Ausgabe Mai 2009

Europa hat die Wahl Is purchaseable

Titelthema

  • Der Garten des Candide

    Europa 2030: Der erfolgreichste Staatenbund der Geschichte zieht sich zurück

    von Wolfram Eilenberger | Europa, Europäische Union

    Das Zeitalter der Globalisierung ist zu Ende. Die Verknappung zentraler Ressourcen wird eine Abkehr vom Welthandel und die Entstehung kontinentaler Autarkiezonen zur Folge haben. Doch Europa ist für diese Herausforderungen gerüstet. Es hat die beste sozio-politische Ordnung der Weltgeschichte hervorgebracht und wird diese – hinter Mauern – aufrechterhalten.

  • Vorwärts ins neue Mittelalter

    Europa 2030: Die EU als Vorreiter eines postnationalen Regionalismus

    von Parag Khanna | Europa, Europäische Union

    Die Globalisierung wird fortschreiten – und ein weiteres Aufweichen nationaler Ordnungsstrukturen bewirken. Der langwierige Transitionsprozess hin zu einem globalen Regierungssystem wird, ähnlich dem Mittelalter, von Unsicherheit geprägt sein. Doch Europa hat ein regionales Governance-System entwickelt, das den Weg durch diese Epoche weisen kann.

  • „Brüssel ist nicht Bionade“

    Warum Europa zwar erfolgreich ist, bei seinen Bürgern aber kaum ankommt

    von Lutz Meyer | Europa, Europäische Union

    Europa hat die Wahl, doch keiner geht hin: Wenige Wochen vor dem Urnengang zum EU-Parlament zieht es gerade einmal ein Viertel der Stimmberechtigten in die Wahlkabine. Ein Gespräch mit Lutz Meyer, Geschäftsführer Agenda der Werbeagentur Scholz & Friends, über Europas müde Bürger, die EU als Marke und das Gefühl fehlender politischer Relevanz.

  • Wer hat Angst vor Manuel Barroso?

    "Beteiligung statt belehren": die Formel gegen Politikunlust und EU-Verdruss

    von Dominik Hierlemann | Europa, Europäische Union

    Pünktlich zu den Wahlen zum Europäischen Parlament machen Europas Gegner von Attac bis CSU wieder mobil. Ihr Spektrum ist ebenso breit wie ihre Kommunikationsmethoden modern sind. Die EU ist gefordert, dagegen zu halten. Vor allem mit neuen Formen der Bürgerbeteiligung, seien sie nun national oder europaweit, persönlich oder via Internet.

  • Untergehen, um zu überleben

    Warum der Weg vom Nationalstaat zum europäischen Unionsstaat führen muss

    von Cornelius Adebahr | Europa, Europäische Union

    Der Fortgang der europäischen Integration ist seit langem nicht mehr frei gewählt, sondern aufgrund globaler Herausforderungen notwendig. Anhand der beiden Beispiele Weltwirtschaftskrise und Klimawandel erklärt der Autor, warum die Schaffung eines europäischen Unionsstaats so wichtig ist: ohne ihn gingen die Nationalstaaten unter.

Magazin

  • „Partner der USA, aber selbstbewusst“

    Henry Kissinger über die Nachkriegszeit und die neue Rolle Deutschlands

    von Henry Kissinger | Deutschland, Geschichte

  • „Wer die Amerikaner waren, wusste ich nicht“

    Hans-Ulrich Klose über seine ganz persönliche Westintegration

    von Hans-Ulrich Klose | Deutschland, Geschichte

    Den Westen fest im Blick entschied sich Bundeskanzler Konrad Adenauer für die Integration der Bundesrepublik in das transatlantische Bündnis auf Kosten einer Wiedervereinigung. Während die Bundesbürger die ersten Früchte des Wirtschaftswunders genießen, fällt mitten in Europa der Eiserne Vorhang. Jetzt ist auch die junge Bundesrepublik als Bündnispartner gefordert: Gegen heftige Widerstände setzt die CDURegierung die Gründung der Bundeswehr und die Wiederbewaffnung durch.

  • „Wir waren immer eine kleine Minderheit“

    Hildegard Hamm-Brücher über die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit

    von Hildegard Hamm-Brücher | Deutschland, Geschichte

    Hildegard Hamm-Brücher, Grande Dame der deutschen Nachkriegspolitik, erzählt von ihrem politischen Werdegang in der Bundesrepublik der 1960er Jahre, vom Kampf gegen „alte Nazikräfte" und der schwierigen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, von der deutsch-israelischen Annäherung und dem allmählichen Heranreifen von Zivilgesellschaft und Demokratie.

  • „Ich hätte mitheulen können vor Rührung“

    Wolfgang Thierse über Willy Brandt und die „Politik der kleinen Schritte“

    von Wolfgang Thierse | Deutschland, Geschichte

    Der Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Mahnmal für die beim Ghetto-Aufstand ermordeten Juden in Warschau wird zum Symbolbild. Für seine Ostpolitik erhält Brandt 1971 den Friedensnobelpreis. Im Inneren aber wird die Republik erst vom Anschlag auf israelische Sportler während der Olympischen Spiele in München 1972, fünf Jahre später vom Terror der RAF erschüttert. Die Ölkrise zeigt die Grenzen des Wachstums.

