Ausgabe Mai/Juni 2016

Russland verstehen Is purchaseable

Russland verstehen

Im Westen, gerade in Deutschland, sehnen sich viele nach einem besseren Verhältnis zu Russland. Doch im Umgang mit Wladimir Putins Regime hilft kein Wunschdenken – es wäre sogar gefährlich.

IP-Forsa-Frage

Russland verstehen

  • Mit Russland reden, aber wie?

    Der Westen sollte sich mit Moskau vor allem über das Trennende verständigen

    von Kadri Liik | Russische Föderation, Internationale Politik/Beziehungen

    Mit Russland reden, aber wie?

    Die Differenzen mit Wladimir Putins Russland sind heute so tiefgreifend, dass jeder Versuch, über „Gemeinsamkeiten“ oder gemeinsame Interessen zu reden, nicht nur nutzlos, sondern gefährlich wäre. Sinnvoller wäre ein Dialog über die Unterschiede – bis hinauf zum Präsidenten–, ohne sofort auf einen „großen Ausgleich“ zu hoffen.

  • „Es könnte durchaus schlimmer werden“

    Interview mit der Russland-Expertin Karen Dawisha über das Putin-Regime

    Russische Föderation, Internationale Politik/Beziehungen

    „Es könnte durchaus schlimmer werden“

    In ihrem Buch „Putin’s Kleptocracy“ hat Karen Dawisha den unglaublichen Aufstieg Wladimir Putins nachrecherchiert und den Zirkel beschrieben, der ihn an die Macht brachte und bis heute Russland ausplündert. Wie funktioniert Putins Herrschaft? Haben Sanktionen gegen Personen aus seinem Umfeld einen Effekt? Und was wäre die beste Antwort des Westens?

  • Zeit für eine moralische Entscheidung

    Die EU sollte Sanktionen gegen Moskau nicht aufheben, sondern verschärfen

    von Vladislav Inozemtsev | Russische Föderation, Sanktionen

    Zeit für eine moralische Entscheidung

    Im Osten der Ukraine gibt es kaum Fortschritte, und doch mehren sich die Stimmen, die eine Lockerung der westlichen Sanktionen gegen Moskau fordern. Dabei sind Hoffnungen auf einen wiederbelebten Russland-Handel völlig irrig. Angemessener wäre eine Verschärfung. Denn wir erleben die Demontage der europäischen Friedensordnung.

  • Annäherung oder Abschottung

    Wie sehen Deutsche und Russen die Rolle Moskaus in Europa?

    von Gabriele Woidelko | Russische Föderation, Bilaterale Beziehungen

    Es bleibt schwierig: In absehbarer Zeit kann der große Vertrauensverlust nicht überwunden werden, der zwischen Russland und seinen europäischen Nachbarn herrscht. Trotz des generellen Wunsches nach Wiederannäherung gibt es auf politischer Ebene und im Werteverständnis erhebliche Differenzen, die sich nicht wegdiskutieren lassen.

  • Schema des Scheiterns

    Kleine Historie der russischen Reformunfähigkeit

    von Andrei Kolesnikov | Russische Föderation, Staat und Gesellschaft

    Schema des Scheiterns

    Die Geschichte Russlands ist eine Geschichte der missglückten Reformen. Das Muster ist stets das gleiche: Reformen folgen auf Krisen, die einen Wandel unvermeidlich machen. Sie werden „von oben“ durchgeführt und stoßen bei wichtigen Eliten auf Widerstand. Ganz umgesetzt werden sie nie – was dann zu Gegenreform und Stagnation führt.

  • Auf dem Weg zu Neu-Moskowien

    Die Westorientierung der Ukraine ist für Russland eine geopolitische Tragödie

    von Yulia Zhuchkova | Russische Föderation, Bilaterale Beziehungen

    Auf dem Weg zu Neu-Moskowien

    Der Verlust von Kiew, das seinen Teil zur nationalen Gründungsgeschichte Russlands beitrug, bedeutet für Moskau alles andere als den Verlust einer „Kolonie“: Das Land merkt, dass es stirbt, und versucht, mit fast schon wahnsinnigen Schritten, seine Identität zu retten. Die endgültige Abkehr vom Westen führt zurück in ein Moskowiter Kleinreich.

Arabien aufbauen

  • Keine Demokratie in Sicht

    Arabische Stimmen zur Legitimitätskrise der Staaten im Nahen Osten

    von Perry Cammack, Marwan Muasher | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Staat und Gesellschaft

    Keine Demokratie in Sicht

    Bei einer Umfrage der Carnegie Foundation in nahezu allen arabischen Ländern sprechen sich 80 Prozent der Befragten für die repräsentative Demokratie als Regierungsform aus. Doch fünf Jahre nach dem Arabischen Frühling ist die große Mehrheit immer noch unzufrieden mit dem Verhältnis zwischen Regierung und Bürgern.

