Ausgabe November / Dezember 2012

Entscheidungen Is purchaseable

Entscheidungen

Komplexes Umfeld, mehr Mitspieler, neue Dimensionen, größerer medialer Druck: Außenpolitische Entscheidungen zu fällen wird zu einer Kalkulation mit immer mehr Unbekannten. Wie können wir überhaupt noch zu sinnvollen Lösungen gelangen? Anstoß für eine grundlegende Debatte liefern der Politiker Hans-Ulrich Klose, der Psychologe David Kahneman sowie der Direktor des Forschungsinstituts der DGAP Eberhard Sandschneider und IP-Chefredakteurin Sylke Tempel.

IP-Forsa-Frage

  • Interesse an Außenpolitik

    Wie stark ist Ihr Interesse am politischen Geschehen … im Inland/ im Ausland?

    Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Interesse an Außenpolitik

    Die Deutschen interessieren sich stärker für innen- als für außenpolitische Themen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildungsgrad und politischer Überzeugung. 61 Prozent der Befragten geben an, sich für das politische Geschehen in Deutschland zu interessieren, nur 51 Prozent hingegen für das im Ausland.

Entscheidungen

  • Vom Management des Nichtwissens

    Wie kann Außenpolitik heute formuliert, entschieden und legitimiert werden?

    von Eberhard Sandschneider, Sylke Tempel † | Weltweit, Staat und Gesellschaft

    Vom Management des Nichtwissens

    Außenpolitik ist schwieriger geworden. Das Gebiet selbst ist nicht mehr so leicht abzugrenzen, die Anzahl der Beteiligten innerhalb und außerhalb des Institutionengefüges ist höher geworden und die Komplexität des Feldes überfordert manchen, der darüber abzustimmen hat. Auftakt zu einer neuen Debatte.

  • „Die wichtigsten Entscheidungen in der Euro-Krise wurden intuitiv getroffen“

    Daniel Kahneman über die Illusion, gänzlich rational zu entscheiden

    von Daniel Kahneman | Weltweit, Staat und Gesellschaft

    „Die wichtigsten Entscheidungen in der Euro-Krise wurden intuitiv getroffen“

    Der Mensch ist das einzige, nun ja, mit Vernunft begabte Lebewesen der Welt. Also trifft er wohl von Vernunft geleitete Entscheidungen. Falsch. Kaum wahrgenommene Vorprägungen und Stimmungen beeinflussen uns mehr, als uns lieb sein kann. Deshalb gilt: Anstatt Entscheidungen zu bewerten, sollten wir lieber für eine optimierte Entscheidungsfindung sorgen.

  • Was wurde denn nun entschieden?

    Ein Protokoll des historischen EU-Gipfels vom 28. und 29. Juni 2012

    von Andreas Rinke | Weltweit, Staat und Gesellschaft

    Der Gipfel Ende Juni war einzigartig: EU- und Euro-Zonen-Treffen vermischten sich, die innen- und europapolitische Debatte überlappten sich wegen der Bundestagsabstimmungen über Fiskalpakt und ESM wie noch nie. Italiens Regierungschef brachte die Planung vollends durcheinander – und die Medien fragten sich, was überhaupt beschlossen wurde.

  • Welt und Wahlkreis

    Warum es uns an außenpolitischen Experten mangelt

    von Hans-Ulrich Klose | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Welt und Wahlkreis

    Wer sich mit Außenpolitik beschäftigt, muss reisen. Eine Binsenweisheit mit Folgen. Denn wer viel unterwegs ist, ist wenig bei den Wählern vor Ort und mindert seine Wahlchancen. Wie kann es dennoch gelingen, außenpolitischen Nachwuchs zu gewinnen? Zunächst einmal, indem wir Außenpolitik eine höheren Stellenwert in der Tagespolitik verschaffen.

Energiewende

  • Energisch und mit einer Stimme

    Warum wir eine marktorientierte europäische Energiepolitik brauchen

    von Joachim Lang, Peter Hohaus | Europa, Rohstoffe & Energie

    Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit: Will Europa seine energiepolitischen Ziele erreichen, bedarf es eines koordinierten Vorgehens und eines integrierten Binnenmarkts. Gelingt es nicht, eine gemeinsame Energieaußenpolitik zu betreiben, wird sich das international auf unsere Durchsetzungskraft auswirken.

  • Vorbild oder Vorprescher?

    Peter Altmaier und Günther Oettinger über Europas Energiewende

    von Peter Altmaier, Günther Oettinger | Europa, Rohstoffe & Energie

    Vorbild oder Vorprescher?

