Todsichere Geschäfte

Mexiko, die USA und der Krieg der Drogenbarone

1. February 2009 - 0:00 | von Anne Vigna

Internationale Politik 2, Februar 2009, S. 79 - 85.

Kategorie: Sicherheitspolitik, Organisierte Kriminalität, Waffenhandel, Nordamerika, Vereinigte Staaten von Amerika, Mexiko

Die Vereinigten Staaten stellen fünf Prozent der Weltbevölkerung, konsumieren aber mehr als die Hälfte der weltweit produzierten Drogen. 80 Prozent dieser Drogen werden durch Mexiko transportiert. Dass die Drogengelder gewaschen werden, dafür sorgt die US-Waffenindustrie als Hauptlieferantin der mexikanischen Drogenbosse gleich selbst. Ein Teufelskreis.

General Xicoténcatl Azolagua lächelt zufrieden. Es ist der 7. November 2008, und was der mexikanische Leiter der Bekämpfung des Drogenhandels den zahlreich zusammengekommenen Journalisten zu verkünden hat, ist nicht weniger als „die größte Beschlagnahmung von Waffen in der Geschichte des Landes“. Die Armee hatte in Reynosa, einer Stadt nahe der Grenze zu den USA, eine halbe Million Stück Munition, 422 schwere Waffen, 287 Granaten, drei Raketenwerfer und 1000 Magazine sichergestellt. Unter den Waffen finden sich einige „Schmuckstücke“, die der General amüsiert kommentiert: „Die Drogendealer (Narcos) dekorieren ihre Waffen gerne mit Edelsteinen oder verzieren sie mit Gold oder Silber, geradezu wie ein Goldschmied.“

Den anwesenden Journalisten ist angesichts der um Azolagua aufgetürmten Werkzeuge des Todes weniger nach Scherzen zumute. Einer fragt den anwesenden Justizminister: „Und woher stammen die Waffen?“ Die Antwort liefert der Pressesprecher: „Es ist noch zu früh, um Genaueres zu sagen, aber sehr wahrscheinlich aus den Vereinigten Staaten.“ „Wie immer“, fügt der Journalist hinzu. „Wie fast immer“, wird er von offizieller Seite korrigiert.

200 Millionen in kleinen Scheinen

Die positiven Nachrichten kommen gelegen. Soeben geht das zweite Jahr des „Krieges“ gegen den Drogenhandel zu Ende, den Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 ausgerufen hatte. Im Laufe dieser Zeit machte die mit der Führung des Krieges beauftragte Armee eine ganze Reihe spektakulärer Funde, die auch regelmäßig der Presse präsentiert wurden. Im Jahr 2007 etwa stießen die Truppen auf 205 Millionen Dollar in kleinen Scheinen; das Geld stammte wahrscheinlich aus dem Handel mit Methamphetaminen. Die Bilder gingen um die Welt. Ein anderer rekordverdächtiger Fund, der in den USA und in Europa Aufsehen erregte, waren sechs Tonnen Kokain, die im August 2008 in einem U-Boot auf hoher See nahe des Bundesstaats Oaxaca gefunden wurden. Manchmal sind die Narcos im Verstecken ihrer Ware so einfallsreich, dass man der Armee zu ihren Erfolgen nur gratulieren kann. Aber das ist leider der einzige amüsante Aspekt eines Konflikts, der auch sonst alle Maßstäbe sprengt.

Zunächst einmal ist da die Zahl der Gefangenen. Die Armee behauptet, 6000 Menschen im Jahr 2008 festgenommen zu haben; seit 2006 beläuft sich die Zahl auf insgesamt 10 000. Mexikanische Menschenrechtsorganisationen kritisieren die mangelnden Informationen über das Schicksal der Häftlinge: Wer sind sie? Wo und wann wurden sie gefangengenommen? Stehen sie wirklich in Verbindung zum Drogenhandel? Die Regierung spricht insgesamt von 22 000 Personen, die sich derzeit in Gewahrsam befänden. Informationen über deren Identität allerdings gibt sie weder an Nichtregierungsorganisationen noch an die Presse weiter.

