Ausgabe Mai/Juni 2012

In Führung gehen Is purchaseable

In Führung gehen

Die Forderung, Deutschland solle seine internationale Verantwortung stärker wahrnehmen, war zuletzt allgegenwärtig. Doch wie soll Berlin diese Führungsrolle spielen, welche Richtung soll es vorgeben? Verschiedene Wege weisen Autoren wie der außenpolitische Chefkommentator der Financial Times Gideon Rachman, die Außenminister Polens und Luxemburgs Radosław Sikorski und Jean Asselborn sowie der außenpolitische Analyst Ulrich Speck.

IP-Forsa-Frage

In Führung gehen

  • „Führen heißt nicht dominieren“

    Wie Deutschland seinen Part in Europa spielen sollte

    von Jean Asselborn, Radoslaw Sikorski | Europe, German Foreign Policy

    „Führen heißt nicht dominieren“

    Dass Deutschland eine besondere Verantwortung für die Gestaltung der europäischen Politik hat, ist unstrittig. Doch wie lässt sich diese Führungsrolle wahrnehmen, ohne alte Ängste bei den Partnern zu wecken, wo kann, wo sollte Berlin vorangehen? Radosław Sikorski, Außenminister Polens, und sein luxemburgischer Amtskollege Jean Asselborn im Gespräch.

  • Anwalt der Globalisierung

    Wenn Deutschland führen will, muss es Werte stärker vertreten

    von Gideon Rachman | Europe, German Foreign Policy

    Anwalt der Globalisierung

    Die Forderung, Berlin solle „Leadership“ zeigen, war zuletzt allgegenwärtig. Um aus seiner prekären internationalen Lage herauszukommen, sollte Deutschland einen Führungsstil entwickeln, der seiner politischen Kultur entspricht: skeptisch gegenüber Militäreinsätzen, wohlwollend gegenüber dem Freihandel, zur Stabilität mahnend, ohne zu bevormunden.

  • Was für ein Hegemon?

    Berlins Politik führt zu keinem deutschen, sondern einem chaotischen Europa

    von Hans Kundnani | Europe, German Foreign Policy

    Was für ein Hegemon?

    „Zögerlicher Hegemon“, „Hegemon wider Willen“ – viele Beobachter sehen Deutschland seit Beginn der europäischen Schulden- und Währungskrise in der Rolle eines Hegemonen. Doch das führt in die Irre. Ob unwillig oder unfähig: Statt hegemoniale Politik zu betreiben, hält Berlin an der Wirtschaftspolitik eines Kleinstaats fest – auf Kosten Europas.

  • Pfeiler der Freiheit

    Wie Deutschlands weltpolitische Mission aussehen könnte

    von Ulrich Speck | Europe, German Foreign Policy

    Pfeiler der Freiheit

    In den vergangenen Jahrzehnten hatte Deutschland enormes Glück: Die Voraussetzungen seines Erfolgs wurden im Wesentlichen von anderen garantiert. Darauf zu vertrauen, dass diese Glückssträhne ohne eigenes Zutun anhält, wäre riskant. Berlin muss seine starke Position nutzen, um sich für den Erhalt und den Ausbau der liberalen Weltordnung einzusetzen.

  • Einsatz für Europas Werte

    Demokratie und Menschenrechte: Berlins Führung wird dringend gebraucht

    von Judy Dempsey | Europe, German Foreign Policy

    Europa hat der Welt Demokratie und Menschenrechte gebracht. Doch der EU mangelt es heute oft an Glaubwürdigkeit, wenn sie für diese Werte eintritt. Deutschland muss hier eine Führungsrolle übernehmen und auch in Zusammenarbeit mit den Unternehmen demonstrieren: Menschenrechte und Geschäfte schließen sich nicht aus.

  • Wachstumsbeschleuniger

    Wie Deutschlands nächstes Projekt für Europa aussehen könnte

    von Andreas Rinke | Europe, German Foreign Policy

    Europa stöhnt unter der Finanzkrise. Als das Vertrauen in die Reformfähigkeit der Euro-Staaten schwindet, entwickeln Deutschland und Frankreich einen Rettungsplan – und setzen ihn im Eiltempo durch. Ein Rückblick auf das Entstehen des Fiskalpakts? Nein. Ein Szenario zur Verabschiedung eines Wachstumspakts im Jahr 2013.

Iran

  • Finale im Atomstreit?

    Ein Scheitern der Gespräche hätte schwerwiegende Folgen

    von Oliver Schmidt | Iran, Security

    Finale im Atomstreit?

