Präsidentschaft geht zu Ende, und die herrschende Klasse sucht verzweifelt nach Wegen, ihre Macht abzusichern. Der Kampf um die Futtertröge wird im Kreml hinter verschlossenen Türen geführt. Die Außenwelt sieht eine – wirtschaftlich prosperierende – „Als-ob-Demokratie“. Aber im Nach-Putin-Russland ist wenig so, wie es scheint.

  • Putin und Medwedew: Wer regiert?

    Ob und wie lange das Tandem funktionieren wird, ist völlig offen

    von Alexander Rahr | Russia, Political System

    Die unter Putin gewaltig aufgeblähten Geheimdienste haben beim Diadochengerangel vorerst den Kürzeren gezogen: Nicht ihren Kandidaten, sondern den als „liberal“ geltenden jungen Juristen Dmitrij Medwedew hat Putin auf den Schild des Nachfolgers im Präsidentenamt gehoben. Wird der geplante Pas de deux Präsident/Premier Putins Macht erhalten?

  • Ehrliches Provinztheater

    Jenseits der großen Bühne des Kremls ist selbst das "Einige Russland" uneinig

    von Stefan Scholl | Russia, Political Culture

    Junge Oppositionelle wollen die Demokratie abschaffen, obwohl die Wahlen beinahe fair verlaufen. Die Älteren stimmen für jeden, der an der Macht ist, solange kein Krieg ausbricht. Und der Bürgermeister gewinnt mit 70 Prozent, muss aber vielleicht wegen Korruption hinter Gitter. Eine politische Beschreibung der russischen Gebietshauptstadt Twer.

  • Hooligans mit Teddybären

    Russlands neuer Autoritarismus gewährt Wahlfreiheit nur noch in der Warenwelt

    von Wladimir Esipov | Russia, Media/Information

    Regime im Rückwärtsgang: In beängstigendem Tempo fällt Russland unter Putin in sowjetische Verhaltensmuster zurück. Die neuen Zeiten sind die alten: Kritik am „Führer“ wird nicht geduldet, Andersdenkende werden drangsaliert, Gegner beseitigt – und das Volk in Shoppingzentren ruhiggestellt. Konsumieren ist angenehmer als demonstrieren.

  • Wie ich Putin fürchten lernte

    Weicher Händedruck, harte Hand: Zu Empfang bei Russlands Präsidenten

    von Sachar Prilepin | Russia, Political Participation

    Unser Treffen galt nicht der Politik, und doch wurde es eine politische Lehrstunde. Zusammen mit anderen Künstlern wurde ich vom Führer unseres Landes eingeladen, als Schriftsteller, nicht Oppositioneller. Wladimir Putin stellte Fragen, ich gab Antworten – die falschen. Seitdem werde ich verfolgt, verhört, verhaftet. Noch bin ich auf freiem Fuß. Wie lange noch?

  • Die Neokons von Moskau

    Die Spin-Doktoren des Kremls und ihr Traum von einer "imperialen Präsidentschaft"

    von Heinrich Vogel | Russia, Political System

    Russland ist zurückgekehrt auf die Weltbühne, und seine Führung genießt in vollen Zügen den neuen Status einer Energiegroßmacht, an der niemand mehr vorbeikommt. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte – neben Putins Popularität und der unübersehbaren Erholung der Wirtschaft – die gezielte Propaganda der Spin-Doktoren des Kremls.

  • Putins Paukenschläge

    Wie Russland sich vom "strategischen Partner" zum Risikofaktor wandelt

    von Hannes Adomeit | Russia, Security

    Warum hat Präsident Putin in der Außen- und Sicherheitspolitik eine so harte Linie eingeschlagen? Verschiedene Theorien sind im Umlauf, die sich bemühen, diese Entwicklung zu erklären. Am plausibelsten ist die Interpretation, dass die für die russische Innenpolitik geltenden Ordnungsvorstellungen auf die russische Außen- und Sicherheitspolitik übertragen werden – wenn auch mit zweifelhaften Erfolgsaussichten.

