Die Zukunft der EU

IP-Forsa-Frage

1. March 2016 - 0:00

Internationale Politik 2, März-April 2016, S. 5

Kategorie: Europäische Union, Europäische Nachbarschaftspolitik, Europa

Wird die EU im Jahre 2020 noch in ihrer jetzigen Form bestehen?

Ein „Grexit“ (aus der Euro-Zone) wurde 2015 abgewendet, dagegen droht 2016 oder 2017 ein „Brexit“. Und nach Ungarn scheint sich auch Polen unter seiner neuen nationalkonservativen Regierung zumindest von einigen Werten zu verabschieden, die die Europäische Union bislang zusammenhielten.

Sieht die EU mit ihren heute 28 Mitgliedern in fünf Jahren noch so aus wie heute? Ja, meinen 25 Prozent der Bundesbürger. Eine klare Mehrheit von 54 Prozent rechnet dagegen damit, dass die EU bis 2020 Mitglieder verlieren und somit schrumpfen wird. Nur 17 Prozent sind der Meinung, dass die Union bis dahin weiterwachsen und mehr Mitglieder als heute zählen wird.

Befragte in Ostdeutschland gehen überdurchschnittlich stark davon aus, die EU werde 2020 eine kleinere sein (62 Prozent – gegenüber 12 Prozent, die eine größere EU erwarten). Und unter den Anhängern der Alternative für Deutschland (AfD) sind es sogar 80 Prozent, die an eine zerfallende EU glauben; 11 Prozent von ihnen erwarten keine Veränderung, 6 Prozent eine größere Union. Ansonsten gibt es wenig Abweichungen; nur unter den SPD-Wählern hat die Erwartung einer geschrumpften Union keine absolute Mehrheit.

Auffällig ist, dass jüngere Befragte (18- bis 29-Jährige) weniger stark an eine zukünftig kleinere Union (46 Prozent) glauben; dafür rechnen 33 Prozent unter ihnen damit, dass die EU binnen fünf Jahren weiter wachsen wird. Unter den Über-60-Jährigen gehen dagegen 61 Prozent von EU-Austritten aus, und nur 10 Prozent erwarten 2020 eine größere Union als heute.

 
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