Ausgabe März/April 2014

Keine Offenbarung Is purchaseable

Keine Offenbarung

Der Arabische Frühling hat Islamisten zum Machtfaktor gemacht. Ihre bisherige Bilanz fällt aber insgesamt bescheiden aus. Erst kürzlich hat der Sturz der Muslimbrüder in Ägypten das sunnitische Lager gespalten. Ist mit dem politischen Islam überhaupt Staat zu machen?

IP-Forsa-Frage

  • IP-Forsa-Frage

    Mehr außenpolitisches Engagement Deutschlands?

    Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    IP-Forsa-Frage

    Sollte Deutschland sich stärker in der Welt engagieren? Falls ja: Deutschland sollte sich mehr als bisher engagieren …

Keine Offenbarung

  • Durch die arabische Welt ein Riss

    Im Nahen und Mittleren Osten verschieben sich die Gravitationszentren

    von Henner Fürtig, Annette Ranko | Islamische Welt, Politische Kultur

    Durch die arabische Welt ein Riss

    Seit dem Sturz Mursis ist das sunnitische Lager gespalten – auf der einen Seite die Kräfte um Saudi-Arabien, die den Militärputsch gutheißen, auf der anderen die Türkei und Katar, die die Muslimbruderschaft weiter unterstützen. Während beide Lager auf Distanz zum Westen gehen, steuert der schiitische Iran einen Annäherungskurs.

  • Islamisten nicht isolieren

    Barrieren für eine echte Teilnahme am politischen Prozess müssen sinken

    von Ibrahim El Houdaiby | Islamische Welt, Politisches System

    Islamisten nicht isolieren

    Der Arabische Frühling hat Islamisten die Teilhabe an der Macht ermöglicht. Doch fehlt ihnen die nötige Kompetenz, und seit dem Sturz Mursis sind sie auf dem gefährlichen Weg in die Isolation. Nötig wären eine kluge Einbindung, die es Islamisten erlaubt, beispielsweise auf lokaler Ebene Regierungserfahrung zu sammeln, und eine Übergangsjustiz.

  • „Der Hybrid ist das Modell der Zukunft“

    Es gibt keinen „reinen“ islamischen Staat – er braucht Elemente der Moderne

    von Shaul Bakash | Islamische Welt, Politisches System

    Die Errichtung eines „islamischen Staates“ ist eine der zentralen Forderungen des politischen Islam. Nur haben es dessen Denker versäumt, tiefer über fundamentale Fragen wie Religion und Staat oder die Rechte des Individuums nachzudenken. Will der politische Islam Probleme der modernen Welt lösen, muss er aber Anleihen bei der westlichen Moderne nehmen.

  • Neue „Zeit der Prüfung“

    Der ägyptischen Muslimbruderschaft steht eine ungewisse Zukunft bevor

    von Khalil al-Anani | Ägypten, Politisches System

    Neue „Zeit der Prüfung“

    Von der islamistischen Untergrundbewegung zur Regierungspartei: An diesem Schritt ist Ägyptens Muslimbruderschaft gescheitert – vor allem, weil sich die Konservativen in der Bewegung durchsetzten. Die Unterdrückung durch die Militärregierung sehen sie jetzt als Zeit der Prüfung. Dabei wäre es viel besser, die Muslimbrüder einzubinden.

  • Meilenstein der Mäßigung

    Tunesiens Verfassung ist verabschiedet, sie muss sich aber noch bewähren

    von Isabel Schäfer | Tunesien, Staatsaufbau

    Meilenstein der Mäßigung

    In Tunesien, dem Ursprungsland des Arabischen Frühlings, ist der demokratische Übergang bislang noch am besten geglückt. Die neue Verfassung spiegelt einen Ausgleich der Lager wider; die Ennahda-Partei begnügt sich damit, die Macht erst auf längere Sicht zu erobern. Antworten auf drängende Probleme haben die Islamisten allerdings nicht zu bieten.

  • Dschihad im fremden Land

    Welche Rolle spielt der „Islamische Staat im Irak und Syrien“?

    von Christoph Reuter | Syrien

    Dschihad im fremden Land

    Vor nicht einmal einem Jahr bestand der harte Kern des „Islamischen Staats im Irak und Syrien“ (ISIS) aus einer zusammengewürfelten Schar Dschihadisten. Jetzt ist aus ISIS eine schlagkräftige, brutale Truppe geworden – die aber fast alle gegen sich aufbringt und keine Ahnung hat, was überhaupt für den Aufbau eines Gemeinwesens notwendig wäre.

Deutsche Außenpolitik

  • Zu kurz gesprungen

    Deutsche Außenpolitik zwischen Selbstüberschätzung und Wegducken

    von Hanns W. Maull | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Zu kurz gesprungen

    Dass neue Macht mit neuer Verantwortung einherzugehen habe, ist eine Erkenntnis, die in einer neuen Studie von GMF und SWP schon in der Überschrift anklingt. Wenn die Bundesregierung vor allem auf Kontinuität setzt, ist das zu wenig: Berlins Außenpolitik muss sich neu aufstellen, wenn sie die anstehenden Aufgaben in der Welt meistern will.

