Ausgabe März/April 2015

Krieg gegen Frauen Is purchaseable

Krieg gegen Frauen

Im Irak und in Syrien hat der IS einen regelrechten Sklavenmarkt für gefangene Frauen, meist Angehörige der Sekte der Jesiden, errichtet. Tausende werden verschleppt, vergewaltigt, verkauft. Gewalt gegen Frauen ist aber nicht nur ein Problem in Konfliktgebieten. Sie ist systemisch. Und immer auch ein Krieg gegen Freiheit und Vielfalt.

IP-Forsa-Frage

Krieg gegen Frauen

  • Ein Krieg gegen Vielfalt

    Warum die Unterdrückung von Frauen mehr ist als ein Randproblem

    von Katharina Lotter | Weltweit, Krieg/Kriegführung

    Ein Krieg gegen Vielfalt

    Die Unterdrückung von Frauen gehört von jeher zum Geschäftsmodell rückständiger Gesellschaften. Und das unabhängig der jeweiligen Kultur, Tradition oder Religion und selbst da, wo es nicht einmal nennenswerte Konflikte gibt. Damit dort alles so bleiben kann, wie es ist, wird Frauen der Krieg erklärt – und damit auch dem Fortschritt.

  • Das Gift der Gewalt

    Sexualisierte Gewalt ist ein systemisches Problem – und zwar weltweit

    von Monika Hauser | Weltweit, Krieg/Kriegführung

    Das Gift der Gewalt

    Über die Gräueltaten von IS-Milizen und Boko Haram wird zwar viel berichtet, aber ein ernsthaftes Interesse, sexualisierte Gewalt zu verhindern, ist bislang nicht zu erkennen. Dabei wirkt die Traumtisierung vergewaltigter Frauen weit in die Gesellschaften hinein, nicht nur in Kriegsgebieten wie Afghanistan. Auch in Europa ist es noch immer ein Thema, so Monika Hauser, Gründerin der Hilfsorganisation medica mondiale, im Interview mit IP.

  • Verkauft, verheiratet, vergewaltigt

    Die Gewalt des IS gegen Frauen ist kein Exzess. Sie hat System

    von Daniel-Dylan Böhmer | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Kriegsverbrechen

    Verkauft, verheiratet, vergewaltigt

    Außer den Taliban hat noch keine militante Bewegung Gewalt gegen Frauen zu einem derart zentralen Teil ihrer Herrschaft gemacht: Tausende Jesidinnen hat der IS im Irak gefangen genommen, versklavt, zwangsverheiratet oder verkauft. Dabei geht es nicht allein um Unterdrückung. Sondern um die Schaffung eines „neuen Menschen“.

  • Ground Zero of Rape

    Im Osten Kongos und im Norden Nigerias ist Gewalt gegen Frauen endemisch

    von Thomas Scheen | Kongo, Geschlechterbeziehungen

    Ground Zero of Rape

    1994 begannen die aus Ruanda geflüchteten Völkermörder der FDLR damit, Massenvergewaltigungen im Ostkongo „strategisch“ ein- zusetzen – mit unvorstellbarer Brutalität. Der Krieg ist heute abgeflaut, die Verbrechen an Frauen gehen aber unvermindert weiter – und finden im Norden Nigerias in der Terrorkampagne der Boko Haram Nachahmer.

Nach Minsk

  • Vom Partner zum Gegner zum Partner?

    Die alte Russland-Politik ist tot. Jetzt sucht Berlin nach einem neuen Ansatz

    von Andreas Rinke | Russische Föderation, Bilaterale Beziehungen

    Vom Partner zum Gegner zum Partner?

    Zunächst ging es um Krisenbewältigung mit Hilfe von Sanktionen. Dann wurde klar, dass man sich auf einen Langzeitkonflikt einstellen müsse, weil Russland seine Interessen nicht mehr mit, sondern gegen Europa definiert. Die Politik der Partnerschaft ist (vorerst) überholt, neue Konzepte sind gefragt. Teil 3 des Protokolls der deutschen Russland-Politik.

  • Krieg in unserer Zeit?

    Im Ukraine-Konflikt ist nur eines klar: Einfache Antworten gibt es nicht

    von Constanze Stelzenmüller | Ukraine, Bilaterale Beziehungen

    Krieg in unserer Zeit?

    Ist es klug, eine militärische Lösung auszuschließen, wenn der Gegenspieler diese Lösung energisch betreibt? Vielleicht schon. Doch wer die militärische Option ablehnt, muss alles tun, um die Gewalt in der Ostukraine mit diplomatischen und anderen Mitteln zu beenden. Und dazu gehörte, wesentlich mehr Aufbauhilfe für die Ukraine zu leisten.

