Ausgabe März/April 2011

Aufstand in Arabien Is purchaseable

Aufstand in Arabien

Die Tunesier setzten das Fanal, als sie ihren Diktator stürzten, die Ägypter brauchten 18 Tage, um die 30-jährige Präsidentschaft von Hosni Mubarak zu beenden. Warum brach die „Arabellion“ gerade jetzt aus? Wie kann der Übergang zu demokratischen Verhältnissen gelingen? Welche Rolle werden die Islamisten spielen, etwa die ägyptischen Muslimbrüder oder die tunesische En-Nahda-Partei?

Aufstand in Arabien

  • Enthusiastisch ins Ungewisse

    Was kommt nach Hosni Mubarak?

    von Sally Khalifa Isaac | Ägypten, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    In nur 18 Tagen haben die Ägypter ihr Land verändert. Jetzt können Wahlen vorbereitet werden, aus denen dann hoffentlich eine Regierung hervorgeht, die die Forderungen nach wirtschaftlichen und politischen Reformen ernst nimmt. Doch welche Kandidaten stehen überhaupt bereit? Welche Rolle spielen das Militär und die Muslimbrüder?

  • Von der Revolution ins Reformlabor

    Wer gestaltet den Übergang in Tunesien?

    von Isabel Schäfer | Tunesien, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Nach dem Sturz von Präsident Ben Ali, der weltweiten Euphorie über den Mut der tunesischen Bevölkerung und dem anschließenden Revolutionskater kehrt der Alltag nach Tunesien zurück. Welches politische Modell soll das autoritäre Ben-Ali-System ablösen, welche Kräfte sind in der Lage, die notwendigen wirtschaftlichen Reformen in Gang zu setzen?

  • Wohlstand für Wenige

    Die arabische Welt fordert mehr Partizipation und soziale Gerechtigkeit

    von Tobias Schumacher | Arabische Länder, Politische Partizipation

    Die beeindruckenden Wirtschaftszahlen der vergangenen Jahre im Nahen Osten und in Nordafrika haben den Blick auf das Wesentliche verstellt. Dieses Wachstum ist nicht bei den Menschen angekommen – es verblieb bei der jeweiligen Herrschaftselite. Mit diesen Problemen sind Tunesien und Ägypten ganz bestimmt nicht allein.

  • Der schiitische Halbmond wird rund

    Und der Westen verliert seine ehemaligen Verbündeten

    von Gil Yaron | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Endlich findet Geschichte statt im Nahen Osten. Aber wer könnte zu den Gewinnern der Umbrüche in der arabischen Welt zählen? Die USA und ihre Verbündeten wohl nicht, denn gleich, welche Regierung in Ägypten an die Macht kommt: Das feste Bündnis mit dem Westen wird bröckeln. Die Gewichte verschieben sich in Richtung Teheran.

  • Neue Wege für Nordafrika

    Was bei einer Reform der EU-Mittelmeerpolitik berücksichtigt werden sollte

    von Almut Möller | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Internationale Politik/Beziehungen

    Neue Wege für Nordafrika

    In Europas südlicher Nachbarschaft finden historische Umwälzungen statt, und was macht die EU? Sie verharrt zunächst in Schweigen. Um die Reformprozesse in Nordafrika unterstützen zu können, ist es höchste Zeit, die bisherigen Fehler ihrer Mittelmeerpolitik zu korrigieren und konkrete, überprüfbare Ziele anzustreben.

Euro-Krise

  • Fels in der Brandung

    Die Welt geht shoppen, Deutschland bleibt solide. Richtig so

    von Karen Horn | Deutschland, Wirtschaft & Finanzen

    Tut Deutschland zu wenig, um seinen Konsum anzukurbeln und seinen Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren? Trägt es durch seine Stabilitätskultur gar dazu bei, die Weltwirtschaft abzuwürgen? Nein. In dem Maß, wie die wirtschaftspolitische Vernunft in aller Welt schwindet, profiliert sich Angela Merkel als Kreuzritterin für eine gesunde Wirtschaftspolitik.