  • Wer hat Angst vorm Großen Bären?

    ... China! Zumindest ist die Entwicklung des Nachbarn Peking nicht ganz geheuer

    von Shi Ming

    Wenn es um Russland geht, sind die Gefühle der chinesischen Elite in jeder Hinsicht komplex, ihr außenpolitischer Blick ambivalent: Einerseits freut sich Peking über die Konfrontationsstrategie des Kremls gegen den Westen. Andererseits fürchten Chinas Strategen Russland zunehmend als geopolitischen Rivalen – vor allem in Zentralasien.

  • Gesucht: Ein neuer Realismus

    Wie lassen sich die Beziehungen zwischen EU und Russland wiederbeleben?

    von Hans-Georg Wieck | Neighbourhood Policy

    Vieles wurde in Angriff genommen, wenig hatte Erfolg: Von der „strategischen Partnerschaft“ bis zur Energiepolitik liegen zahlreiche Kooperationsprojekte der EU mit Russland auf Eis. Das heißt jedoch nicht, dass die Bemühungen um Partnerschaft mit der Russischen Föderation aufgegeben werden sollten. Nötig ist ein kreativer Neubeginn.

  • Ansichten eines „Russland-Verstehers“

    Versuch einer Widerlegung der gängigsten Klischees

    von Uwe Franke | Russia, Economy and Finance

    Russlands Ankunft im 21. Jahrhundert überfordert unsere Denkschablonen von gestern. Wer für mehr Realismus im Umgang mit Russland wirbt, wird schnell als unkritischer „Russland-Versteher“ abgetan. Gerade die Energiebeziehungen zu Russland werden durch die Vergangenheitsbrille betrachtet, sind von Vorurteilen und Klischees geprägt, die einer partnerschaftlichen Kooperation im Wege stehen.

  • Von Moskau nach Russland

    Wunder statt Wegweiser: Eine Reise in die russische Provinz

    von Sonja Margolina | Russia, Government and Society

    Die russische Straße ist holprig und unwegsam. Immerhin, im Süden des Landes ist sie geradezu ein Sonderweg zum Reichtum – der Korruption sei Dank. Und auch die orthodoxe Kirche feiert abseits der Metropolen eine machtvolle Renaissance. Eine Fahrt entlang der „Todesstraße“ von Moskau nach Rostow.

Internationale Politik

  • Gut, dass wir darüber gestritten haben

    Menschenrechtspolitik muss eingebettet sein in eine interessengeleitete Strategie

    von Eric Gujer | Human Rights

    Wie müsste die vielbeschworene „werteorientierte“ Außenpolitik aussehen, um Erfolge zu zeitigen? Demonstrative Gesten ohne Folgen nützen wenig. Nachhaltige Menschenrechtspolitik muss eingebettet sein in eine außenpolitische Strategie, die an den eigenen Interessen orientierte und operativ auch umsetzbare Ziele verfolgt.

  • Was uns wirklich droht

    Unnötig und gefährlich: Die Diskussion über einen US-Abwehrschirm für Europa

    von Peter Bender | Armament

  • Von Neinsagern und Zweiflern

    Deutschland sollte an den Bemühungen um einen ständigen UN-Sitz festhalten

    von Karl Kaiser | United Nations

    In die internationale Debatte über die Reform des UN-Sicherheitsrats ist Bewegung gekommen. Eine Konstellation wird sichtbar, die dem deutschen Bemühen um einen ständigen Sitz in diesem Gremium neue Ansatzpunkte zum Handeln bietet. Die neue Lage erfordert jedoch taktische Anpassungen der bisherigen deutschen Politik.

