Ausgabe Juli/August 2011

Europa unter Strom Is purchaseable

Europa unter Strom

Die Ziele sind ehrgeizig, der Zeitplan sportlich: Die EU will ihr Versorgungsnetz modernisieren, eine integrierte Energieinfrastruktur schaffen und den Sprung ins Zeitalter der Erneuerbaren wagen. Wichtige Etappenziele sollen schon in zehn Jahren erreicht sein. Kann Europa (sich) das leisten, und was kann Deutschland dazu beitragen?

Europa unter Strom

  • Ehrgeiziger Energiebauplan

    Wie die EU-Kommission ein integriertes europäisches Netz schaffen will

    von Götz Reichert, Jan S. Vosswinkel | Europa, Rohstoffe & Energie

    Modernisierung der Energieinfrastruktur, Schaffung eines Energiebinnenmarkts, Erhöhung der Versorgungssicherheit, Importdiversifizierung, Dekarbonisierung: Die Ziele, die die EU in ihrem „Konzept für ein integriertes europäisches Energienetz“ anstrebt, sind ambitioniert. Aber sind sie auch realistisch? Eine Analyse.

  • Das Netz als Nadelöhr

    Hindernisse auf dem Weg ins Zeitalter der Erneuerbaren

    von Jörg-Rainer Zimmermann | Europa, Klima- und Energiepolitik

    Wenn in Nordeuropa der Wind weht, nützt das den Südeuropäern wenig, scheint in Südeuropa die Sonne, profitiert der Norden kaum davon. Eine europäische Energieinfrastruktur, die auf erneuerbare Energien setzt, wird nicht ohne umfangreiche Speicherungs- und Transportkapazitäten auskommen. Europa braucht das „Super-Grid“.

  • Eine Lok und viele Bremser

    Deutschlands Beitrag zur Schaffung einer europäischen Energieinfrastruktur: BDEW-Chefin Hildegard Müller im Gespräch

    Deutschland, Klima- und Energiepolitik

    Berlins energiepolitischer „Sonderweg“ wird in Europa kritisch beäugt. Ist das Projekt eines integrierten Energienetzes ernsthaft in Gefahr? Nein, meint Hildegard Müller vom Bundesverband Energiewirtschaft. Als Vorreiter in Sachen Marktliberalisierung und Klimaschutz kann Deutschland eine entscheidende Rolle dabei spielen, die europäische Energiewende voranzutreiben.

  • Mehr als Wüstenstrom

    Desertec als Pilotprojekt einer integrierten Energiepolitik

    von Oliver Gnad, Marcel Viëtor | Europa, Klima- und Energiepolitik

    Es ist eine großartige Vision: Strom aus der Wüste soll die steigende Energienachfrage in Nordafrika befriedigen und zugleich die Energiewende in der EU beschleunigen. Doch damit nicht genug. Desertec könnte zu einem integrations- und geopolitischen Schlüsselprojekt werden, das die Zusammenarbeit im Mittelmeerraum voranbringt.

Libyen-Intervention

  • Eingreifen oder nicht?

    Warum sich die Bundesregierung in der Libyen-Frage enthielt

    von Andreas Rinke | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Die Enthaltung bei der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrats war ein Einschnitt: Erstmals stimmte die Bundesregierung in diesem Gremium anders als alle ihre NATO- und EU-Partner ab. Wie kam es dazu? Welchen Einfluss hatten Washington, London und Paris? Die Rekonstruktion einer Entscheidung in fünf Phasen.

  • Der andere Preis der Freiheit

    Intervention in Libyen: zwischen Regimewechsel und humanitärem Anspruch

    von August Pradetto | Libyen, Humanitäre Intervention

    Die Militärintervention in Libyen verschärft die Lage anstatt zu einer Lösung beizutragen: Die frühzeitige Unterstützung der Rebellen ließ den Konflikt eskalieren, die Forderung nach einem Regimewechsel schließt Vermittlungsversuche aus, die zu schützenden Zivilisten werden Opfer der Bombardements.

