Indien und der Westen

Versuch einer Ortsbestimmung

1. November 2015 - 0:00 | von Rajmohan Gandhi

Kategorie: Politische Kultur, Indien, Westliche Welt

Die Erinnerungen an die widerwärtigen Auswüchse westlicher Dominanz während der Kolonialzeit sind bis heute nicht verblasst. Trotzdem besitzt der Westen für viele Menschen aus Asien, Afrika und der arabischen Welt eine hohe Anziehungskraft. Sie beruht vor allem auf der Hoffnung auf westliche Werte wie Freiheit und Ordnung, die in großen Teilen der Welt immer noch nicht zum Alltag gehören.

Was „der Westen“ und „der Osten“ ist, hängt vom Betrachter ab. Für manch einen Deutschen mögen Moskau oder sogar Warschau noch heute als „der Osten“ gelten. Dabei nahmen die Menschen in Asien und besonders jene, deren Länder von Europäern kolonisiert worden waren, den Osten selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges eher als asiatischen Raum und nicht als ideologischen oder strategischen Gegenspieler des Westens oder der NATO war.

Der Osten in Rudyard Kiplings berühmtem Vers „Osten bleibt Ost und Westen bleibt West, sich einen, das werden sie nicht“ war ein ganz und gar asiatischer Osten –  jedenfalls waren wir im geografischen Asien davon überzeugt.

In der asiatischen Wahrnehmung spielte die Ost-West-Trennung Europas während des Kalten Krieges keine allzu große Rolle; wobei gebildete Zirkel natürlich durchaus um den ideologischen und politischen Wettstreit in Europa sowie um die Existenz der Berliner Mauer wussten. Sich selbst verorteten sie im „Osten“. Ältere Asiaten erinnerten sich gar daran, dass Japan, ein asiatisches Land, im Jahr 1905 eine europäische Großmacht, Russland, besiegt hatte.

Während das Kalten Krieges war Moskau für die meisten Inder Teil des Westens. Russland war weiß, Russland war mächtig. Es mochte kommunistisch sein, aber sein Erbe war christlich. Zudem strahlte es Wohlstand aus – alles in allem sehr „westliche“ Eigenschaften.

„Weiß, mächtig, christlich, reich.“ Ist das eine treffende Beschreibung für das moderne Europa? Vielerorts hat sich das Bild verändert. Selbst wenn man Nordamerika und Europa zu einem erweiterten Westen zusammenfasst, kann man das daraus resultierende Gebilde nicht als überwiegend weiß oder überwiegend christlich beschreiben – als reich und mächtig aber selbstverständlich weiterhin.

In manchen Debatten spricht man über den „globalen Norden“, wenn man von den reichen und mächtigen Staaten spricht. Zeichnet der Westen sich jedoch tatsächlich durch seine Machtfülle aus, dann muss China heute wohl als die eine Hälfte des westlichen Führungsduos gesehen werden.

Wie werden Identitäten erfasst?

Bevor ich fortfahre, möchte ich Ihnen kurz meinen Blickwinkel erläutern. Ich bin ein Inder, der sich mehrere Monate im Jahr intensiv mit dem Westen beschäftigt. Das erste Mal reiste ich 1956 von Indien nach Europa. Damals war ich 21, das heißt, mein erster leibhaftiger Kontakt mit dem Westen liegt knapp 60 Jahre zurück. Mein tiefergehendes Interesse am Westen ist hingegen vergleichsweise neu. Seit 18 Jahren unterrichte ich an einer amerikanischen Universität und verbringe in den USA heute ebenso viel Zeit wie in Indien.

Ich fühle mich ganz und gar indisch, was wohl heißen muss, dass ich gut in „den Osten“ hineinpasse. Ich bin mir jedoch trotzdem nicht ganz sicher. Obwohl die meisten Inder sich als Asiaten oder „Easterners“ verstehen, ist das Gesamtbild komplizierter.

Es ist nicht allzu lange her, dass Rassen- und Stammesforscher die indische Physiognomie – im Gegensatz zu der chinesischen oder japanischen, die als wahrhaft „orientalisch“ galt – als „europäisch“ oder „abendländisch“ beschrieben. Es kam einem regelrechten Schock gleich, als sich gleich zu Anfang der britischen Besetzung Indiens die Theorie bestätigte, dass ein Großteil der europäischen und indischen Sprachen auf einen gemeinsamen indogermanischen Sprachstamm zurückging. Diese historische – wenn auch nur linguistische – Verbindung war wohl für die in Indien stationierten britischen Beamten und ihre demütigen indischen Beschäftigten gleichermaßen unangenehm. Erstere wollten nicht mit ihren „Untergebenen“ in einen Topf geworfen werden, Letztere wiederum nicht mit den Imperialisten.