  • Lizenz zum Töten

    Eine seriöse Gefahrenanalyse des islamistischen Nuklearterrorismus tut not

    von Hans Rühle, Michael Rühle | Terrorism

    1400 Jahre lang wurde bei Konflikten die -traditionelle islamische Ethik der Gewalt als Grundlage des Handelns -akzeptiert. Doch diese Ethik zerfällt seit 25 Jahren. Wie rechtfertigen die islamistischen Fundamentalisten die Entgrenzung der Gewalt? Welche Massenvernichtungswaffen werden sie demnächst einsetzen?

  • Bhutto ist tot – es lebe die Demokratie!

    Der Westen muss die pakistanische Mittelschicht unterstützen

    von Imaduddin Ahmed | Pakistan, Political System

  • Konsumgier frisst Freiheit

    Wenn wir nur noch über Marken nachdenken, verkümmert das Gemeinwohl

    von Benjamin R. Barber | Government and Society

    Der Kapitalismus ist auch nicht mehr das, was er mal war: Regulierte früher das protestantische Ethos die Gier der Bürger, sind diese heute beschränkt auf einen kindlichen Reflex: Haben wollen! Trotz hoher Moralvorstellung handeln die modernen Konsumenten vor allem nach ihren privaten Verbraucherwünschen. Analyse einer Schizophrenie.

  • Kabinett aller Talentlosen

    Selbst ausgewiesene Brown-Freunde schauen derzeit beklommen in die Zukunft

    von Wolfgang Koydl | United Kingdom, Political Culture

    Warum selbst ausgewiesene publizistische Freunde von Gordon Brown derzeit beklommen in die Zukunft schauen

  • Defekte Demokratie

    Buchkritik

    von Jörg Baberowski | Russia, Political System

    Tschetschenien-Krieg, Verfolgung Oppositioneller, ungeklärte Morde und ein allgegenwärtiger Geheimdienst: Mit demokratischen und rechtsstaatlichen Formeln lässt sich Wladimir Putins Politik nur bedingt beschreiben. Wohin steuert Russland, wie kann der Westen reagieren? Fünf Neuerscheinungen suchen nach Antworten.

  • Rot-grüner Albtraum Is purchaseable

    Buchkritik

    Kosovo, War/Warfare

    Für Geschichtswissenschaftler ist es noch zu früh, den -Kosovo-Krieg zu historisieren. Doch Memoiren wie die des finnischen -Chefunterhändlers Ahtisaari oder der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright werfen zumindest ein erstes historisches Licht auf die Ereignisse. So auch die zwei jüngst erschienenen Autobiographien.

  • Weltläufig werden

    Buchkritik

    von Simon Renaud | Germany, Globalization

    Globalisierung hin, Globalisierung her: Wer sich politisch oder wirtschaftlich international engagiert, ist gut beraten, die Strukturen und Gepflogenheiten einzelner Länder und Regionen zu kennen. Ein Postulat, das insbesondere von der Wirtschaft bislang nur allzu selten erfüllt wird, so die Autoren eines neu erschienenen Bandes.

Kolumnen

  • Hybris der Machbarkeit

    von Franz Walter | Germany, Political Culture

    Die Reform der Reform gebärt – neue Reformen: Vom Verschwinden der Opposition im Strudel der Gesellschaftsoptimierung

  • Rezessionsangst und Dollarschwäche

    von Henrik Enderlein | United States of America, Economy and Finance

    Die Amerikaner haben 20 Jahre über ihre Verhältnisse gelebt. Für den Weg aus der Schuldenfalle heißt die Parole jetzt: sparen, sparen, sparen!

  • Boshafte Sieger

    von Jens Jessen | Germany, Demography

    Aufmüpfige Jugend? Der Generationenkonflikt wurde längst von den Alten entschieden. Doch eine Gesellschaft, die ihre Kinder verstößt, hat keine Zukunft

  • Big Brothers kleine Brüder

    von Tom Schimmeck | Information Technology

    Wir mögen einsam sein, aber allein niemals mehr: Moderne Technologie folgt uns auf Schritt und Tritt, drahtlos und diskret

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