Gegen den Strich

  • Global Governance

    von Thorsten Benner | Weltweit, Internationale Politik/Beziehungen

    Von atomarer Weiterverbreitung bis Zerstörung der Umwelt: Lösen lassen sich viele Probleme nur noch auf globaler Ebene. Doch sind die G-8 oder die G-20 dafür die richtigen Foren? Und was für eine neue Weltordnung zeichnet sich ab? Fünf verbreitete Annahmen auf dem Prüfstand.

Euro

  • Schlüsselrolle in der Schuldenkrise

    Sie fällt Deutschland zu. Nicht zuletzt, weil es größter Nutznießer der EU ist

    von Dietrich von Kyaw | Deutschland, Finanzkrise

    Über hundert Milliarden Euro für Griechenland, Milliarden an Krediten für Irland und Portugal: Zur Rettung der in die Schuldenkrise geratenen Länder wurde nicht nur einiges aufgewandt; präventive Maßnahmen sollen weitere Krisen verhindern. Anstatt missmutig auszuhelfen, sollte Deutschland beherzt anpacken. Es gereicht ihm nur zum Vorteil.

Arktis-Politik

  • Zaungast in der Arktis

    Deutschlands Interessen an Rohstoffen und Naturschutz

    von Helga Haftendorn | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Nur in der Polarforschung wird Deutschland bislang als „Arctic Player“ wahrgenommen. Dabei hat die Bundesregierung auch andere Interessen, vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Umwelt. Doch solange es keine systematische Arktis-Strategie gibt, kann sie diese nicht zielgerichtet verfolgen.

Atlantische Allianz

  • Partnerschaftsagentur NATO

    Wie kann das Bündnis auf die Veränderungen in der arabischen Welt reagieren?

    von Karl-Heinz Kamp | Europa, NATO

    NATO-Partnerschaften waren immer lohnende Investitionen. Das gilt für die Einsätze in Afghanistan und Libyen wie für die Umbrüche in Ägypten und Tunesien. Doch nun muss eine unüberschaubar gewordene Partnerschaftsindustrie modernisiert werden: Die NATO sollte auch privilegierte Partnerschaften mit den Demokratien aufbauen.

Ukraine

  • Für eine neue Osteuropa-Politik

    Europas Weg nach Moskau führt über Kiew

    von Andreas Umland | Ukraine, Europäische Union

    Die westliche Russland-Politik war alles andere als erfolgreich, eine dauerhafte Wertegemeinschaft ist trotz vieler Bemühungen bislang nicht entstanden. Ein neuer Ansatz könnte darin bestehen, die demokratischen Entwicklungen in der Ukraine stärker zu unterstützen, damit diese dann über die enge Nachbarschaft positiv auf Russland wirken.

Nahost

  • Diplomatie mit Scheuklappen

    Wer dauerhaften Frieden im Nahen Osten will, muss die potenziellen Störenfriede einbinden

    von Michael Bröning, Henrik Meyer | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Konflikte und Strategien

    Die internationale Gemeinschaft bemüht sich, direkte Gespräche zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde in Gang zu bringen. Doch entscheidende Kräfte wie die Palästinenser Jerusalems, die Hamas, die Diaspora oder die israelischen Palästinenser bleiben bislang außen vor. Sie könnten jedes Ergebnis ablehnen.

  • Palästina? Ja bitte!

    Warum eine UN-Anerkennung Israel nutzen könnte

    von Yossi Alpher | Palästina, Vereinte Nationen

    Die Palästinensische Autonomiebehörde treibt die Kampagne zur Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die UN an – und Israel macht sich große Sorgen. Das ist grundfalsch. Israel sollte die Chancen dieser diplomatischen Initiative erkennen und gemeinsam mit den USA an der Formulierung einer entsprechenden UN-Resolution mitwirken

  • Palästina, und was dann?

