Ausgabe September/Oktober 2013

Was vom Kriege übrig blieb Is purchaseable

Was vom Kriege übrig blieb

Der Afghanistan-Krieg dauert bereits länger als Erster und Zweiter Weltkrieg zusammengenommen. Welche Lektionen hält der erste große militärische Auslandseinsatz Deutschlands nach 1945 bereit? Wie groß sind die Chancen, dass der Abzug 2014 die Region nicht endgültig ins Chaos stürzt? Darüber schreiben Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.

IP-Forsa-Frage: NSA-Spähaffäre

Afghanistan

  • Lektionen aus dem langen Krieg

    Was hätten wir in Afghanistan besser machen können?

    von Elke Hoff | Afghanistan, Konflikte und Strategien

    Lektionen aus dem langen Krieg

    Es ist viel erreicht worden in Afghanistan. Aber ist es auch viel, gemessen an den Ansprüchen, die zur Rechtfertigung des Krieges formuliert wurden? Warum war es nicht möglich, eine stringente Strategie zu entwickeln, die afghanische Bevölkerung für sich zu gewinnen, stabile Regierungsstrukturen aufzubauen? Und was gäbe es zu lernen?

  • Nachfolgemission impossible?

    Derzeit ist unklar, ob westliche Truppen nach 2014 in Afghanistan bleiben

    von Markus Kaim | Afghanistan, Konflikte und Strategien

    Nachfolgemission impossible?

    Eigentlich gilt die Nachfolgemission „Resolute Support“ zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte nach 2014 als ausgemacht. Auch die Bundesrepublik hat sich schon verpflichtet. Doch Washington und Kabul können sich bislang nicht einigen. Beteiligen sich aber keine US-Truppen, befände sich Deutschland in einem Dilemma.

  • Weg vom Abgrund

    Nur Gespräche mit den Taliban können Afghanistan Frieden bringen

    von Ahmed Rashid | Afghanistan, Konflikte und Strategien

    Weg vom Abgrund

    Vor dem Abzug des Westens steigt das Ausmaß der Gewalt dramatisch. Dabei sind alle Seiten – Amerikaner, Taliban und die afghanische Regierung – zu Gesprächen bereit. Nur so ließe sich ein Waffenstillstand erreichen, der Bedingung dafür ist, dass 2014 faire Wahlen stattfinden können. An einer Machtbeteiligung der Taliban führt kein Weg vorbei.

  • „Die Lage der Frauen ist deutlich besser“

    Was in Afghanistan auf dem Spiel steht: Interview mit Suzana Lipovac

    von Suzana Lipovac | Afghanistan, Konflikte und Strategien

    „Die Lage der Frauen ist deutlich besser“

    Vor dem Abzug der internationalen Truppen Ende 2014 glaubt eine Mehrheit der Afghanen, dass ihr Land auf einem guten Weg ist und sich die Situation namentlich der Frauen verbessert hat. Und nach dem Abzug? Steht zu befürchten, dass die prekäre Stabilität wieder in sich zusammenfällt, so Suzana Lipovac von der Hilfsorganisation KinderBerg im Gespräch mit der IP.

  • Die Zähmung der Widerspenstigen

    Kann Pakistan die Taliban im eigenen Staat kontrollieren?

    von Christian Wagner | Pakistan, Konflikte und Strategien

    Die Zähmung der Widerspenstigen

    Lange hat Islamabad die Taliban in Afghanistan unterstützt, um in Kabul mitzuregieren, Indien herauszuhalten und den Zugang nach Zentralasien zu sichern. Doch das hat sich als Bumerang erwiesen: Heute bedrohen die pakistanischen Taliban den Staat. Im Interesse Pakistans wäre eine enge Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung.

Freund hört mit

  • „Europas Antwort: strenger Datenschutz“

    Interview mit der EU-Kommissarin Viviane Reding

    Cyber Security

    „Europas Antwort: strenger Datenschutz“

    Lange genug hat es gedauert: Nach dem NSA-Skandal arbeitet die EU endlich an einem strengeren Datenschutzabkommen. Amerikanische Unternehmen müssen sich dann ohne Wenn und Aber an die neuen Regeln ­halten, wenn sie vom großen europäischen Binnenmarkt profitieren wollen. Auch europäische Clouds könnten mehr Sicherheit bieten.