Gegen den Strich

  • Klimaverhandlungen

    Fünf Thesen gegen den Strich

    von Sven Titz | Weltweit, Klimawandel

    Klimaverhandlungen

    Ende dieses Jahres gehen die UN-Verhandlungen über einen Klimavertrag in die nächste Runde. Mit welchen Aussichten? Brauchen wir überhaupt ein solches Abkommen, was wären die Alternativen? Taugt die EU noch als Vorbild in Sachen Klimaschutz? Und ist die Öffentlichkeit ausreichend über das Thema informiert? Fünf Klärungsversuche.

Hybrider Krieg

  • „Es geht darum, Zweifel zu säen“

    Interview mit Peter Pomerantsev über den russischen Informationskrieg

    von Peter Pomerantsev | Russische Föderation, Medien/Information

    „Es geht darum, Zweifel zu säen“

    Für die russische Führung ist Informationskrieg nicht länger Teil von spezifischen militärischen Handlungen, sondern ein permanenter Kampf gegen den Westen. Unterscheidungen zwischen Lüge und Wahrheit sind damit obsolet, erklärt der britische Russland-Experte Peter Pomerantsev. Der Kreml nutzt aus, was freiheitliche Gesellschaften auszeichnet.

  • Eine Frage der Glaubwürdigkeit

    Warum Waffenlieferungen die Antwort auf Russlands Krieg sind

    Ukraine, Rüstung

    Eine Frage der Glaubwürdigkeit

    Es ist die Gretchenfrage in der internationalen Politik: Soll der Westen die Ukraine mit Waffenlieferungen unterstützen? Die Antwort: Ja – solange es sich um Verteidigungswaffen handelt. Denn wenn wir jetzt nicht entschieden handeln, sind weitere russische Übergriffe zu erwarten, womöglich auch in NATO-Mitgliedstaaten.

Aufbau der Ukraine

  • Zeit für Entscheidungen

    Die Zivilgesellschaft verändert die Ukraine, hier muss westliche Hilfe ansetzen

    von Yevhen Hlibovytsky | Ukraine, Politische Partizipation

    Zeit für Entscheidungen

    Versuche, die Ukraine von außen zu stützen, gab es schon in der Vergangenheit, doch selten waren sie von Erfolg gekrönt – weil die internationale Gemeinschaft bislang die zentrale Rolle verkannte, die die ukrainische Zivilgesellschaft mittlerweile spielt. Wenn sich dies nicht ändert, dürfte gerade die EU einen hohen Preis zahlen.

Russland

  • Quellen der nationalen Identität

    Mit Utopien aus der russischen Geistesgeschichte entwirft Putin die Zukunft

    von Gebhardt Weiss | Russische Föderation, Politische Kultur

    Quellen der nationalen Identität

    Für das politisch-ideelle Denken von Wladimir Putin spielen drei historische Utopien eine besondere Rolle: die Russische Idee, die Eurasische Idee sowie der Panslawismus. Für Europa und den Westen insgesamt mag manches davon unverständlich und fremd erscheinen. Trotzdem wäre es sinnvoll, diese Ideen mit russischen Eliten zu diskutieren.

  • Politik der Illusionen

    Ein Ausgleich mit Russland auf Grundlage einer EU-EWU-Partnerschaft ist irrig

    von Stefan Meister | Russische Föderation, Östliche Partnerschaft

    Politik der Illusionen

    Hauptursache des Konflikts zwischen Russland und dem Westen ist das Legitimationsdefizit des Systems Putin nach innen. Nicht nur, dass die EU bei einer engeren Kooperation mit Moskaus Eurasischer Wirtschaftsunion ihre Werte verriete – der Kreml hat daran schlicht kein Interesse. Eine Replik auf Ivan Krastev und Mark Leonard (IP 1/2015).

Euro-Krise

  • Heilsames Horrorszenario

    Wie Brüssel und Athen einen grundlegenden Kompromiss finden könnten

    von Daniela Schwarzer | Griechenland, Wirtschaft & Finanzen

    Heilsames Horrorszenario

    Staatspleite, Ansteckungseffekte, Austritt aus der Euro- Zone: Die möglichen Folgen einer fortgesetzten Konfrontation zwischen EU und Griechenland dürften dazu beitragen, die Konfliktparteien zu disziplinieren. Doch ein möglicher Kompromiss muss der Tatsache Rechnung tragen, dass beide Seiten für ihr Handeln eine Legitimation nach innen benötigen.