  • „Gorbatschow war ein Glücksfall“

    Helmut Schmidt über die Bonner Republik zwischen Nachrüstung und Entspannung

    von Helmut Schmidt | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Helmut Schmidt im Interview über den NATO-Doppelbeschluss, die deutsche Entspannungspolitik gegenüber der Sowjetunion, Gorbatschows Rolle im Wiedervereinigungsprozess und die geostrategischen Veränderungen, die sich für Deutschland und Europa aus der Wiedervereinigung ergaben.

  • „Jetzt werden wir ein normaler Staat“

    Egon Bahr über die Vereinigung und das Ende der Scheckbuchdiplomatie

    von Egon Bahr | Deutschland, Geschichte

    „Jetzt werden wir ein normaler Staat“

    Zum Tode von Egon Bahr: Anlässlich des 60. Geburtstags der Bundesrepublik Deutschland sprach die IP 2009 mit dem Architekten der "neuen Ostpolitik" und des Konzepts "Wandel durch Annäherung" über die neunziger Jahre. Im Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung wurde Deutschland wieder Mittelmacht – aber eine, die im Westlichen Bündnis verankert bleibt.

  • „Eine Politik der Verantwortung“

    Hans-Dietrich Genscher über die neue Weltordnung

    von Hans-Dietrich Genscher | Europa, Geschichte

    Die Bundeswehr leistet heute unter anderem Einsätze in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und vor den Küsten Somalias und des Libanon. Was aber ist Deutschlands, was Europas Rolle in einer Welt, die so vernetzt ist wie noch nie zuvor? Ist Europa zu wenig vorausschauend, wie Henry Kissinger meint? Oder treibende Kraft für eine neue Weltordnung, die auf der Ebenbürtigkeit der Völker, Staaten und Nationen beruht?

  • Ein Mangel an Realitätssinn

    herrscht in den USA angesichts der Krise

    von Francis Fukuyama | Vereinigte Staaten von Amerika, Finanzkrise

    Weder Republikaner noch Demokraten zeigen große Einsicht in die Ursachen der Finanzkrise. Doch um die globale Wirtschaft auf Kurs zu bringen, bedarf es nicht nur diverser Konjunkturpakete zur Umsetzung von Reformvorhaben. Sondern tiefgreifender Veränderungen, die die Glaubwürdigkeit amerikanischer Werte wieder herstellen können.

  • Die Grenzen des Aufschwungs

    Wie China die Wirtschaft stabilisieren will

    von Barbara Unmüßig | Volksrepublik China, Finanzkrise

    Die Finanzkrise legt die strukturellen Probleme der chinesischen Wirtschaft offen. Der Einbruch der weltweiten Nachfrage trifft die Exportwirtschaft empfindlich. Die Regierung versucht daher, mit Investitionen, Sozialprogrammen und Subventionen die Binnennachfrage anzukurbeln – allerdings zu Lasten der Umwelt.

  • Kernwaffenfreie Welt

    Obamas Abrüstungspläne

    von Joachim Krause | Vereinigte Staaten von Amerika, Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Die von Barack Obama angekündigten Maßnahmen zur nuklearen Abrüstung sind weder neu noch revolutionär. Sie stehen vielmehr in der Kontinuität amerikanischer Sicherheitspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges – und Obama wird bei ihrer Umsetzung die gleichen Probleme haben wie seine Vorgänger. Deshalb: keine voreilige Euphorie, bitte.

  • Unterwegs ins Ungewisse

    NATO-Strategiedebatte nach dem Gipfel

    von Patrick Keller | NATO

    Das Geschacher um die Personalie Rasmussen hat beim Jubiläumstreffen der NATO alle strategischen Fragen überschattet. Darunter auch die nach dem Verhältnis zwischen Landesverteidigung und internationaler Stabilitätsprojektion. Die Antwort auf dieses Dilemma ist, siehe Afghanistan, leichter formuliert als umzusetzen: das eine tun, ohne das andere zu lassen.

  • Acht Stufen, verzweifelt gesucht…

    Brief aus ... Odessa

    von Marko Martin | Ukraine, Staat und Gesellschaft

    Gehört die Ukraine zum Westen oder liegt ihr Platz eher im Kulturraum des Ostens? In Odessa scheint man unschlüssig zu sein, welcher Weg einzuschlagen wäre. Die einstige kosmopolitische Hafenmetropole am Schwarzen Meer ist Exempel dafür, welche Verwüstungen das totalitäre 20. Jahrhundert hinterlassen hat – präsentiert jedoch auch zaghafte Zeichen eines möglichen Neubeginns.

  • „Nichts als Gift und Lügen“

    Internationale Presse

    von Wolfgang Koydl | Vereinigtes Königreich, Medien/Information

    Die Kommentare der britischen Presse erinnern zuweilen an die amerikanische Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“: So wie in diesem Film ein TV-Reporter in einer Zeitschleife gefangen und dazu verurteilt ist, denselben Tag immer wieder aufs Neue zu durchleben, kehren auch die Kommentatoren im Vereinigten Königreich stets zu immer demselben Thema zurück: dem unaufhaltsamen Abstieg der Labour-Regierung und ihres glücklosen Premierministers Gordon Brown.

  • Buß und Reu

    Schlusspunkt

    von Malte Lehming | Politische Kultur

Aktuelle Ausgabe

IP Wirtschaft

 

ip archiv
Meistgelesen