Es lässt sich festhalten, dass „Osten“, „Westen“, „Süden“ und „Norden“ nur unzulängliche Begriffe sind, wenn es darum geht, Identitäten zu erfassen. In welche der vier Kategorien gehört beispielsweise eine erfolgreiche weiße Geschäftsfrau in Australien? Unter ethnischen Gesichtspunkten ist sie westlich und in Bezug auf ihr Einkommen Teil des globalen Nordens. Ein mittelloser indigener Australier ist hingegen in jeder Hinsicht Teil des globalen Südens. Trotzdem gehören beide, die Geschäftsfrau und der Eingeborene, an denselben Ort.

In den ärmeren Teilen der Welt wird der Westen oft mit Sauberkeit und Anziehungskraft in Verbindung gebracht. Mir ging es ähnlich, als ich 1956, im Jahr des britisch-französisch-israelischen Sinai-Feldzugs, meine erste Reise nach Europa antrat. Ich war ein leidenschaftlich antiimperialistischer junger Inder – und trotzdem verschlug mir Europa, sowohl seine naturbelassene als auch seine menschengemachte Seite, beim ersten Anblick die Sprache.

1956 reiste ich durch die Schweiz, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. Deutschland, das ich ein Jahr später besuchte, löste vergleichbare Reaktionen bei mir aus, obwohl es nach dem Zweiten Weltkrieg natürlich größerer Wiederaufbaumaßnahmen bedurfte.

In Indien hatte ich nie so saubere Flüsse, nie so grüne Dörfer, so ruhige Straßen, so wunderschöne Marktplätze und Rathäuser oder eine so atemberaubende Landschaft zu Gesicht bekommen. Hin und wieder trübte meine Wut auf den westlichen Imperialismus jedoch meine Laune.

Der Zweite Weltkrieg war nur elf Jahre vorher zu Ende gegangen, aber meine Sinne waren noch viel empfänglicher für den Umstand, dass die britische, also westliche Herrschaft über Indien nur neun Jahre zurücklag.

Für mich wirkte der Sinai-Feldzug wie ein Schritt zurück in imperialistische Zeiten. Hätten meine europäischen Freunde die Fehler des Westens nicht eingesehen und so meinen Ärger beschwichtigt, dann wäre ich vielleicht zum antiwestlichen Hardliner geworden.

Was kann der Westen?

Zurück in die Gegenwart: Wenn wir davon ausgehen, dass Sauberkeit und Ordnung den Westen charakterisieren, dann wäre wohl Japan die führende westliche Nation. Viele verbinden mit dem Westen nicht nur Macht und Ordnung, sondern denken an die westliche Kultur, die für sie Werte wie Geschlechter- und Klassengleichberechtigung umfasst, an Strukturen, die freie Meinungsäußerung, direkte Demokratie und offenen Diskurs fördern, und die humanitäre Reaktionen auf Katastrophen und Leid impliziert.

Die Assoziation des Westens mit fairen Strukturen und Menschenrechten ist geschichtlich begründet. Trotzdem ist allgemein bekannt, dass der Begriff „der Westen“ in weiten Teilen der Welt sehr viel weniger freundliche Reaktionen hervorruft.

Die Erinnerung daran, dass der Westen andere gewaltsam dominiert und die Menschenrechte in eroberten Ländern nicht selten missachtet hat, ist kaum verblasst. Amerikanische Interventionen in Konflikten in Übersee haben zudem neuen Unmut geschürt. Der Westen wird mancherorts nicht als Bastion der Menschenrechte wahrgenommen, sondern als eine Instanz, in der Habgier vorherrscht.

Wozu existiert der Westen? Diese Frage ist so schwer zu beantworten wie sie tiefgründig ist. Um eine allzu simple Antwort zu vermeiden, könnte man sie erweitern: Was ist, vor dem historischen Hintergrund und in Anbetracht der heutigen Situation, die Bestimmung des Westens?

Als Historiker und indischer Staatsbürger mit persönlichen Erinnerungen an die Kolonialzeit bin ich mit den widerwärtigen Auswüchsen der westlichen Dominanz vertraut. Als Historiker und Weltbürger weiß ich aber auch, welche Hoffnungen der Westen geweckt hat.