Türkei

  • Friedensprozess in Gefahr

    Der Krieg in Syrien erschwert die greifbare türkisch-kurdische Verständigung

    von Hugh Pope | Türkei, Innere Konflikte

    Friedensprozess in Gefahr

    2005 begann zwischen der kurdischen PKK und dem türkischen Staat ein Verhandlungsprozess, der in den vergangenen Monaten durch die Entwicklungen im syrischen Bürgerkrieg und insbesondere dem Kampf um Kobane aus der Bahn geworfen wurde. Dabei stehen die Chancen auf eine Lösung weiterhin gut, wenn sich beide Seiten bewegten.

  • Das System Erdogan

    Die AKP hat sich vom reformfreudigen, prowestlichen Kurs verabschiedet

    von Hasnain Kazim | Türkei, Politisches System

    Das System Erdogan

    Wie lässt sich der Wandel erklären, der in den vergangenen Jahren in der Türkei vonstatten ging? Hat Erdogan schon immer das Ziel verfolgt, die Islamisierung der Türkei voranzutreiben – oder hat ihn die Ablehnung der EU in Richtung Osten getrieben? Der autoritäre und machtbewusste Staatspräsident hat hohe Ziele für seine „neue Türkei“.

Naher Osten

  • Gefährlicher Nachbar

    Der „Islamische Staat“ sitzt an Israels Grenzen

    von Silke Mertins | Israel, Terrorismus

    In Syrien und im Sinai hat sich die Terrormiliz IS festgesetzt. Das bedeutet für den jüdischen Staat ein ganz neues Bedrohungsszenario. Doch viele Sicherheitsexperten hängen weiter den altbekannten Feinden nach. Denn derzeit ist Israels Vernichtung nicht oberste Priorität für den „Islamischen Staat“ (IS). Noch nicht.

Wirtschaftsmetropolen

  • Eine angolanische Dubai-Fantasie

    In Luanda zeigen sich die beiden Seiten des Ressourcenreichtums

    von António Cascais | Angola, Wirtschaft & Finanzen

    Eine angolanische Dubai-Fantasie

    Der Erdöl-Boom in den vergangenen Jahren hat Luanda verändert: Bauunternehmen aus China, Portugal und Brasilien errichten ein Hochhaus nach dem anderen, die Preise steigen rasant. Aber nur eine kleine Oberschicht und Staatsunternehmen profitieren davon; fünf Millionen Menschen leben in einem riesigen Slum unterhalb der Armutsgrenze.

Essay

  • Überrumpelt, zögerlich, lethargisch

    Der Westen leidet unter einer tiefen Krise seines Selbstwertgefühls

    von Richard Herzinger | Westliche Welt, Politische Kultur

    Überrumpelt, zögerlich, lethargisch

    Skepsis ist das Urelement der Demokratie. Doch längst schon hat westlicher Selbstzweifel selbstzerstörerische Züge angenommen. Eine solche Grundhaltung trifft sich mit der Herrschaftsideologie des Putinismus, die Menschenrechte und demokratische Freiheiten zu Propagandaerfindungen und Camouflage westlicher Vormachtsinteressen erklärt hat.

Brief aus ... Kairo

Internationale Presse

Buchkritik

  • Wurzeln des modernen Dschihad

    Zu den Ursprüngen und der Geschichte einer Terrorbewegung

    von Jan Kuhlmann | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Terrorismus

    Wer den Islamismus als rein religiöses Phänomen betrachtet, wird seinen Aufstieg nicht wirklich begreifen können. Ein Aufstieg, der durch das Versagen der politischen Eliten ermöglicht und durch anti- koloniales Denken sowie radikal interpretierte Koranverse befeuert wurde. Wie das geschah, zeigen mehrere Neuerscheinungen.

  • Amerika abwickeln

    Drei Neuerscheinungen zur immer jungen Frage nach dem Abstieg der USA

    von Isabel Skierka | Vereinigte Staaten von Amerika, Politisches System

    Die neue Wirtschaftsweltmacht heißt China. Geht es nun auch politisch bergab mit den USA – wieder einmal? Josef Joffes Anti-Kassandraruf, Alexander Emmerichs und Philipp Gasserts Studie zu „Amerikas Kriegen“ und George Packers Reportage-Mosaik zeigen eines: Das Thema ist zu komplex für eine simple Aufstiegs- und Niedergangsrhetorik.

Schlusspunkt

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