Eine weitere Zahl, die alle Rekorde bricht, ist die der Toten. 5376 Menschen sind 2008 im Laufe des Konflikts umgekommen, 1653 davon allein in Ciudad Juarez, einige Hundert Meter von der texanischen Stadt El Paso entfernt. Und die makabre Statistik wird fortlaufend aktualisiert: Vom 1. Januar bis zum 11. Januar dieses Jahres waren 153 Tote zu verzeichnen.

Auch was die beschlagnahmten Waffen angeht, werden im Vergleich zu früheren Jahren alle Dimensionen gesprengt: Die Zahl der jährlichen Beschlagnahmungen belief sich zwischen 2002 und 2006 auf etwa 2500 schwere Waffen und 450000 Stück Munition; seit 2007 ist die Anzahl auf mehr als 10000 Waffen und 1, 2 Millionen Stück Munition pro Jahr gestiegen.1

Wie man im mexikanischen Justizministerium einräumt, ist der Anstieg nicht nur eine Folge des Kampfes der Regierung, sondern eher eine Konsequenz der erhöhten Summen, die die Narcos für Waffen ausgeben. Die Gebietskämpfe, die sich die Banden heute liefern, erforderten schlicht mehr Material. „Der Handel wird durch die Anwesenheit der Armee ‚gestört‘. Wenn ‚Köpfe‘ rollen, müssen die leeren Plätze wieder gefüllt werden. Die Banden bekriegen sich bis aufs Blut, um Transit- oder Drogenanbaugebiete wiederzubekommen“, erklärt Luis Astorga, Historiker des Drogenhandels an der Universität von Mexiko (UNAM).

Wenn mexikanische Drogenhändler ihre Gegner töten, hinterlassen sie meist eine „Unterschrift“, eine Nachricht für ihre Feinde. Solch eine „Unterschrift“ kann aus einem Gnadenschuss (eine Kugel in den Nacken) bestehen, aus einem geköpften Opfer oder aus einer Leiche in einem Müllsack, mit Foltermerkmalen versehen, verbrannt oder völlig von Kugeln durchlöchert. Das Beunruhigendste an dem Konflikt ist die geradezu militärische Bewaffnung, die den Drogenhändlern heute zur freien Verfügung bereitsteht.

Waffen-Shopping bei Uncle Sam

Man muss nur die Grenze überqueren, um sich in einem Land wiederzufinden, in dem laut Verfassung jedem Bürger das Recht auf Waffenbesitz garantiert ist. Es sind nicht weniger als 1200 Waffengeschäfte, die sich entlang der 3000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko etabliert haben. Vor allem in den südlichen Grenzstaaten zu Mexiko finden das ganze Jahr über Waffenmessen statt, die so genannten „gun shows“. Hier erledigen die Narcos ihre Einkäufe; alles, was sie brauchen, ist eine Green Card. Dem amerikanischen Amt für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe (ATF) zufolge gibt es ungefähr 110 000 lizenzierte Waffenverkäufer in den USA. Mehr als die Hälfte von ihnen hat kein Geschäft im eigentlichen Sinne, sondern verkauft die Waffen via Internet, per Post, als fliegende Händler mit dem Auto oder im eigenen Haus. In Arizona und Texas findet man Waffen auch in Beerdigungsinstituten, Sportgeschäften oder sogar bei Händlern für Autozubehör.

