Ausgabe Juli / August 2012

Zu neuen Ufern Is purchaseable

Zu neuen Ufern

Über Jahrtausende war das Mittelmeer nicht nur Raum, sondern Konzept – ein Konzept der Integration. Spätestens seit der Moderne aber sind die Verbindungen unterbrochen, das Mittelmeer „zerrissen, zerstückelt, zerbrochen“, wie der Historiker David Abulafia schreibt. Nun eröffnen die Umbrüche in den arabischen Staaten neue Möglichkeiten für eine Politik des Mittelmeers. Nathalie Tocci, Roderick Parkes, Saban Kardas, Christian Le Mière und andere erklären, warum die EU eine andere Politik braucht und wie diese aussehen könnte.

Forsa-Frage

  • IP-Forsa-Frage

    Cyberwar

    Weltweit, Cyber Security

    IP-Forsa-Frage

    In den vergangenen Monaten wurden gezielt Computerviren gegen iranische Atomanlagen eingesetzt, um die Entwicklung des Atomprogramms zu behindern. Halten Sie ein solches Vorgehen grundsätzlich für gerechtfertigt oder nicht?

Zu neuen Ufern

  • Unser aller Meer

    Identität, Geschichte und Zukunft des Mittelmeers

    von David Abulafia | Mittelmeer/Mittelmeerraum, Staat und Gesellschaft

    Unser aller Meer

    Zerrissen, zerstückelt, zerbrochen: Viel ist nicht geblieben von der Einheit, als die sich der Mittelmeerraum über weite Strecken seiner Geschichte präsentierte, ganz zu schweigen von der viel beschworenen „Mittelmeer-Identität“. Kann ein historischer Ansatz für die Region uns helfen, ihre aktuellen Probleme besser zu verstehen?

  • Pragmatisch statt bürokratisch

    Empfehlungen für eine neue Mittelmeerpolitik der Europäischen Union

    von Nathalie Tocci | Mittelmeer/Mittelmeerraum, Europäische Union

    Pragmatisch statt bürokratisch

    Auf der Suche nach einer Strategie für die euro-mediterrane Region sollte sich die EU nicht lange mit dem Rückgriff auf starre und unflexible Rahmenwerke wie Euro-Mediterrane Partnerschaft oder Mittelmeerunion aufhalten. Sinnvoller ist ein pragmatischer Ansatz, der Impulse und Anregungen der Beteiligten in- und außerhalb der Region aufnimmt.

  • Finanzspritzen und Erfahrungsschätze

    Wie Europa die Volkswirtschaften Nordafrikas unterstützen kann

    von Jan Völkel | Mittelmeer/Mittelmeerraum, Wirtschaft & Finanzen

    Um den südlichen Mittelmeeranrainern mit ihren sehr heterogenen Strukturen wirtschaftlich auf die Beine zu helfen, muss die EU indi­viduelle Strategien entwickeln. Allein wird sie die enorme Unterfinanzierung der Volkswirtschaften jedoch nicht bewältigen. Helfen kann sie vor allem mit Know­how – auch dank ihrer eigenen Transformationserfahrung.

  • Aufschwung durch Ausbildung

    Wie die EU den Arbeitsmarkt im südlichen Mittelmeer ankurbeln kann

    von Ashraf Mansour | Bildung

  • Eine Solarunion für das Mittelmeer

    Der Beitrag der Energiepolitik zur transmediterranen Kooperation

    von Oliver Gnad | Mittelmeer/Mittelmeerraum, Rohstoffe & Energie

    Eine Solarunion für das Mittelmeer

    Wie könnte eine moderne, von gemeinsamen Interessen geleitete Zusammenarbeit im EUMENA-Raum aussehen? Welchen Beitrag können die Energiepolitik und namentlich die Desertec-Initiative leisten, um eine solche Zusammenarbeit zu etablieren? Entwurf einer Strategie – und Plädoyer für einen Paradigmenwechsel.

  • Hallo, junge Nachbarn!

    Die EU braucht ein partnerschaftliches, aufgeklärtes Grenzkontrollsystem

    von Roderick Parkes | Mittelmeer/Mittelmeerraum, Migration

    Hallo, junge Nachbarn!

    In Nordafrika wachsen die Gesellschaften und mit ihnen die Jugendarbeitslosigkeit; Europa hat ein Überalterungsproblem. Eine Lösung zum beiderseitigen Nutzen liegt auf der Hand. Technokratische Top-Down-Ansätze haben aber keine Chance auf Erfolg. Und Europas Regierungen müssen ihren Wählern unbequeme Wahrheiten sagen.

  • Die Welle der Veränderungen anführen

    Türkische Außenpolitik im Nahen und Mittleren Osten

    von Saban Kardas | Türkei, Internationale Politik/Beziehungen

    Ob Arabischer Frühling oder die Beziehungen mit den Nachbarländern: Die Türkei beteiligt sich aktiv an der Gestaltung der Region, sind doch die eigene Stabilität und Sicherheit betroffen. Ihre Erfahrungen mit der Demokratie und Reformprozessen können dabei in turbulenten Zeiten ein Vorbild für andere Länder der Region sein.