  • Auftrumpfend und abkanzelnd

    Deutschland sollte dringend über seinen außenpolitischen Stil nachdenken

    von Bernd Ziesemer | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Auftrumpfend und abkanzelnd

    Über die deutsche außenpolitische Debatte hat sich ein neuer publizistischer Oberton gelegt: beleidigt und beleidigend zugleich. Ist Berlin heute so isoliert wie vor 100 Jahren? Gemach. Doch im Verzicht auf Politik, im Unvermögen, unterschiedliche Interessen in Europa zu akzeptieren, ähnelt der „neue Wilhelminismus“ durchaus seinem Vorgänger.

  • Ertüchtigen statt wegsehen

    Eine deutsche Initiative soll das Krisenmanagement der GSVP verbessern

    von Jana Puglierin, Sebastian Feyock, Yvonne van Diepen | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Ertüchtigen statt wegsehen

    Bundeskanzlerin Merkel sagte es ganz deutlich: NATO und EU können nicht jede Krise lösen. Ist deshalb der deutsche Vorschlag für eine Enable and Enhance -Initiative, kurz E2I, ein neuer Weg? Viele Fragen sind noch offen, und -Berlin sollte jetzt seine Rolle als Impulsgeber der GSVP wahrnehmen.

Gegen den Strich

  • Der Afrikanische Nationalkongress

    Dichtung und Wahrheit über Südafrikas „ewige“ Regierungspartei

    von Hans Brandt | Geographical areas of Africa, Politische Kultur

    Der Afrikanische Nationalkongress

    Seit 20 Jahren regiert der Afrikanische Nationalkongress (ANC) in Südafrika. Im Dezember ist Nelson Mandela, die Symbolfigur der Demokratisierung, gestorben, im Frühling stehen die nächsten allgemeinen Wahlen an. Kann die Partei an Mandelas Erbe anknüpfen? Kann sie ihren Anspruch, die Vertreterin der schwarzen Mehrheit zu sein, aufrechterhalten?

Ukraine

  • Alle Wege führen nach Westen

    ... doch wie schnell die Ukraine dort ankommt, hängt auch von Europa ab

    von Mykola Riabchuk

    Wie das politische Ringen in Kiew ausgehen wird, ist noch völlig unklar. Das günstigste Szenario sähe umfassende Reformen, einige Kompromisse und die Zusammenarbeit zwischen den Gemäßigten auf beiden Seiten vor. Zwar spricht derzeit nicht viel dafür. Doch langfristig ist der Pfad der Ukraine nach Europa vorgezeichnet. Dabei muss die EU sie unterstützen.

Europäische Union

  • Mehr Öffentlichkeit wagen

    Die EU braucht einen Wandel ihrer politischen Kultur

    von Manfred Degen | Europa, Politisches System

    Mehr Öffentlichkeit wagen

    Wie kann ein Europa entstehen, das den Bürgern mehr -Gestaltungsmöglichkeiten einräumt? Weitere Vertragsrevisionen – und damit Reformen der institutionellen „Hardware“ – sind kein Mittel. Eine Änderung der „Software“, der politischen Kultur, aber schon. Und dazu gehörten auch öffentliche Sitzungen einiger wichtiger Gremien der EU.

  • Stückwerk statt Strategie

    Die Zeit ist noch nicht reif für eine große Verfassungsdebatte in Europa

    von Majid Sattar | Deutschland, Deutsche Außenpolitik

    Auch die Große Koalition wird wohl kein Grand Design für die Vertiefung der Europäischen Union entwerfen können. Der Wille wäre gewiss da, aber zu klein ist das Zeitfenster und zu groß der Widerstand in mehreren EU-Staaten. Außerdem hat die Euro-Krise zu der Einsicht geführt, dass man auch mit Stückwerkreformen weiterkommt.

Schwarze Schwäne

  • Auf der Suche nach schwarzen Schwänen

    Fragen an Stefanie Babst, Leiterin des Planungs- und Analysestabs der NATO

    von Stefanie Babst | Weltweit, Neue Risiken

    Auf der Suche nach schwarzen Schwänen

    Aus Sicht strategischer Denker ist nichts furchteinflößender als ein „schwarzer Schwan“: ein höchst unwahrscheinliches Ereignis, das dennoch eintritt. Wie lassen sich solche „unknown unknowns“ identifizieren, wie in Planungen mit einbeziehen? Sind Staaten oder Organisationen hinreichend auf Überraschungen vorbereitet? Auftakt einer neuen IP-Reihe.

Syrien

  • Pfad der Krieger

    Syriens Kurden steuern im Bürgerkrieg einen Mittelkurs – Richtung Autonomie

    von Nils Metzger | Syrien

    Neben Rebellen und Regierung sind die syrischen Kurden die dritte Fraktion im Bürgerkrieg. Lange Zeit strebten sie ihre Ziele nur politisch an – doch die Angriffe extremistischer Islamisten zwangen auch sie, zu den Waffen zu greifen. Auf dem Weg zu einer schleichenden Unabhängigkeit sind sie seitdem ein gutes Stück vorangekommen.