    Die Chancen für eine Lösung im Streit um das iranische Atomprogramm stehen nicht schlecht. Doch das Zeitfenster für eine Einigung schließt sich. Und die Festlegung der amerikanischen Regierung, eine „Atommacht Iran“ nicht hinnehmen zu wollen, ließe bei einem Scheitern der Gespräche kaum etwas anderes zu als ein militärisches Vorgehen.

  • Chronologie der Verhandlungen um das iranische Atomprogramm

    Iran, International Policy/Relations

  • Funke der Hoffnung

    Wie sich der Iran und der Westen trotz aller Hindernisse einigen könnten

    von Geneive Abdo | Iran, Security

    Eine Übereinkunft mit dem Iran, wo der Oberste Religionsführer Ali Khamenei alle Macht an sich gezogen hat, wird schwierig. Unmöglich ist sie nicht. Der Westen wird sich bewegen müssen, um das Regime von seinem Konfrontationskurs in Sachen Atomprogramm abzubringen. Doch auch auf iranischer Seite gibt es „Stimmen der Vernunft“.

  • Russlands rätselhafte Iran-Politik

    Warum der Kreml seine Haltung im Atomstreit überdenken sollte

    von Elkhan Nuriyev | Iran, International Policy/Relations

    Die engen Handels- und Rüstungsbeziehungen zum Iran haben die russische Außenpolitik bislang verleitet, die internationale Sanktionspolitik gegen Teheran zu verschleppen oder zu blockieren. Dabei übersieht Moskau die schwerwiegenden Gefahren, die dem Land an seiner postsowjetischen Südflanke erwüchsen, sollte der Iran Atommacht werden.

Gegen den Strich

  • Die BRICS-Staaten

    von Claudia Schmucker, Stormy-Annika Mildner | People's Republic of China, Economy and Finance

    Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben sich zu einem informellen Klub zusammengeschlossen und treffen sich regelmäßig, um vor wichtigen Konferenzen eine gemeinsame Linie zu finden. Doch bei genauerer Betrachtung stellt man fest: Es gibt nur wenige Gemeinsamkeiten.

Syrien-Konflikt

  • Interventionsoptionen

    Käme es zu einem militärischen Eingreifen, stünde Deutschland in der Pflicht

    von Markus Kaim | Syria, Humanitarian Intervention

    Interventionsoptionen

    Die internationale Politik sieht sich angesichts der Situation in Syrien immer stärker mit einem Dilemma konfrontiert: Entweder akzeptieren die westlichen Regierungen die Grenzen ihrer bisherigen Bemühungen, den Konflikt einzuhegen, und lassen der Eskalation hin zu einem Bürgerkrieg mit Tausenden von Toten ihren Lauf. Oder aber sie erwägen ein militärisches Engagement mit allen damit verbundenen Risiken und einem ungewissen politischen Ausgang.

  • Mit Volldampf in den Zickzackkurs

    Vorläufig gescheitert: die Syrien-Politik der Türkei

    von Günter Seufert | Turkey, Bilateral Relations

    Zehntausende Syrer sind in die Türkei geflüchtet, die türkische Armee schickt Soldaten und Panzer an die Grenze. Welche Rolle kann Ankara, dessen Politik zuletzt widersprüchlich und wenig durchdacht wirkte, in dem Konflikt spielen? Eine Folge der Kehrtwende vom Kuschel- zum Konfrontationskurs ist bereits abzusehen: Statt unabhängig die Geschicke in Nahost zu bestimmen, ist die Türkei erneut im Westen eingebunden.

  • Katars neue Syrien-Politik

    Ein wichtiger, jedoch kein einfacher Partner für Deutschland

    von Guido Steinberg | Qatar, Bilateral Relations

    Katar hat im vergangenen Jahr eine außenpolitische Kehrtwende vollzogen: Es ist vom Vermittler zum Partei ergreifenden Akteur in der regionalen Politik geworden. Dabei hat es sich vom Iran entfernt und Saudi-Arabien angenähert. Dies zeigt sich auch im Syrien-Konflikt, in dem das Golf-Emirat die islamistischen Oppositionsgruppen unterstützt.