    Die EU will ihr Versorgungsnetz modernisieren, eine integrierte Energieinfrastruktur schaffen und den Sprung ins Zeitalter der Erneuerbaren wagen. Ist Europa auf Kurs? Wie kann es gelingen, 27 Energiewenden miteinander zu vereinbaren? Und was ist Deutschlands Rolle? Drei Fragen an Bundesumweltminister Peter Altmaier und EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

  • Vom Schmuddelkind zum Mitspieler

    Mit Kernkraft gegen den Klimawandel: die Diskussion in Polen

    von Agata Hinc | Polen, Rohstoffe & Energie

    Einst als Unruhestifter in der Energie- und Klimapolitik verschrien, signalisiert Warschau heute deutlich, dass es in die europäische Debatte eingebunden werden möchte. Und obgleich gerade Deutschland und Polen teils sehr unterschiedliche energie- und klimapolitische Vorstellungen pflegen, fehlt es nicht an guten Gründen für eine enge Zusammenarbeit.

Gegen den Strich

  • Deutsche Russland-Politik

    von Stefan Meister | Russische Föderation, Deutsche Außenpolitik

    Deutsche Russland-Politik

    Die Rückkehr Putins ins Präsidentenamt und das Ende von Medwedews Modernisierungskurs haben für Ernüchterung in Deutschland gesorgt. Sollten wir auf Distanz zu Moskau gehen und uns auf pragmatische Wirtschaftsbeziehungen beschränken? Nein. Und das ist nur einer von vielen Irrtümern in der deutschen Russland-Politik.

Italien

  • Mangelnde Klasse

    Wirtschaftskrise, Mario Montis Reformen und jene, die Italien eigentlich bräuchte

    von Aureliana Sorrento | Italien, Konjunkturpolitik

    Aufgeblähter Staatsapparat, ineffiziente Justiz: Enorme Strukturprobleme lähmen Italiens Wirtschaft. Was haben die von Brüssel auferlegten Reformen bislang zu ihrer Lösung beigetragen? Antwort: Nicht viel – im Gegenteil. Im Grunde aber müsste die EU nur eine einzige Reform von Italien verlangen: den Austausch der politischen Klasse.

Spanien

  • Im Sprung gestoppt

    Warum Spaniens Wirtschaft abgestürzt ist

    von Sebastian Schoepp | Spanien, Finanzkrise

    Der Absturz war gewaltig. Nach dem Boom der spani­schen Wirtschaft zwischen 1996 und 2005 traf die Krise 2008 das Land heftig. Nach wie vor neigt die Wirtschaft zur Immobilität, doch sie hätte das Zeug, international konkurrenzfähig zu werden – wären da nicht die Spar­exzesse, die gute Ansätze in Bildung und Industrieförderung abwürgen.

Klimapolitik

  • Endstation Sackgasse

    Die EU-Klimapolitik wird scheitern

    von Oliver Geden | Europa, Klima- und Energiepolitik

    Wenn kein Wunder geschieht, werden wir noch in dieser Dekade das Ende der bisherigen europäischen Klimapolitik erleben: Das Zwei-Grad-Ziel ist nicht zu erreichen, die Widerstände auf europäischer und internationaler Ebene sind zu groß. Doch eine alternative Politik ist noch nicht in Sicht, denn die Debatte ist in hohem Maße moralisch aufgeladen.

Cybersicherheit

  • Das Ende der Nettigkeiten

    Cyberkrieg und Sicherheit im Internet

    von Misha Glenny | Weltweit, Cyber Security

    Das Ende der Nettigkeiten

    Dass die Menschen mit der technologischen Entwicklung im Cyberspace nicht Schritt halten können, ist eine Binsenweisheit. In den vergangenen Jahren aber hat es auf einem Sektor rasante Fortschritte ge­geben, gegenüber dem diplo­matischen Mechanismen zu versagen scheinen – dem Cyberkrieg. Das Thema dürfte die World Conference on International Telecommunications (WCIT-12) dominieren, die am 3. Dezember in Dubai beginnt.

  • Die Verfassung des Internets

    Die EU muss eine gemeinsame Strategie für Cybersicherheit erarbeiten

    von Annegret Bendiek, Ben Wagner | Weltweit, Cyber Security

    Bevor auf globaler Ebene darüber entschieden wird, wie das Internet reguliert werden soll und welche normativen Grundlagen überhaupt gelten, müssen die Europäer eine gemeinsame Haltung entwickeln. Eine solche EU-Strategie sollte aber nicht Sicherheit gegen Freiheit oder Staat gegen Private gegeneinander ausspielen.