Geopolitik

  • Wem gehören die „global commons“?

    Der Wettlauf um noch nicht eroberte Gebiete hat begonnen

    von Andreas Rinke | Weltweit, Rohstoffe & Energie

    Man muss das Jubiläumsdatum des August 1914 nicht allzu sehr bemühen, um ähnliche Konfliktstoffe zu erkennen: eine als unfair empfundene Aufteilung der Welt, der Auf- und Abstieg von Mächten oder die Wirkung neuer Technologien. Nur geht es nicht mehr um Land, sondern um die Kontrolle der Ozeane, des Weltalls und des virtuellen Raumes.

Brasilien

  • Entzauberung eines Musterlands

    Brasilien muss dringend modernisiert werden, will es weiterhin wachsen

    von Susann Kreutzmann | Brasilien, Wirtschaft & Finanzen

    Entzauberung eines Musterlands

    2014 steht Brasilien mit der Fußball-WM und Präsidentschaftswahlen im Fokus der Weltöffentlichkeit. Doch der einstige Liebling der Investoren ist ein Sorgenkind geworden: Die Wirtschaft schwächelt, die Inflation steigt und Investoren zeigen sich zögerlich. Staatspräsidentin Rousseff kann sich aber weiterhin über eine hohe Zustimmungsrate freuen.

Handelspolitik

  • Doha bleibt der Königsweg

    Aber die WTO-Einigung in Bali ist ein erster wichtiger Impuls

    von Claudia Schmucker | Weltweit, WTO

    Bei den Verhandlungen in Bali Ende 2013 wurde endlich ein Schritt in die richtige Richtung getan: Erstmals konnte man sich auf ein Paket einigen, das die Bereiche Handelserleichterungen, ausgewählte Agrar-themen und entwicklungspolitische Vereinbarungen umfasst. Kann damit die Doha-Runde vor dem Scheitern bewahrt werden?

Wirtschaftsmetropolen

  • Rastlos in Seoul

    Ein Blick in die Boomtown des südkoreanischen Wirtschaftswunders

    von Bernhard Bartsch | Südkorea, Wirtschaft & Finanzen

    Rastlos in Seoul

    In keiner Wirtschaftsmetropole der Welt arbeiten die Menschen mehr und länger als in Seoul. Ihr Fleiß hat den Südkoreanern Wohlstand gebracht, doch mittlerweile will man mehr. Das Land soll kreativer und dienstleistungsorientierter werden. Wenn der Wandel funktioniert, könnte das Vorbildfunktion für ganz Asien haben.

Essay

  • Das Gestern gestalten

    Russlands imperiale Politik ist zum Scheitern verurteilt

    von Vladislav Inozemtsev | Russische Föderation, Internationale Politik/Beziehungen

    Das Gestern gestalten

    Unverdrossen und unbeeindruckt von der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts versucht Wladimir Putin, sich die Länder der russischen Einflusssphäre mit Droh- und Erpressungspolitik alter Schule gefügig zu halten. Was Putin nicht weiß: Das Imperium ist Vergangenheit, der Integration gehört die Zukunft. Und die heißt EU statt Sowjetunion.

Brief aus ... Taschkent

Internationale Presse

Buchkritik

  • Die Illusion vom „sauberen Krieg“

    Neue Bücher über Amerikas Kampf gegen den Terror

    von Isabel Skierka | Vereinigte Staaten von Amerika, Krieg/Kriegführung

    Ist ein Krieg, der auf Geheimdienstinformationen und Drohneneinsätzen beruht, „intelligenter“ oder „sauberer“ als einer mit Bodentruppen? Wer das Buch des New York Times-Journalisten David E. Sanger liest, mag diese Frage bejahen. Wer dagegen auf das Urteil von Jeremy Scahill (The Nation) oder Mark Mazzetti (NYT) vertraut, dürfte sie verneinen.

  • Gescheiterter Tabubruch

    Paul Collier möchte die Diskussion um Migration neu erfinden

    von Steffen Angenendt | Weltweit, Migration

    Wie schon mit „The Bottom Billion“ und „The Plundered Planet“ dürfte Paul Collier auch mit seinem neuen Buch „Exodus“ große Diskussionen auslösen. Der Autor verspricht einen ganz neuen Blick darauf, wie Migration unsere Welt und vor allem die Herkunftsländer verändert. Doch unterm Strich kann er die geweckten Erwartungen nicht erfüllen.

Schlusspunkt

  • Drei kleine Wörter

    Fuck the EU. Mal ehrlich, wer hat das noch nie gedacht?

    von Jochen Bittner | Europa, Europäische Union

    Drei kleine Wörter

    Ich glaube nicht, dass Victoria Nuland das einfach rausgerutscht ist. Es muss etwas tief in ihr drin sein. In uns drin. „Fuck the EU!“ hatte die Abteilungsleiterin Europa im US-Außenministerium ihren Botschafter in der Ukraine angewiesen.

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