Ausgabe Juli/August 2010

Incredible India Is purchaseable

Incredible India

Incredible India

  • Die sanfte Brückenmacht

    Wie Indien durch Vermittlung zwischen Arm und Reich an Bedeutung gewinnt

    von Sunil Khilnani | Indien, Schwellenländer

    Dass Indien an Bedeutung gewinnt, daran besteht kein Zweifel. Eine eindeutige Selbstdefinition wird ein Land, das so groß, so komplex und so unheilbar diskutierfreudig ist, nicht bieten können. Aber es besitzt einen unschlagbaren Vorteil: eine weltweite Legitimität als Machtbasis, die es als Moderator zwischen Arm und Reich geradezu prädestiniert.

  • Vorsichtiger Förderer

    Neu-Delhis Scheu vor einem allzu forschen Demokratieexport

    von Kanti Bajpai | Indien, Entwicklungspolitik

    Es ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt, und ganz gewiss zieht Indien auch global die liberale Demokratie autoritären Systemen vor. Noch aber dämpfen vor allem geopolitische Faktoren den Enthusiasmus Indiens, sich nachdrücklich für den Export seines politischen Systems einzusetzen. Zu groß ist die Furcht, als Büttel des Westens zu gelten.

  • Nicht ohne Neu-Delhi

    Eine neue Nachbarschaftsinitiative für Afghanistan

    von Prem Shankar Jha | Ostasien, Sicherheitspolitik

    Eine „effektive Partnerschaft mit Pakistan“ sieht die neue Afghanistan-Strategie der USA vor. Aber Islamabad kann die Taliban nicht unter Kontrolle bringen. Schon sehr viel früher hätten die USA Staaten wie den Iran, die Türkei und Indien intensiver einbeziehen müssen.

  • Atommacht mit Abrüstungsambitionen

    Ein Gespräch über Global Zero und einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat

    von Arundhati Ghose | Indien, Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Indien hat Abrüstung gefordert, wurde aber selbst Atommacht. Es hat das Nichtverbreitungsregime kritisiert, aber eingehalten. Welche Änderungen in Indiens Nuklearpolitik stattgefunden haben, warum sich entwickelnde Länder erfolgreicher mit dem Iran verhandeln könnten und wieso Indien ein permanenter Sitz im UN-Sicherheitsrat zusteht, erklärt Arundhati Ghose.

  • Falscher Freund

    Neu-Delhi darf sich in der Klimapolitik nicht durch Peking vereinnahmen lassen

    von Brahma Chellaney | Westasien, Klima- und Energiepolitik

    Während des Kopenhagener Klimagipfels bewahrte Indien sein Nachbarland China vor der Isolation. Dabei unterscheiden sich die Interessen beider Länder in der Klimapolitik fundamental. In einer neuen Verhandlungsrunde sollte Indien darauf bestehen, die Lasten gerechter zu verteilen. Und in der Wahl seiner Partner wesentlich flexibler werden.

  • Küche, Kino, Cricket

    Die Bollywood-Schauspielerin über indische Identität

    von Nandita Das | Indien, Staat und Gesellschaft

    Das Kino „made in Bollywood“ prägt für viele Betrachter das Bild, das sie sich von Indien machen. Was sind die Merkmale, die das Land aus Sicht einer der bekanntesten Bollywood-Schauspielerinnen ausmachen? „Quick fire“ heißt eine Interview-Form, bei der die Befragten eine rasche Folge kurzer Fragen prägnant beantworten müssen. Nandita Das über „Identität“.

Gesundheitspolitik

  • Gruppentherapie

    Strategien der Seuchenbekämpfung

    von Ilona Kickbusch | Gesundheit

    Wenn Menschen, Gemeinden, ganze Regionen Opfer von Epidemien wie Aids oder Tuberkulose werden, sind auch die wirtschaftliche Entwicklung und die globale Sicherheit in Gefahr. Die karitative Version von „globaler Gesundheit“ ist gescheitert. Zeit für eine „Gesundheitsdiplomatie“, Zeit, das Thema aus den Fachministerien ins Auswärtige Amt zu holen.