Sicherheitspolitik

  • Primat der Wirtschaftsinteressen

    Für NATO und EU brechen schwere Zeiten an, um Sicherheitspolitik zu gestalten

    von Michael Rühle | Weltweit, Sicherheitspolitik

    Wirtschaftliche und energiepolitische Interessen verdrängen traditionelle Sicherheitspolitik und setzen neue Prioritäten. Welche Zukunft haben Militärbündnisse, wenn klassische Sicherheitskonzeptionen entwertet werden und Entscheidungen nur schwer herbeizuführen sind? Gefordert werden flexible Koalitionen und ein breiter Sicherheitsdialog.

  • Staat vor Privat

    Denn am Ende kann der Einsatz privater Sicherheitsdienste teurer werden

    von Thomas Speckmann | Weltweit, Sicherheitspolitik

    Es ist ein Wachstumsmarkt: Rund 1,5 Millionen Mit­ arbeiter von privaten Sicherheitsfirmen sind weltweit tätig. Sie bekämpfen Piraten, bilden Polizisten aus, sichern Botschaften und sind aktiv in Krisen­regionen, aus denen sich der Westen fernhalten will. Doch die Übernahme staatlicher Aufgaben durch nichtstaatliche Dienste birgt enorme Probleme.

Ägypten

  • Mursis neuer Weg

    Der ägyptische Präsident setzt seine ersten außenpolitischen Akzente

    von Markus Bickel | Ägypten, Internationale Politik/Beziehungen

    Mit Obama hat er nur zwei Mal telefoniert, während er Achmadinedschad schon zwei Mal getroffen hat. Das allein könnte die Grundlinien der neuen ägyptischen Außenpolitik verdeutlichen: Mursi will das vormals so enge Verhältnis zu den USA neu ordnen und die bislang gespannten Beziehungen zum Iran trotz aller Kritikpunkte verbessern.

Wirtschaftsmetropolen

  • Sanfter Siegeszug

    Istanbul als TV- und Filmstandort

    von Luisa Seeling | Türkei, Medien/Information

    Jenseits der außenpolitischen Spannungen wird in Istanbuler Studios an der türkischen Softpower gebastelt: Aufwendig produzierte TV-Serien locken ein Millionenpublikum besonders in der arabischen Welt vor den Fernseher. Rund um die Formate ist ein lukrativer Markt entstanden – und auch das türkische Arthouse-Kino ist international erfolgreicher denn je.

Essay

  • Ein anderes Wort für Angst

    Warum die Forderung nach „Respekt“ die offene Gesellschaft bedroht

    von Richard Herzinger | Weltweit, Staat und Gesellschaft

    Nicht nur „Toleranz“, verstanden als duldendes Desinteresse, sondern „Respekt“ war es, das in der Debatte um den „Mohammed-Schmähfilm“ eingefordert wurde. Doch durch die Maxime eines „Respekts“, der als unterschwellige Erpressung daherkommt, droht ein Grundprinzip unserer Freiheit ausgehöhlt zu werden: das offene Austragen von Konflikten.

Brief aus ... Kosice

Internationale Presse

Buchkritik

  • Buch des Jahres 2012

    Leseempfehlungen zur Außenpolitik

    Weltweit, Internationale Politik/Beziehungen

    Buch des Jahres 2012

    „Welches Buch zur internationalen Politik war in diesem Jahr das wichtigste für Sie und warum?“ Diese Frage haben wir an Politiker, Wissenschaftler und Publizisten gestellt. Das Ergebnis: Vor allem die Kennan-Biografie von J. L. Gaddis (drei Nennungen) und Kissingers China-Buch (zwei Nennungen) sollte man gelesen haben – aber auch noch ein paar andere Titel.

  • Die verunsicherte Nation

    Amerika in der Krise

    von Stephan Bierling | Vereinigte Staaten von Amerika, Europa-USA

    Die verunsicherte Nation

    Die USA sind angeschlagen – wirtschaftlich, sozial, innen- und außenpolitisch. Niedergangsszenarien dominieren die Medien, insbesondere in Europa. Ein Überblick neuer Erklärungsversuche der Malaise, die sich auch auf Europa auswirkt, aus der Feder von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern – und Rezepte zu ihrer Überwindung.

  • Kohls tragische Größe

    Die Biografie von Hans-Peter Schwarz weist über den Tag hinaus

    von Eckhard Jesse | Deutschland, Staat und Gesellschaft

    Es ist die zweite Kanzlerbiografie, die der renommierte Zeithistoriker nach dem Standardwerk über Adenauer nun vorlegt. Sie bietet nicht nur einen Einblick in das politische Leben Helmut Kohls, sondern auch in das der Bundesrepublik Deutschland. Im Gegensatz dazu steht das Merkel-Buch von Gertrud Höher, das wohl bald vergessen sein wird.

Schlusspunkt

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