Für die mexikanischen Narcos fertigt die US-Waffenindustrie spezielle Modelle an, auch wenn sie das immer wieder bestreitet. So hat die Firma Colt’s Manufacturing Modelle entwickelt, die auf die Kultur der Drogenhändler und mexikanische Eigenheiten anspielen: Die Pistolen mit der Gravur „el rey“ oder „el presidente“ sind ein großer Renner in Mexiko. Das am sichtbarsten für die Narcos bestimmte Modell ist der Colt, der sich „el jefe de los jefes“ (der Chef aller Chefs) nennt. Der Name stammt von einem Musiktitel der „Tiger des Nordens“. Sie sind eine der bekanntesten mexikanischen Interpreten von „narcocorridos“ – Liedern, in denen die Capos (Drogenbarone) verherrlicht werden. „El jefe de los jefes“ ist seitdem ein Ausdruck für einen mächtigen Capo. Neben dem Namen sieht man auf der Pistole einen Adler, der eine Schlange verschlingt, ein Bild, das direkt der mexikanischen Flagge entnommen wurde und Kraft und Mut symbolisiert: perfektes Marketing für eine sehr spezifische Klientel.

Der Direktor für internationale Zusammenarbeit im mexikanischen Justizministerium, Alejandro Díaz de Leon Carrasco, lächelt, wenn man diese Revolver erwähnt. „Diese Waffen findet man in der Tat sehr häufig hier“, sagt er. Nach Angaben aus dem Justizministerium stammen 90 Prozent aller konfiszierten Waffen der Narcos aus den USA. „Die Händler profitieren von der Waffenfreiheit in den USA. Es gibt keine Mengenbegrenzung und auch keine Kontrolle über die Bestimmung der verkauften Waffen. Man kann deshalb innerhalb von zehn Minuten eine, zehn oder 25 Kalaschnikows kaufen. Hinzu kommt, dass es sich um Armeebewaffnung handelt, d.h. dass die Waffen alle Schutzwesten durchschießen und benutzt werden, um Polizisten zu töten“, fügt der Beamte hinzu. Diese Waffen, die man auch „mata policia“ (erschieß einen Polizisten) nennt, sind in Mexiko vom Verkauf ausgeschlossen. Es ist unmöglich, legal eine solche Waffe zu erhalten. Man bräuchte eine Erlaubnis, die man eigentlich nur erhält, wenn man im Sicherheitsbereich arbeitet.

Wieso können die Händler so gut mit diesen Militärwaffen umgehen? Die Drogenkartelle besitzen nicht nur ein wahres Kriegsarsenal made in USA, sie werden auch an diesen Waffen trainiert. Das Training ist wie das Material gewissermaßen eine „Spende“ aus den USA, die durch die Narcos zweckentfremdet wird. Die Elitetruppen der mexikanischen Armee, die Luftwaffe der Spezialeinheiten (Grupo Aeromóvil de Fuerzas Especiales, GAFES), die in den USA ausgebildet wurden, um Guerillas zu bekämpfen, gibt es nicht mehr. Osiel Cardenas, der Boss des so genannten Golf-Kartells, brauchte nichts weiter ins Spiel zu bringen als die Aussicht auf attraktive Gehälter, um sie anzuwerben und daraus eine eigene Armeetruppe zu machen, die heute unter dem Namen Zetas bekannt ist.

Seit 2000 sind nach Angaben der Armee 1380 GAFES desertiert, ohne dass von ihnen eine Spur zu finden wäre. „Diese Elitetruppen haben die Zetas zu einer neuen Generation der Drogenbanden gemacht. Deswegen mussten andere Banden ihre Durchschlagskraft erhöhen. Die Desertion der GAFES hat den Gewaltpegel stark erhöht“, erklärt Luis Astorga. Es kam zu heftigen Gebietskämpfen zwischen den Zetas und dem sogenannten Kartell von Sinaloa. Dessen Mitglieder kommen teilweise von den Mara Salvatrucha, einer Gang von sehr gewalttätigen Jugendlichen, aber auch von kolumbianischen Paramilitärs und ehemaligem guatemaltekischen Militärpersonal (den „Kabiles“), die früher von der CIA ausgebildet wurden. Die Gruppen liefern sich heftige Kämpfe um die Straße der Drogen, die direkt nach Norden führt. Obgleich die USA nur fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, konsumieren sie mehr als die Hälfte der global produzierten Drogen: Marihuana, Methamphetamine, Heroin und Kokain. Heute werden 80 Prozent der Drogen für die USA durch Mexiko transportiert.