  • „Wir müssen Aids als Katalysator nutzen“

    ... für Wandel in der Gesundheitspolitik

    von Michel Sidibé | Gesundheit

    In Westeuropa ist der Virus scheinbar besiegt, in Osteuropa erneut auf dem Vormarsch, und selbst in afrikanischen „Musterländern“ wie Uganda steigt die Zahl der Infizierten wieder: Der Kampf gegen HIV ist noch lange nicht vorbei. Ein Gespräch über die richtige Strategie – und darüber, wie die Aids-Bewegung einen Wandel im Gesundheitssektor insgesamt bewirken könnte.

  • Von Mikroben und Menschen

    Wir brauchen eine "neue" WHO

    von Alexander S. Kekulé | Gesundheit

    Um den Seuchen des 21. Jahrhunderts wirksam zu begegnen, muss ihre globale Bekämpfung neu organisiert werden. Die Verantwortung dafür kann nur bei einer demokratisch legitimierten Institution liegen. Es führt kein Weg daran vorbei, die Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen wieder zu einer schlagkräftigen Leitorganisation zu machen.

Gegen den Strich

  • Staatsbankrotte

    Keine Angst vor Pleiten

    von Heribert Dieter | Europa, Wirtschaft & Finanzen

    Die Regierungen der Eurozone versuchen mit aller Macht und mit milliardenschweren Rettungspaketen, den griechischen Staatsbankrott zu verhindern. Warum eigentlich? Staatsbankrotte sind ein sinnvoller Weg, Volkswirtschaften aus der Überschuldung zu holen. Doch die gegenwärtige Debatte ist von Hysterie und Missverständnissen geprägt.

Europa

  • Augen auf und durchwurschteln

    Fünf Blicke von außen auf die Euro-Krise

    von Katinka Barysch, Pawel Swieboda, Hüseyin Bagci, Abdulaziz O. Sager | Europa, Finanzkrise

    Brüssel spannt milliardenschwere Rettungsschirme, den PIIGS-Staaten drohen schwere wirtschaftliche Turbulenzen und das Vertrauen in den Euro wackelt. Wie erfolgreich ist das bisherige Krisenmanagement der Europäer? Was bedeutet die Euro-Krise für das Projekt Europa, und wie wirkt sie sich auf Staaten außerhalb der Euro-Zone aus? Und schließlich: Welche Maßnahmen sollten die Verantwortlichen in Brüssel und den Mitgliedsstaaten nun ergreifen?

Zuwanderung

  • Wanderer, kommst du nach Europa?

    Die Anwerbung Hochqualifizierter

    von Steffen Angenendt, Roderick Parkes | Europa, Migration

    Europa altert, und seine Bevölkerungszahl schrumpft rapide. Um den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, haben sich die EU-Mitglieder 2009 auf Grundsätze für die Steuerung der Zuwanderung Hochqualifizierter geeinigt. Doch die Blue-Card-Initiative bleibt umstritten. Ansatzpunkte für einen Ausweg aus der Sackgasse.

  • „Für Deutschland wird die Blue Card 
nicht viel verändern“ Is purchaseable

    Die europäische Zuwanderungsinitiative aus Sicht der Wirtschaft

    von Bernhard Rohleder | Deutschland, Migration

    Deutschlands IT-Branche braucht Fachkräfte; selbst im Krisenjahr 2009 fehlten rund 20 000 Spezialisten. Wird die EU-weite Einführung einer Blue Card für Spitzenkräfte aus dem Ausland da weiterhelfen? Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von BITCOM, ist nur vorsichtig optimistisch: Als Marketingeffekt sei die Blue Card ein wichtiges Signal – mehr aber auch nicht.

Nahost

  • Mehr Mars, weniger Venus

    Was Obama misslingt, nutzt dem Iran

    von Gil Yaron | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika

    Barack Obamas Charme-Offensive im Nahen Osten ist bisher wenig erfolgreich – immer mehr ehemalige Verbündete des Westens suchen die Nähe zum Iran, dem größten Rivalen der USA in der Region. Obama konnte die wichtigsten regionalen Akteure nicht überzeugen, und Washington verliert im Kampf gegen das Regime in Teheran immer mehr an Boden.

  • Soll die NATO ins Heilige Land?

    Eine Machbarkeitsstudie

    von Florence Gaub | Arabischer Osten/Israel, NATO

    Diverse Szenarien sind schon für einen NATO-Einsatz in Israel und Palästina entworfen worden. Doch wenn alle Faktoren berücksichtigt werden, kann man nur zu der Erkenntnis gelangen, dass eine solche Mission zum Scheitern verurteilt wäre. Mehr noch: Beim aktuellen Stand der Dinge wäre eine solche Entscheidung schlichtweg unverantwortlich.