  • Wahlkampf im Wohnzimmer

    Im ländlichen Ägypten ist in Wirklichkeit der Clan der tiefe Staat

    von Peter Hessler | Ägypten, Politische Partizipation

    Wahlkampf im Wohnzimmer

    Programme, Grundsatzfragen oder gar Parteien spielen keine Rolle für die Wahlkämpfer von El-Balyana im Süden Ägyptens. In Oberägypten, und nicht nur dort, sind es Traditionen und die Macht der alten Clan-Patriarchen, welche die Politik bestimmen. Daran hat auch der Aufstand der Jugendlichen vom Tahrir-Platz in Kairo nichts geändert.

Gegen den Strich

  • Zuwanderung

    Sechs Thesen auf dem Prüfstand

    von Thomas Straubhaar | Deutschland, Migration

    Zuwanderung

    Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter so sehr wie das der Migration. Höchste Zeit, ein bisschen Druck vom Kessel zu nehmen und das Thema aus ökonomischer Sicht zu beleuchten. Und siehe da: Zuwanderung wirkt sich gesamtwirtschaftlich eher positiv aus. Doch sie braucht Integration und Perspektiven – und steuern lässt sie sich nur bedingt.

US-Außenpolitik

  • Per Salami-Taktik in den Sumpf

    US-Präsident Barack Obama hat in Syrien seine eigene Doktrin untergraben

    von Jeremy Shapiro | Vereinigte Staaten von Amerika, Krieg/Kriegführung

    Per Salami-Taktik in den Sumpf

    Nun haben wir es in großer Ausführlichkeit schwarz auf weiß: US-Präsident Barack Obama lässt sich in der Außenpolitik von in sich schlüssigen Gedankengebäuden leiten. Doch die im Interview mit The Atlantic skizzierte Obama-Doktrin hat einen kleinen Schönheitsfehler: Der Präsident hält sich selbst nicht daran, zumindest im Fall Syrien.

Iran

  • Die große Dürre

    Trockenheit und Wassermangel setzen die iranische Regierung unter Druck

    von Meir Javedanfar | Iran, Klima und Umwelt

    Die große Dürre

    Die Zahlen sind dramatisch: Drei Viertel des Iran gelten als komplett trockene Regionen, 97 Prozent des Oberflächenwassers sind bereits versiegt. Landabsenkungen und Erdbeben belasten das Land zusätzlich. Auch die EU sollte nun helfen – denn Iraner, die ihr Land aufgrund der Dürre verlassen müssen, könnten gezwungen sein, nach Europa zu fliehen.

Radikalismus

  • Entzauberung durch Fakten

    Wer den IS bekämpfen will, muss dessen Propaganda aushebeln

    von Alexander Ritzmann | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Terrorismus

    Entzauberung durch Fakten

    Bislang sind schon etwa 7000 Männer und Frauen aus Europa der Propaganda des Islamischen Staates gefolgt und in den Kampf gezogen. Wie aber können solche Rekrutierungsversuche erschwert werden? Dazu brauchen wir zielgerichtete Gegendarstellungen im Internet, auch von IS-Aussteigern, die die brutale Realität vor Ort beschreiben.

Abschreckung

  • Die Hemmschwelle sinkt

    Moderne Mini-Atombomben bedrohen die internationale Stabilität

    von Julia Berghofer | Weltweit, Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Von vielen Seiten wird derzeit eine Renaissance der nuklearen Abschreckung beschworen. Doch das Konzept ist nicht mehr dasselbe wie im Kalten Krieg: Statt auf vermeintlich stabilisierende Mechanismen zu setzen, fordern atomar bewaffnete Staaten durch ihre Modernisierungspläne eine Eskalationsspirale heraus.

Taiwan

  • Kalter Frieden in der Taiwan-Straße

    Der Machtwechsel in der „abtrünnigen Provinz“ beunruhigt Chinas Machthaber

    von Martin Wagener | Taiwan, Sicherheitspolitik

    Kalter Frieden in der Taiwan-Straße

    Die designierte Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, von der Demokratischen Fortschrittspartei hat sich im Gegensatz zu ihrem Vorgänger von der Kuomintang nicht vom Gedanken der Unabhängigkeit ihres Landes distanziert. Damit steht die Entspannungspolitik in der Taiwan-Straße auf dem Prüfstand. Eine Eskalation hätte auch Folgen für Europa.