„Das Schlimmste an diesem Handel ist“, meint Alejandro Díaz vom Justizministerium hinzu, „dass das Geld aus dem Drogenhandel in der amerikanischen Waffenindustrie gewaschen wird. Die Straße der Drogen und der Waffen ist genau dieselbe.“ Waffen und Drogen sind direkt miteinander verbunden, die beiden Geschäfte kumulieren in der Nähe der Grenze. Daneben beschränken sich die Narcos – anders als oft geglaubt wird – nicht auf die Straße durch die Wüste, um den amerikanischen Drogenmarkt zu beliefern. Die 25 offiziellen Posten entlang der Grenzen konfiszieren immer wieder Drogen. Der Autoverkehr zwischen den beiden Ländern war schon immer beträchtlich, aber seit das Freihandelsabkommen NAFTA zwischen den USA, Kanada und Mexiko 1994 eingeführt wurde, hat er sich verfünffacht. Heute passieren jedes Jahr nicht weniger als fünf Millionen Lastwagen und 80 Millionen Autos die Grenze: Das sind 230 000 pro Tag oder 160 pro Minute.

In der Grenzstadt Nuevo Laredo im Staat Tamaulipas kontrollieren Grenzbeauftragte ungefähr 36 Prozent des Verkehrs zwischen den beiden Ländern. Dabei stehen den Zöllnern laut einer neuen Studie des US-Außenministeriums nur zehn Sekunden pro Lastwagen zur Verfügung. Aufgrund des heftigen Verkehrsaufkommens werden die in den Laderäumen der Lkws versteckten Drogen fast nie gefunden. Man schätzt, dass Nuevo Laredo für das Golf-Kartell heute der wichtigste Einfuhrort von Drogen in die USA ist. Es wird vermutet, dass die Kartelle von Sinaloa und von Tijuana eher die Wüste oder das Stadtgebiet nutzen, um ihre Ware zu transportieren.

In Mexicali, der Hauptstadt von Baja California, liegt die Grenze einige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Eine beeindruckende Metallbarriere von mehreren Metern Höhe trennt die  Länder – und Mexicali von der kalifornischen Stadt Calexico. Diese Hürde soll den Drogen- und Waffenhandel stoppen, aber auch die Grenzüberschreitung von Auswanderern verhindern.

Ab durchs Abwasser

Doch zuerst im Jahre 2001 sind Ordnungskräfte auf ein Phänomen gestoßen, das man heute „Narco-Tunnel“ nennt. Diesen Tunneln liegt ein einfaches System zugrunde, dem nur schwer beizukommen ist: Ein Haus oder ein Lagerhaus auf der mexikanischen Seite und ein Gebäude auf US-amerikanischer Seite werden miteinander verbunden. Zwischen den beiden entsteht ein unterirdischer Tunnel von mehreren hundert Metern Länge, der die Mauer lächerlich erscheinen lässt. Manchmal haben die Narcos sich nicht einmal die Mühe gemacht, in der Erde zu buddeln. Sie nutzen das Abwassernetzwerk, etwa in der Grenzstadt Nogales, im Staat Sonora.