    Folgen und Risiken einer Anerkennung durch die Vereinten Nationen

    von Thomas Rid | Palästina, Vereinte Nationen

    Machmud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, drängt auf die Anerkennung eines Staates Palästina durch die Vereinten Nationen im September. Doch weder würde damit der Kernkonflikt gelöst noch könnten die Palästinenser einen Vorteil für sich verbuchen. Ganz im Gegenteil.

  • Springtime for Egypt

    ... oder: Lasst tausend Blumen der Debatte blühen

    von Nancy Updike | Ägypten, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Sie finden mitten auf dem Bürgersteig statt, auf dem Deck eines Nilboots, in den brandneuen Räumen einer brandneuen Partei oder zwischen Islamisten und säkularen Intellektuellen: Meetings. Ganz Ägypten ist damit beschäftigt, über seine Zukunft zu debattieren. So frei, so überraschend und zuweilen so surreal, wie es nie zuvor möglich schien.

Kulturpolitik

  • Ist Aufklärung im Dialog möglich?

    Stiftungen als Soft Power. Ein Zwischenruf zu ihrer Rolle im Bereich der auswärtigen Kulturpolitik

    von Bernhard Lorentz | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Private Stiftungen leisten neben den politischen, parteinahen Stiftungen in Deutschland in oft „schwierigen“ Zielländern bedeutende Beiträge zur auswärtigen Kulturpolitik und darüber hinaus. Dies wird selten gesehen, aber auch die Stiftungen können von amerikanischen Vorbildern lernen und sich weiter professionalisieren.

Essay

Brief aus ... Brüssel

Internationale Presse

Buchkritik

  • Wissensverweigerer

    Globalisierung, Ökologie, Diplomatie: Die deutsche Politik könnte viel lernen, wenn sie denn wollte

    von Gunter Hofmann | Deutschland, Klima und Umwelt

    Musste wirklich erst Fukushima passieren, damit sich die Politik konsequent für eine neue Energiepolitik entscheidet? Neue Bücher über die Ära der Ökologie und das Globalisierungsparadox, über Wohlstand ohne Wachstum und eine neue internationale Politik liefern dem Berliner Betrieb viel Stoff zum Nachdenken.

  • Von fremden und eigenen Kriegen

    Zehn Jahre 9/11: Kein Tag, der die Welt veränderte?

    von Thomas Speckmann | Vereinigte Staaten von Amerika, Terrorismus

    Nichts erklärt und verkauft sich so gut wie runde Jubiläen. Zehn Jahre nach Beginn des „Krieges gegen den Terror“ und wenige Wochen nach der Erschießung Osama Bin Ladens zieht die Buchbranche Bilanz. Wie fällt sie aus – für Amerika, für den islamistischen Terrorismus, für die Welt? Vier Neuerscheinungen.

  • Rückenwind

    Der Weltklimarat berichtet zum Stand in Sachen erneuerbare Energien

    von Daniel Klingenfeld | Weltweit, Klima und Umwelt

    Was für einen Beitrag können erneuerbare Energien zur weltweiten Energieversorgung bis Mitte des Jahrhunderts leisten? Den Großteil, erklärt der Weltklimarat in seinem neuen Bericht – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Doch eines zeigt die Lektüre des umfangreichen Konvoluts: Der Weg dorthin wird keine Spazierfahrt.

Schlusspunkt

Aktuelle Ausgabe

IP Wirtschaft

 

ip archiv
Meistgelesen
  • Letzte Chance

    1. September 2019 - 0:00

  • Altes Problem

    28. August 2019 - 0:00

    Nationalismus und Gender: der Siegertext des Sylke Tempel Essaypreises

  • Krise ohne Grenzen

    1. September 2019 - 0:00

    China und die USA, Frankreich und Polen: Wie ist es um die Klimapolitik dieser vier Volkswirtschaften bestellt?