Libyen

  • Libyen, Stunde Null

    Chaos oder Stabilität? Ein Land auf der Kippe

    von Julia Gerlach | Libya, Democratization/System Change

    Libyen, Stunde Null

    Moderne Strukturen oder Zerfall? Parteiendemokratie oder Stammesherrschaft? Milizen oder nationale Armee? Islamisierung oder Säkularisierung? Der Neustart in Libyen ist nicht leicht; die Probleme sind vielschichtig und ineinander verschlungen. Doch es gibt Hoffnung, dass der Schritt in einen stabilen freiheitlichen Staat gelingen kann. Trotz allem.

Strategie

  • Die Schwäche des Westens

    ... und wie man sie beheben könnte

    von Constanze Stelzenmüller | Western World, Government and Society

    Die Schwäche des Westens

    Amerika und Europa teilen ein Problem: die Diffusion und Erosion staatlicher Macht, verbunden mit dem Gefühl schwindender Legitimität – man könnte sogar von einer Krise des Sendungsbewusstseins sprechen. Wie kann ein machtpolitisches Paradigma für den Westen in einer Ära der Unsicherheit aussehen? Einige Orientierungsprinzipien.

Venezuela

  • Der bolivarische Irrgarten

    13 Jahre Chávez hinterlassen Venezuela ein schwieriges Erbe

    von Josef Oehrlein | Venezuela, Government and Society

    Der bolivarische Irrgarten

    Vor knapp einem Jahr beschäftigte sich die IP mit dem politischen Erbe Hugo Chávez, dem kürzlich verstobenen Präsidenten Venezuelas. Seine Außenpolitik schien schon vor seinem Tod gescheitert. Und was ist aus Chávez’ Lieblingsprojekt eines vereinten Lateinamerika unter seiner Führung geworden?

Piraterie

  • Piratennetzwerke besser bekämpfen

    Denn die dicken Fische sitzen an Land

    von Rainer Stinner | Somalia, Security

    Die internationale Gemeinschaft geht gegen die Piraten an den Küsten Somalias vor allem militärisch auf See vor. Doch das reicht nicht aus. Die Strafverfolgung an Land muss verstärkt werden, um diese Netzwerke der organisierten Kriminalität effektiv zu bekämpfen. Dabei müssen auch Piratenbosse, Unterhändler und Investoren weltweit verfolgt werden.

Essay

  • Was zählt

    Moderne Demokratien und moralische Dilemmata

    von Fania Oz-Salzberger | Israel, Government and Society

    Was zählt

    Ist ein Menschenleben weniger wert als fünf? Ist Leid, zu dem wir aktiv beitragen, schlimmer als Leid, das wir untätig zulassen? Die Diskussion über den Austausch des israelischen Soldaten Gilad Shalit gegen Tausend verurteilte Palästinenser rührt an ethische Grundfragen. Ein Essay über Philosophie und Politik, über Individuum und Gesellschaft.

Brief aus ... Rom

  • Schluss mit dem Schlendrian

    Unter Mario Monti krempelt Italien die Ärmel auf

    von Birgit Schönau | Italy, Government and Society

    Schluss mit dem Schlendrian

    Ein Mittagessen in einer römischen Residenz. Zu meiner Linken sitzt eine Prinzessin aus einem jener Geschlechter, die vor Jahrhunderten einen Papst hervorgebracht haben. Rechter Hand tafelt Elsa Monti, die Frau des Regierungschefs. Sie erzählt, wie es sich so wohnt im Palazzo Chigi, dem Amtssitz des Ministerpräsidenten.

Internationale Presse

Buchkritik

  • Nichts ist gut in Afghanistan

    … und wenig beim Nachbarn Pakistan: Neue Bücher über eine Krisenregion

    von Jan Kuhlmann | Afghanistan, Security

    Mehr als zehn Jahre nach Beginn der Militärintervention in Afghanistan ist von einem funktionierenden Staat am Hindukusch nur in Ansätzen etwas zu erkennen. Korruption und Drogenhandel blühen, die Taliban sind auf dem Vormarsch. Kaum besser ist die Lage in Pakistan, dem Schlüsselstaat für eine Lösung des Konflikts. Vier Neuerscheinungen.

  • Grüße vom Rest der Welt

    Was für den Westen wie ein Abstieg erscheint, kann insgesamt ein Gewinn sein

    von Thomas Speckmann | Europe, Government and Society

    Gibt es Leben außerhalb der EU? Diese Frage ist berechtigt, wenn man die Titelseiten der europäischen Zeitungen mit dem alles beherrschenden Thema Schuldenkrise betrachtet. Darüber gerät die außereuropäische Welt aus dem Blick – die parallel zu Europas Schwäche an Stärke gewinnt. Sieben Neuerscheinungen.

Schlusspunkt

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