  • Welcome to a Whole New World

    Der NSA-Skandal zerstört die Illusionen der Deutschen

    von Andreas Rinke | Deutschland, Cyber Security

    Der NSA-Skandal bringt einen Paradigmenwechsel in die Debatte über das digitale Zeitalter. Politik und breite Öffentlichkeit ent-decken, wie wenig sie über die Folgen der neuen Cyberwelt nachgedacht haben. Alles muss neu diskutiert und verhandelt werden, vor allem die künftige Rolle von Staaten, Militärs und Unternehmen.

Gegen den Strich

  • Datenschutz

    von Alan Posener | Weltweit, Cyber Security

    Für Deutschlands Medien sind die Fronten in der NSA-Abhöraffäre klar: hier die sammelwütigen Angelsachsen, denen Sicherheit alles und das Recht auf Privatheit nichts ist, dort die durch bittere Erfahrung geläuterten Deutschen, tapfer die Freiheit des Individuums verteidigend. Hält eine dieser Thesen einer näheren Überprüfung statt? Nein. Zum Glück.

Transatlantische Beziehungen

  • Ein Gewinn für den Westen

    Eine transatlantische Handelspartnerschaft besäße Modellcharakter

    von Hans-Ulrich Klose, Klaus Scharioth | Westliche Welt, Freihandel

    Ein Gewinn für den Westen

    Es geht nicht „nur“ um den Abbau von Handelshemmnissen oder um dringend benötigte Wachstumsimpulse für Europa und die USA. Eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft hat auch eine geopolitische Dimension: Ein Abkommen wäre ein unübersehbares Signal für die Vitalität und Gestaltungskraft des Westens.

Syrien

  • Die syrische Hölle

    Warum wir die Lehren aus Bosnien nicht vergessen dürfen

    von Wolfgang Ischinger | Syrien, Sicherheitspolitik

    Die syrische Hölle

    Gegner einer Intervention in Syrien verweisen gern auf die ernüchternden Erfahrungen in Afghanistan und im Irak. Dabei ließen sich aus dem Bosnien-Krieg die besseren Lehren ziehen: Nicht einzugreifen ist auch keine gute Option. Je länger ein ethnisch-konfessioneller Konflikt dauert, desto schwieriger wird die Herstellung einer Nachkriegsordnung.

Deutsche Russland-Politik

  • Mehr Mut gegenüber Moskau

    Wie eine neue deutsche Russland-Politik aussehen könnte

    von Stefan Meister | Russische Föderation, Bilaterale Beziehungen

    Mehr Mut gegenüber Moskau

    Auf den ersten Blick ist die Debatte über Deutschlands Russland-Politik eine Reaktion auf wachsende autoritäre Tendenzen unter Wladimir Putin. Dahinter steht jedoch mehr: ein sich wandelndes Selbstverständnis deutscher Außenpolitik, der Streit um „Werte“ versus „Interessen“ und die Frage: Ist das eine wirklich nicht mit dem anderen vereinbar?

Belarus

  • Alle Macht dem Präsidenten!

    Wie das System Lukaschenko funktioniert

    von Ingo Petz | Belarus, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Alle Macht dem Präsidenten!

    Wie konnte sich Aleksandr Lukaschenko 20 Jahre an der Macht halten? Mit Hilfe einer treuen Truppe alter Sowjetbürokraten, des KGB und eines Deals: Wer Prada liebt, muss auch ihn akzeptieren. Notwendige Wirtschaftsreformen oder gar Ideen für die Zukunft von Belarus hat er nicht. Auf Veränderungen wird er weiter mit Repressionen reagieren.