  • Die Vorteile der Vielfalt

    Deutschland ist Hauptnutznießer des Euro-Raums. Zeit, dass man ihm das sagt

    von Adam S. Posen | Deutschland, Finanzkrise

    Die Wirtschaftslokomotive einer Währungszone zu sein, war und ist für Deutschland ein Segen. Nicht guter Wille, sondern nüchternes Kalkül sollte Berlin dazu bewegen, für den Euro zu kämpfen. Seine Pläne, Partnern in Not neue Regelungen und Sparmaßnahmen aufzuzwingen, sind aber alles andere als der Königsweg in eine stabile Euro-Zone.

  • Das neue europäische Zauberwort

    Die EU steht vor dem nächsten großen Integrationsschub – auch wenn er diesmal „Koordinierung“ heißt

    von Andreas Rinke | Europa, Finanzkrise

    Die Euro-Krise hat gezeigt: Wir brauchen mehr und nicht weniger Zusammenarbeit in der EU. Doch bis die Zeit reif ist für das große Ziel einer Politischen Union, müssen neue Kooperationsmodelle gefunden werden – die jedoch keine Vertragsänderungen erforderlich machen. Denn derzeit will niemand eine neuerliche Grundsatzdebatte über die Union.

Gegen den Strich

  • Humanitäre Hilfsorganisationen

    von Linda Polmann | Weltweit, Entwicklungspolitik

    Wenn sämtliche Nichtregierungsorganisationen eine Volkswirtschaft bildeten, so wären sie eine „fünfte globale Ökonomie“. Allein in der humanitären Hilfe tummeln sich nach UN-Schätzungen weltweit mehr als 37 000 NGOs. L­­aut Umfragen vertrauen die Menschen fast überall in der Welt NGOs mehr als ihren Regierungen. Zu Recht?

Südsudan

  • Drei Begegnungen und eine Trennung

    Ist der Südsudan schon vor seiner Staatswerdung gescheitert?

    von Andrea Böhm | Südsudan, Politisches System

    Afrika hat einen 54. Staat: Am 9. Juli erklärte Staatspräsident James Wani Igga in der neuen Hauptstadt Juba die Unabhängigkeit des Südsudan. Die verschiedenen Ethnien des neuen Staates aber eint wenig mehr als die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und eine Nationalfahne. Ist der Südsudan reif für die Unabhängigkeit? Und was wird aus dem „alten“ geschrumpften Sudan?

Völkerrecht

  • „Wir müssen Justiz und Politik trennen“

    Kriegsverbrechen vor Gericht: Carla Del Ponte zieht Bilanz

    von Carla del Ponte | Weltweit, Institutionen & Recht

    Wie können wir Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschheit ahnden, wie weiteren Taten vorbeugen? Wer bestimmt, wen wir anklagen und wen nicht? Carla Del Ponte, ehemalige Chefanklägerin an den Internationalen Strafgerichtshöfen für Ex-Jugoslawien und Ruanda, über Täter und Tribunale, über gerechte Strafen und falsche Signale.

Cybersecurity

  • Krieg der Rechner

    Warum es so schwierig ist, sich vor militärischen Cyberangriffen zu schützen

    von Sandro Gaycken | Weltweit, Informationstechnologie

    Krieg der Rechner

    Datenspionage, Sabotage, Wirtschaftsmanipulation: Von Staaten getragene Übergriffe auf IT-Systeme werden immer zahlreicher, effizienter und gezielter. Eine Entwicklung mit gravierenden sicherheitspolitischen Konsequenzen, die sich mit konventionellen Schutzstrategien wie Abwehr und Abschreckung nicht beherrschen lässt.

Energiepolitik

  • Energie und Sicherheit

    Warum die NATO jetzt handeln muss

    von Michael Rühle | Europa, Rohstoffe & Energie

    Energie ist zum globalen Machtfaktor geworden – mit den entsprechenden sicherheitspolitischen Konsequenzen. Deshalb muss die NATO die bündnisinterne Diskussion über Energiesicherheit voranbringen und auch mit anderen internationalen Organisationen wie IEA, EU und OSZE in einen konstruktiven Dialog treten.