Alfredo Arenas ist ein Polizist in Mexicali. Er arbeitet auf beiden Seiten der Grenze und ist für die Polizeieinheit verantwortlich, die eng mit den amerikanischen Polizisten zusammenarbeitet. Der Austausch von Informationen mit seinen Kollegen diesseits der Grenze hat es ihm ermöglicht, mehrere Tunnel aufzuspüren. Der jüngste Tunnel wurde im Oktober 2008 entdeckt – vier Meter tief und 120 Meter lang. Er verfügte über ein Lüftungs- und Beleuchtungssystem und zählt dennoch zu den weniger ausgeklügelten Tunneln, jedenfalls im Vergleich zu anderen, die von der amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA entdeckt wurden. Seit 1990 wurden so 37 Tunnel in Grenznähe aufgespürt, vor allem in den Staaten Kalifornien und Arizona. Der mit 441 Metern längste Tunnel wurde neben dem internationalen Flughafen von Tijuana gefunden. „Die Kosten eines Tunnels hängen von seiner Länge ab und variieren zwischen ein und fünf Millionen Dollar“, erklärt Alfredo Arenas. „Man schätzt, dass die Drogenhändler diese anfängliche Investition ungefähr zehn Mal zurückbekommen. Wir sind auch sicher, dass der Drogentransport allein den Tunnel nicht rentabel macht. Die Schlepper tragen dazu bei. Und natürlich der Waffenhandel.“

Laut Angaben, die von beiden Seiten der Grenze bestätigt wurden, werden pro Tag 2000 Waffen aus den USA nach Mexiko exportiert. Eine beunruhigende Zahl, die aber weniger erstaunt, wenn man den amerikanischen Markt näher betrachtet: Das ATF hat ungefähr 200 amerikanische Firmen auf ihrer Liste, die jedes Jahr 2,2 Millionen Waffen produzieren und dazu 1,8 Millionen importieren. „Die Bedeutung der Waffenindustrie ist in den USA enorm“, erklärt Laura Carlsen, Direktorin des Think-Tanks American Policy Program. Dieser Think-Tank hat sich wie auch verschiedene US-Organisationen gegen die Initiative „Merida“ gestellt. Die Initiative sieht vor, dass die Vereinigten Staaten Mexiko militärische Hilfe bereitstellen. Die USA haben sich verpflichtet, innerhalb von drei Jahren militärisches Material im Wert von 500 Millionen Dollar zu liefern. „Die einzige Verpflichtung ist es, für die Bereitstellung des Materials und für die militärische Ausbildung zu sorgen. Über die Verringerung des Drogenkonsums in den USA oder über eine Kontrolle des Waffenverkaufs steht nichts in dem Abkommen“, erklärt Carlsen.

Immer wieder hat Mexiko verlangt, dass sich die USA zu Maßnahmen im Bereich Waffenkontrolle verpflichten; doch das stieß beim Expräsidenten George W. Bush auf taube Ohren. Die Initiative Merida wird von Beobachtern aus beiden Ländern kritisiert. Nicht nur aufgrund ihrer Ineffizienz, sondern auch, weil sie eine Situation geschaffen hat, in der die Waffenindustrie nunmehr Polizisten ausrüstet, aber weiterhin auch die Narcos mit Waffen versorgt.

Alle Blicke richten sich jetzt auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Obama hat verkündet, dass er den Drogenkonsum eindämmen und Waffen insbesondere in den Zollstationen besser kontrollieren will. „Er kann noch nichts über den Waffenhandel sagen, weil er sonst die politische Rechte erzürnen würde, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass er sich für dieses Thema engagieren wird“, glaubt Laura Carlsen. Ohne eine Waffenkontrolle würde der Drogenhandel noch mehrere Tausend Tote fordern – in Mexiko, aber natürlich auch in den USA. Die Narcos überschreiten die Grenze, um Drogen zu verkaufen, um Waffen zu kaufen, aber auch, um zu töten. Die Abdichtung der Grenze zwischen den beiden Ländern ist ein Mythos, den Bush den Amerikanern seit 2001 verkaufte. Heute fällt dieser Vorhang und enthüllt eine halbfertige Mauer, die zwar mit einiger Sicherheit das Leben der Auswanderer erschwert, aber den wahren Gefahren weitgehend schutzlos gegenübersteht.

ANNE VIGNA ist Journalistin für Le Monde diplomatique und ARTE. Sie lebt in Mexiko und ist auf Migration, Ökologie und Drogenhandel spezialisiert.

Autor

 
Aktuelle Ausgabe

IP Wirtschaft

 

ip archiv
Meistgelesen