Verhandeln mit Assad?

IP-Forsa-Frage

1. November 2015 - 0:00

Internationale Politik 6, November/Dezember 2015, S.5

Kategorie: Bilaterale Beziehungen, Konflikte und Strategien, Deutschland, Syrien

Soll der Westen bei der Suche nach einer Lösung im seit 2011 tobenden syrischen Bürgerkrieg auch mit Präsident Baschar al-Assad verhandeln? Ja, meinen die befragten Bundesbürger mit einer Zweidrittelmehrheit von 67 Prozent. Nur 23 Prozent sind dagegen, den „Diktator in Damaskus“, der auf den Arabischen Frühling mit Gewalt reagierte, in eine Verhandlungslösung mit einzubeziehen.

Insbesondere ältere Befragte sind dafür, auch mit dem Assad-Regime zu sprechen, das – wie viele andere Konfliktparteien in Syrien auch – schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hat, vom Einsatz von Giftgas und Fass- bomben gegen Zivilisten bis hin zu Massenmord und Folter in den Gefängnis- sen de Regimes. Mit 69 Prozent sind die Altersgruppen der 45- bis 59-Jährigen und der über 60-Jährigen überdurchschnittlich stark für eine Einbeziehung Assads; unter den 18- bis 29-Jährigen sind es dagegen „nur“ 59 Prozent, die mit Assad verhandeln wollen, während 28 Prozent das ablehnen.

Unter den Anhängern der Regierungsparteien ist die Ablehnung mit 28 Prozent unter den CDU/CSU-Wählern stärker ausgeprägt als unter denen der SPD (22 Prozent). Anhänger der Linken (72 Prozent) und der Alternative für Deutschland (80 Prozent) sind überproportional stark für Verhandlungen mit Assad, während Wähler der Grünen (66 Prozent) und der FDP (62 Prozent) zurückhaltender sind. Mit 26 beziehungsweise 28 Prozent ist in ihren Gruppen auch die Ablehnung (fast) ebenso stark ausgeprägt wie unter denen der Unionswähler und den Unter-30-Jährigen. 

 
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