Nuklearpolitik

  • Vision mit Widersprüchen

    Kein radikaler Kurswechsel in der US-Politik

    von Joachim Krause, Benjamin Schreer | Vereinigte Staaten von Amerika, Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Die US-Regierung hat die Rolle von Kernwaffen in ihrer Nuklearstrategie neu bewertet und mit Russland einen Vertrag zur Rüstungskontrolle geschlossen. Sind das die erhofften Schritte auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt? Vielleicht. Doch zentrale Schwierigkeiten bleiben bis auf Weiteres bestehen.

  • Der NVV lebt

    Aber nur, wenn der Iran keine Bombe baut

    von Oliver Thränert | Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Zum Abschluss der Überprüfungskonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrags (NVV) konnten sich die Delegationen auf eine gemeinsame Erklärung einigen; dies war ein bescheidener Erfolg. Doch die Zukunft des NVV hängt ganz entscheidend davon ab, ob der Iran an der weiteren Entwicklung einer Atomwaffenoption gehindert werden kann.

Einspruch

  • Letzte Rettung

    Geo-Engineering statt CO2-Reduktion?

    von Lee Lane | Umwelttechnologie

    Sind rein technische Möglichkeiten zur Bewältigung des Klimawandels ethisch zu vertreten? Welche politischen Regeln wären notwendig? Diese Fragen diskutierte die IP in ihrer Januar-/Februar-Ausgabe. Die Zweifel überwogen. Aber auf diese Möglichkeit zu verzichten, wäre ein Idealismus, den man sich angesichts der drohenden Gefahren nicht leisten kann.

  • Beute erlegt, Thema erledigt

    Köhler-Rücktritt und Außenpolitik

    von Nana Brink | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Worum ging es noch mal? Schon vergessen? Horst Köhler benutzte das Pfui-Wort und sprach von Interessen und militärischen Einsätzen im gleichen Atemzug. In der medialen Lawine, die er mit seinen Äußerungen und seinem anschließenden Rücktritt auslöste, ging das Wesentliche wieder völlig unter: Wo liegen unsere Interessen, wie verfolgen wir sie?

Essay

  • Die Gnade der totalen Niederlage

    Deutsche und Taliban im Vergleich

    von Andreas Rinke | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Politisches System

    An der politischen, militärischen und moralischen Niederlage Deutschlands nach 1945 gab es keine Zweifel. Das beförderte die Integration in ein neues, demokratisches System. Gelänge auch eine „Integration“ der Taliban? Nur, wenn sie eine klare Niederlage befürchten müssten – und wenn ihnen ein akzeptables neues System zur Verfügung stünde.

Brief aus ... Quito

Internationale Presse

Buchkritik

  • Villa Kunterbunt

    von Jörg Himmelreich | Indien, Staat und Gesellschaft

    Zukunftslabor der IT-Branche, Boomland und Armenhaus, Schmelztiegel von Religionen und Sprachen: Der immer wieder prophezeite Aufstieg Indiens führt zu einer Flut von Neuerscheinungen, vornehmlich im englischen Sprachraum. Die Neugier, über Indien zu lesen wächst, um doch nur immer neue Fragen aufzuwerfen. Sieben Versuche.

  • Wo Obama eine Chance hat

    In Südostasien muss der Islamismus nicht zum antiwestlichen Dschihad führen

    von Carlos Widmann | Südostasien, Sicherheitspolitik

    Die Wandlung des kompromissfreudigen Islam in Südostasien in den strengeren, radikaleren Islamismus von heute lässt die Alarmglocken schrillen. Die nächste Front im Kampf der Kulturen? Nicht notwendigerweise. Christopher Bond und Lewis Simons legen alle Erkenntnisse vor, die in Südostasien ein Desaster des Westens vermeidbar machen sollten.

  • Abstieg eines Shooting-Stars

    Neuerscheinungen zu Spanien

    von Armando Garcia Schmidt | Spanien, Innere Konflikte

    Was ist nur mit Spanien los? Die einstige Vorzeige-Volkswirtschaft unter den Euro-Staaten steht tief in den roten Zahlen. Von Europa-Euphorie ist während der spanischen Ratspräsidentschaft nichts zu spüren, und der demokratische Konsens droht an der unerledigten Aufarbeitung von Unrecht während des Franco-Regimes zu zerbrechen.

Schlusspunkt

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