  • Die Konkurrenz schläft nicht

    China, Russland und die Golf-Staaten positionieren sich im Mittelmeerraum

    von Christian Le Mière | Wirtschaft & Finanzen

    Nicht nur die EU muss ihre Politik in den arabischen Umbruchstaaten neu ausrichten. Die Politik von China, Russland und den Golf-Staaten im Mittelmeerraum ist ebenfalls im Wandel, erweist sich aber oft als aktiver als die der Europäer. Und die Konkurrenten stellen im Unterschied zur EU kaum Bedingungen.

  • Vermittler in Bedrängnis

    Politische Stiftungen und Demokratieförderung in der arabischen Welt

    von Nicole Renvert | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Staat und Gesellschaft

    Knapp ein Jahr nach Beginn der Arabellion fällt die Bilanz zum Teil ernüchternd aus. Die EU, die mit dem „Demokratiefonds Nordafrika“ auch die deutschen politischen Stiftungen mit zusätzlichen Ressourcen ausstattet, muss feststellen, dass sie bei den Eliten in einigen Ländern auf Widerstand stößt. Scheitert der Versuch, den Wandel mitzugestalten?

Grüne Städte

  • Die Erde als Stadt

    Von einer neuen Erdepoche namens Anthropozän

    von Christian Schwägerl | Weltweit, Demografie

    In der Umweltdebatte wird der Horizont weiter: Grüne Städte könnten der Einstieg in ein „Anthropozän“ mit positiven Vorzeichen sein. Womöglich werden nicht nur Archäologen, sondern auch Geologen dereinst rekonstruieren können, wie „smart“ und „green“ die Entscheidungen waren, die zu Beginn der „Erdepoche des Menschen“ gefallen sind.

  • Das Kommunale ist global

    Der weltweite Klimawandel lässt sich nur durch Grüne Städte stoppen

    von Philipp Rode, Dimitri Zenghelis | Weltweit, Demografie

    Das Kommunale ist global

    Geht es um Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz, sind Städte zu großen Laboratorien geworden, wo Theorien in die Praxis umgesetzt werden. Die urbanen Ökonomien sorgen dafür, dass sich Investitionen in grüne Innovationen und Geschäftsmodelle rechnen – zum Wohle der Metropolen wie der Erde insgesamt.

  • Von der Industriebrache zur Ökoidylle

    Grüne Städte in China: ein Streifzug

    von Kristina Simons | China, Demografie

    Von der Industriebrache zur Ökoidylle

    Chinas Wirtschaft wächst rasant. Millionen Menschen ziehen vom Land in die Städte. Sie brauchen Gebäude, Infrastruktur, Wasser, Nahrung, Arbeit. Das für ungebremsten Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bekannte Land sucht mit neuen Ökostädten vom Reißbrett nach zukunftsfähigen Konzepten. Zum Beispiel mit der Tianjin Eco-City.

  • Grüne Städte

    Vier Beispiele

    Weltweit, Klima und Umwelt

    Grüne Städte

    Welche Strategien verfolgen New York, Masdar City in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das südkoreanische Songdo und die brasilianische Metropole Curitiba, um grüner zu werden und ihren CO2-Ausstoß zu mindern? Wie erfolgreich sind sie dabei? Ein Streifzug.

Gegen den Strich

  • Wachstum

    Fünf Thesen auf dem Prüfstand

    von Imme Scholz | Weltweit, Wirtschaft & Finanzen

    Wachstum

    Wohlstand ist bisher immer mit Wirtschaftswachstum zusammen gedacht worden. Das muss anders werden, wenn die ökologischen und sozialen Grundlagen menschlicher Gesellschaften nicht unterminiert werden sollen. Neue Konzepte für die Messung von Wachstum liegen auf dem Tisch und bieten interessante Alternativen an.

Frankreich

  • Ein neuer Homer für Europa?

    Merkozys Zeit der Küsschen ist vorbei

    von Claire Demesmay | Europa, Bilaterale Beziehungen

    Ein neuer Homer für Europa?

    „Merkozy“ ist seit den Präsidentschaftswahlen Geschichte. François Hollande will in Europa einen anderen Kurs als sein Vorgänger fahren, ob in der Fiskal- oder der Wirtschaftspolitik. Das wirkt sich auch auf die deutsch-französische Zusammenarbeit aus: Kann sich ein „Homer“ der Partner auf Augenhöhe bilden, der Europa durch die Krise steuert?

Kambodscha

  • Im Garten mit Pol Pot

    Kambodscha, 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs

    von Justus Krüger | Kambodscha, Staat und Gesellschaft

    Erstaunliches Wirtschaftswachstum und extreme Ungleichheit, autoritäre Regierung und lebendige Zivilgesellschaft, alter Filz und junge Bevölkerung: Kambodschas Weg vom Extremfall eines Failed State zu einem Land, in dem es sich leben lässt, ist ein dramatischer, ambivalenter, schmutziger Prozess. Ein Reisebericht aus Phnom Penh.