Russland

  • Alle Macht dem Mittelmaß

    Russlands politische Elite sitzt fester im Sattel als der Westen denkt

    von Vladislav Inozemtsev | Russische Föderation, Politisches System

    Russlands Machthaber sind weit davon entfernt, zugunsten einer jungen, liberaleren Generation abzutreten. Im Gegenteil: Unfähige Bürokraten haben das Land mit einer Kombination aus wirtschaftlicher Freiheit und politischen Restriktionen fest im Griff – und integrieren junge Ja-Sager einfach in ihr neofeudales System.

Weltmächte

  • Die aufgeschobene Konfrontation

    Warum die USA mit China (noch) kooperieren

    von Martin Wagener | China, Internationale Politik/Beziehungen

    Washington und Peking wachsen ökonomisch immer enger zusammen. Dennoch begreifen sie sich als strategische Rivalen und schließen langfristig einen militärischen Schlagabtausch nicht aus. Die Volksbefreiungsarmee wird auf ein solches Szenario systematisch vorbereitet. Warum also halten die USA an ihrer Zusammenarbeit mit China fest?

Essay

  • Die neuen Christenverfolgungen

    Im alten Rom fing es an, heute setzt es sich noch heftiger fort

    von Paul Badde | Weltweit, Religion

    Die neuen Christenverfolgungen

    Die neue Welle der Gewalt gegen koptische Christen in Ägypten hat die Aufmerksamkeit auf eine oft übersehene Tatsache gelenkt: Christen bilden in absoluten Zahlen die mit Abstand größte aus Glaubensgründen verfolgte Gruppe weltweit. Geschichte der Christenverfolgungen von Diokletian bis Kim Jong Il.

Brief aus ... Port-au-Prince

  • Die offenen Wunden Haitis

    Für den gescheiterten Staat bestehen kaum Entwicklungschancen

    von Michael Kühn | Entwicklungspolitik

    Müll, der sich in der Hitze meterhoch neben Obst- und Gemüseständen auftürmt, Menschen, die in Slums von der Hand in den Mund leben, ein buchstäblich verwüstetes Land. Es gibt keine Arbeit, weder in den Städten noch auf dem Land; nur knapp die Hälfte der Bevölkerung kann lesen und schreiben. Über ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben hausen Tausende Menschen in Port-au-Prince in überfüllten Flüchtlingscamps, deren hygienische Missstände ans tiefste Mittelalter erinnern.

Internationale Presse

Buchkritik

  • Herzenssachen und Pflichtlektüren

    Neuerscheinungen zur Europäischen Union und zum Vertrag von Lissabon

    von Almut Möller | Europäische Union

  • Nichts war unvermeidlich

    ... auch nicht der Zerfall Jugoslawiens: Neuerscheinungen zu Geschichte und Gegenwart Südosteuropas

    von Armando Garcia Schmidt | Geschichte

    Über ein Jahrzehnt nach Ende der Jugoslawien- Kriege schlägt die Debatte über Geschichte und Zerfall des Vielvölkerstaats weiter emotional hohe Wellen, auch in Deutschland. Eine Historikerin und ein Journalist suchen nach neuen Zugängen zur Entwicklung Jugoslawiens im 20. Jahrhundert und zum Konflikt im Kosovo.

  • Das Ende des billigen Öls

    ... und was wir tun können, damit es uns nicht teuer zu stehen kommt

    von David Bosold | Globalisierung

    Die Welt sei flach und werde noch flacher, verkündete Thomas Friedman vor rund fünf Jahren. Von der Globalisierung könnten alle profitieren: Unternehmer, Schwellenländer, Verbraucher. Mit diesem für die Aufbruchstimmung der frühen zweitausender Jahre typischen Wunschdenken will der kanadische Ökonom Jeff Rubin jetzt aufräumen.

Schlusspunkt

  • Europäer, sprecht mit einem Mund!

    Denn mit einer Stimme, das klappt (noch) nicht

    von Thomas Kleine-Brockhoff | Europäische Union

    Zu den schönsten Floskeln der Politik zählt die Forderung, Europa solle auf der Weltbühne „mit einer Stimme sprechen“. Das klingt seit 40 Jahren so plausibel wie unrealistisch, weil Europas Restnationalismus ein Förderinstrument für Kakophonie ist. So schreitet jene Machterosion voran, die 1914 begann und durch die europäische Einigung gestoppt werden sollte. Heute beschleunigt der Aufstieg der Schwellenländer den Machtverfall.

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