Ägypten

  • Demokratie ist nicht alles

    Ägypten muss sich mit vergangenem und andauerndem Unrecht beschäftigen

    von Patrick Schneider | Ägypten, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

    Demokratie ist nicht alles

    Ägypten braucht mehr als eine neue Verfassung und demokratisch gewählte Volksvertreter. Nur die Einbindung aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte in einen strukturierten Übergangsprozess kann die Gesellschaft vor einem Abstürzen in den Bürgerkrieg bewahren. Transitional Justice wäre das Gebot der Stunde und der kommenden Jahre.

Indien

  • Tiger oder Kätzchen?

    Indiens außenpolitische Debatten zeugen von andauernder Selbstfindung

    von Sandra Destradi | Indien, Schwellenländer

    Tiger oder Kätzchen?

    Vollmundige Voraussagen, Indien würde alsbald in den Kreis der Global Player aufsteigen, sind heute seltener zu hören. Tatsächlich mangelt es der indischen Außenpolitik weiterhin an Personal, Exper­tise und informierteren Diskussionen. Als Großmacht müsste Neu-Delhi zudem mehr für die Stabilisierung seines regionalen Umfelds leisten.

China

  • Ankunft in der Realität

    China zwischen Traum und Wirklichkeit einer neuen Weltordnung

    von Nele Noesselt | China, Politische Kultur

    Ankunft in der Realität

    Die chinesische Führung hat einen neuen außenpolitischen Slogan: den „chinesischen Traum“. Dieser steht symbolisch für den Anspruch, einen zentralen Platz im internationalen System einzunehmen. Zugleich treiben Pekings außenpolitische Denker Überlegungen für die Reform der globalen Ordnung um – auch jenseits ideologischer Formeln.

Malaysia

  • Gestohlene Wahlen

    In Malaysia bröckelt die Macht der Regierungskoalition

    von Andreas Ufen | Malaysia, Staat und Gesellschaft

    Gestohlene Wahlen

    Die Nationale Front ist seit vielen Jahrzehnten an der Regierung, mit Wahlmanipulationen und anderen Tricksereien hat sie ihre Macht ausgebaut. Doch nun gewinnt die oppositionelle Volksallianz an Bedeutung. Neben der Polarisierung zwischen Regierung und Opposition wird die malaysische Politik stark von ethnischen und religiösen Konflikten geprägt.

Klimawandel

  • Der Klimakrieg fällt aus

    Veränderte Umweltbedingungen führen nicht automatisch zu mehr Konflikten

    von Omid Nouripour | Weltweit, Klima und Umwelt

    Der Klimakrieg fällt aus

    Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, zwischen Klimawandel und dem Auftreten von Konflikten bestünde ein kausaler Zusammenhang, wurde in zahlreichen Studien widerlegt. Alarmismus ist hier also fehl am Platz. Klimawandel ist ein Thema der Umwelt- und nicht der Sicherheits- oder Verteidigungspolitik.

Essay

  • Die „Kavallerie“ reitet nur gen Westen

    Der Kulturrelativismus, der heute Mainstream ist, stützt despotische Regime

    von Richard Herzinger | Weltweit, Politische Kultur

    Die „Kavallerie“ reitet nur gen Westen

    Alten Völkern wie den Chinesen seien neue „westliche“ Werte wesensfremd, an die Russen müsse man „andere Maßstäbe“ anlegen, die Afghanen seien noch nicht reif für Menschenrechte und Demokratie: Wer im Westen so kulturrelativistisch denkt und argumentiert, leistet -Illusionen über die Stabilität autoritärer Regime Vorschub.

Brief aus ... Miami

Internationale Presse

Buchkritik

  • Die Wende in Worte fassen

    Wie erklären wir’s den Nachbarn? Neue Bücher zur Energiepolitik

    von Paul Hockenos | Deutschland

    Ein Buch über die deutsche Energiewende zu schreiben, ist ein schwieriges Unterfangen. Das Thema ist hochkomplex und so dynamisch, dass der Titel oft veraltet ist, wenn es auf den Markt kommt. Das macht es nicht einfacher, Deutschlands Partner in Europa zu überzeugen, dass die Wende mehr ist als eine kurzzeitige energiepolitische Panikreaktion.

Schlusspunkt

Aktuelle Ausgabe

IP Wirtschaft

 

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