China

  • Potentat oder Produkt

    Wie mächtig ist Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping?

    von Jessica Batke | Volksrepublik China, Politisches System

    Potentat oder Produkt

    Westliche Beobachter porträtieren Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping häufig als den nächsten Mao Zedong. Er habe die Macht auf allen Ebenen der Volksrepublik an sich gerissen und nutze sie, um seine individuellen Ziele zu verfolgen. Dabei müsste Xi vielmehr als eine Schöpfung der Kommunistischen Partei Chinas beschrieben werden: als eine starke Führungsfigur, die installiert wurde, um schwierige Reformen umzusetzen und damit das Überleben des Regimes zu sichern.

  • Zwischen Markt und Kontrolle

    Das langsamere Wachstum verlangt echte Reformen von Chinas Machthabern

    von Patrick Hess | Volksrepublik China, Wirtschaft & Finanzen

    Zwischen Markt und Kontrolle

    Trotz aller Herausforderungen und Risiken, von denen das Schuldenproblem wohl das gravierendste ist, steht die chinesische Wirtschaft nicht vor dem Zusammenbruch. Die Kommunistische Partei kontrolliert nämlich weite Teile des Bankenwesens und kann in Krisenzeiten regulierend eingreifen. Das ist aber Fluch und Segen zugleich.

Arktis

  • Rüstungswettlauf in der Arktis

    Welche Gefahren bestehen für Sicherheit und Stabilität im Hohen Norden?

    von Helga Haftendorn | Arktis, Konfliktprävention/-management

    Rüstungswettlauf in der Arktis

    Auch wenn derzeit nicht mit einem militärischen Zusammenstoß zu rechnen ist, bergen der Rüstungswettlauf in der Arktis und die Ansprüche der Anrainerstaaten Russland und Kanada Konfliktpotenzial. Angesichts der Folgen des Klimawandels, der alle arktischen Staaten trifft, überwiegt jedoch der Zwang zu Kooperation.

Wirtschaftsmetropolen

  • Toronto, die Bunte

    Kanadas Finanz- und Wirtschaftszentrum zieht die ganze Welt an

    von Gerd Braune | Kanada, Wirtschaft & Finanzen

    Toronto, die Bunte

    Qualifizierte Arbeitskräfte aus aller Welt, dynamische Start-ups, Bankenmetropole mit pulsierendem Kulturleben – diese Eigenschaften machen Toronto zu einem attraktiven Standort für ausländische Unternehmen. Aber es gibt auch Probleme: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, und der öffentliche Nahverkehr muss ausgebaut werden.

Essay

  • Kalter Krieg, mon amour

    Warum zelebrieren Film und Fernsehen die Sehnsucht nach der Zeit vor 1989?

    von Constanze Stelzenmüller | Westliche Welt, Medien/Information

    Kalter Krieg, mon amour

    Saurer Regen, Atomtod, Raketen, Stellvertreterkriege, Mauer, WGs, Thatcher, Strauß, Aids, Karottenhosen, Duran Duran, Nena und „No Future“ – wer den Kalten Krieg ohne Koks miterlebt hat, weiß: Richtig Spaß gemacht hat das nicht. Woher also die gegenwärtige Nostalgiewelle von „Bridge of Spies“ bis „Deutschland 83“?

Brief aus ... Beirut

Internationale Presse

Buchkritik

  • Reise ins Ungewisse

    Der Buchmarkt entdeckt die Flüchtlingsdebatte

    von Thomas Speckmann | Europa, Migration

    Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Flucht und Migration eher Themen für Spezialisten. Als europäische Herausforderung wird die Flüchtlingsbewegung erst wahrgenommen, seit sie nicht nur Griechenland und Italien, sondern auch ihre nördlichen Partner in Europa erfasst hat. Fünf Neuerscheinungen zeigen die Dimensionen auf.

  • Reich der Mitte sucht Platz in der Welt

    Über Chancen und Risiken der chinesischen Außen- und Innenpolitik

    von Nadine Godehardt | Volksrepublik China, Politisches System

    Pekings politisches Auftreten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während man außenwirtschaftlich mit Projekten wie der Seidenstraßen-Initiative auf Kooperation setzt, bleibt man in Konflikten wie den Territorialstreitigkeiten im Süd- wie Ostchinesischen Meer stur. Doch nicht alle teilen Präsident Xis Traum einer Großmacht China.

Schlusspunkt

Aktuelle Ausgabe

IP Wirtschaft

 

ip archiv
Meistgelesen