Ressourcen

  • Schatzkammer Arktis

    Deutschlands Interessen an Rohstoffen aus dem Hohen Norden

    von Helga Haftendorn | Arktis, Rohstoffe & Energie

    Die Arktis ist eine der rohstoffreichsten Regionen der Erde. Ihre Bodenschätze können dazu beitragen, den Bedarf der deutschen Industrie zu befriedigen. Ohne den Import energetischer und metallischer Rohstoffe aus der Region nördlich des Polarkreises, vor allem der Seltenen Erden, wird die deutsche Industrie künftig nicht wettbewerbfähig sein.

Sicherheitspolitik

  • Smart Defence

    Anspruch, Mehrwert und Auswirkungen für Europa

    von Wolfgang Ischinger, Wolfgang Schneiderhan, Philipp Gallhöfer, Bastian Giegerich, Ryan Mol, Timo Noetzel | Weltweit, Sicherheitspolitik

    Smart Defence

    Die EU nennt es Pooling and Sharing, die NATO spricht von Smart Defence: Dabei geht es vor allem um verbesserte multinationale Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, um effektiver und kostengünstiger agieren zu können und langfristig Vertrauen aufzubauen.

  • NATO-Raketenabwehr

    Pro & Contra

    von Svenja Sinjen, Dirk Schuchardt | Weltweit, NATO

  • Sicherheit in neuem Rahmen

    Nicht das Militär, sondern die Diplomatie wird wieder im Zentrum stehen

    von Thomas Will | Weltweit, Sicherheitspolitik

    Die Befreiung Kuwaits 1991 und der für 2014 vorgesehene Rückzug aus Afghanistan markieren Anfangs- und Endpunkt westlicher Weltordnungspolitik. Der „unipolare Moment“ ist Vergangenheit; die Staaten kehren in ihre zentrale Rolle zurück – in einer grundlegend veränderten Staatenwelt. Die deutsche Sicherheitspolitik muss neu bestimmt werden.

  • Ein politisches Projekt

    Die GSVP ist Sache Europas, nicht der NATO

    von Hans-Dieter Heumann | Weltweit, Sicherheitspolitik

    Vor kurzem veröffentlichte die IP Vorschläge, wie Deutschland die GSVP beleben könnte. Die Autoren forderten unter anderem eine „NATO First Politik“. Ist das das richtige Signal? Wohl nicht, denn die gemeinsame Verteidigung ist eine Angelegenheit der weiteren europäischen Integration.

Essay

  • Kleider machen Politik

    Von uniformierenden Anzügen und vielsagenden Hüten

    von Florence Gaub | Weltweit, Staat und Gesellschaft

    Kleider machen Politik

    Kleidung schützt und schmückt nicht nur, sie sagt auch etwas aus über den Träger: Ob er sich als Teil einer Gruppe sieht (Militäruniform, Mao-Jacke), eine politische Haltung ausdrückt (Palästinensertuch) oder seine Individualität betont. In Gesellschaften mit großen Hierarchien, wie Italien und Frankreich, legt man besonders viel Wert auf Kleidung.

Brief aus ... Tel Aviv

Internationale Presse

Buchkritik

  • Ist das schon Krieg?

    Cyberwar und Cybercrime: drei Neuerscheinungen

    von Christian Stöcker | Weltweit, Cyber Security

    Entgleisende Züge, kollabierende Stromnetze, explodierende Raffinerien: So malen Experten das Schreckgespenst eines digitalen Krieges an die Wand. Doch wer sich auf dem Buchmarkt umschaut, kommt zu einem etwas vorsichtigeren Urteil. Bei den Gefahren, die im Internet lauern, geht es noch eher um Kriminalität und Spionage als um Kriegführung.

  • Der Staat als Netzwerk

    Von Gorbatschow bis zum System Putin: neue Bücher über Russland

    von Stefan Meister | Russische Föderation, Staat und Gesellschaft

    Russland ist in den vergangenen 20 Jahren weit offener und westlicher geworden, als es je zuvor war. Doch wie die jüngsten Demonstrationen gezeigt haben, fehlen funktionsfähige Institutionen, die das Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft ausbalancieren können. Was verhindert eine Normalisierung dieses Verhältnisses? Drei Neuerscheinungen.

Schlusspunkt

  • Gerechtigkeitslücken im Gemütseuropa

    Wer alles der Euro-Zone beitreten müsste, wenn Kultur das Kriterium ist

    von Jochen Bittner | Griechenland, Europäische Union

    Gerechtigkeitslücken im Gemütseuropa

    Eine Bitte an alle Krisendebattierer. Es gibt im Wesentlichen einen guten Grund, Griechenland im Euro zu halten. Der Grund lautet: Wir wissen nicht, was letztlich auch uns passiert, wenn die Griechen aus dem Euro fliegen.

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  • Krise ohne Grenzen

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