Der Westen scheint bewiesen zu haben, dass Nationen ihren Bürgern über einen langen Zeitraum Ordnung und Freiheit bieten können. Einige andere Nationen außerhalb des geografischen Westens haben das ebenfalls vollbracht; aber in weiten Teilen Nordamerikas und Europas wurden Ordnung und Freiheit über Jahrzehnte hinweg gewahrt – und Hoffnungen geschürt.

Diese Hoffnungen sind nicht zuletzt der Grund dafür, dass so viele Menschen aus armen, unsicheren und autoritär geführten Gesellschaften den Traum der Flucht in den Westen hegen – was wiederum die dortigen Probleme verstärkt.

Wenn ich „Freiheit“ schreibe, dann meine ich damit vor allem „Möglichkeiten“ und denke auch an Gleichberechtigung. Wenn ich von „Ordnung“ spreche, dann meine ich „ein System, das funktioniert“, also eines, das in den Ohren eines Inders (oder Pakistaner, Bengalen, Indonesiers oder Ägypters) vielversprechende Zustände wie Rechtsstaatlichkeit, erträgliche Bevölkerungsdichte, gute Luft- und Wasserqualität sowie gute Infrastruktur für Menschen und Fahrzeuge verspricht.

Meiner Meinung nach ist ein System, das funktioniert, das Ergebnis einer langfristigen gemeinschaftlichen Anstrengung der Bürger und der (lokalen, regionalen und nationalen) Regierung eines Landes. Es ist das Resultat erfüllter Pflichten und respektierter Rechte.

Wenn Asiaten, Araber und Afrikaner den Westen betreten, dann sind es oftmals gerade diese Qualitäten des Systems, die sie neben den Freiheitsrechten besonders wertschätzen. Es ist weder ein klar umrissener geografischer Ort, der sie anzieht, eine bestimmte Ethnie oder Religion, noch die Wirtschaftsordnung des so genannten Kapitalismus oder andere Praktiken, die unter dem Schlagwort der „westlichen Kultur“ zusammengefasst werden. Vielmehr rührt die Anziehungskraft des Westens von seiner vielversprechenden Mischung aus Freiheit und Ordnung – Busse im Westen sind nicht so überfüllt wie in der Heimat, die Schulen, auf die man seine Kinder schickt, wirken freundlicher und die Lehrer den Schülern gegenüber aufgeschlossener. Ärzte und Krankenschwestern haben – wenn man sie erst einmal gefunden hat – womöglich mehr Zeit für ihre Patienten. Sogar die Polizisten, auf die man trifft, sind hin und wieder zuvorkommend. Bevormundung durch die Familie kommt seltener zum Tragen als in der Heimat.

Leider ist das nicht die ganze Wahrheit. Es gibt Menschen, die dir signalisieren, dass du nicht willkommen bist. Einige fürchten, dass du ihnen ihren Arbeitsplatz wegnimmst, andere haben Angst davor, dass du ihnen deine Kultur oder Religion aufzwingen willst.

Der kulturelle und demografische Wandel des geografischen Westens bringt ernste Herausforderungen mit sich. Die Plätze in europäischen (und sogar amerikanischen) Bussen, Schulen und Krankenhäusern sind begrenzt und der Ausruf: „Der Ort sieht gar nicht mehr so aus, wie ich ihn kenne“ muss für Bürger des Westens einen durchaus beunruhigenden Unterton haben.

Doch die meisten Zugezogenen oder Zugereisten kommen nicht mit der Absicht, Unruhe zu stiften. Sie werden von schlechten Verhältnissen, manchmal gar von Bedrohungen ihrer Freiheit oder ihres Lebens in den Westen getrieben. Ich schätze, dass die meisten gewillt sind, Teil eines sich im Wandel befindlichen Europas zu werden und sich konstruktiv einzubringen. Sie können etwas beitragen. Integration ist keine Einbahnstraße und sie braucht natürlich vor allem Zeit. Sie erfordert viel Geduld und Toleranz.

In meinem Fall waren es einige Freunde, die mir halfen, meine Ressentiments abzulegen. Ich hoffe, dass etwas Ähnliches auch auf der Ebene des größeren interkulturellen Dialogs, der zurzeit in Europa stattfindet, möglich ist. Es ist eine Begegnung, die die Geschichte unserer Welt verändern und, daran glaube ich fest, bereichern wird.

Angesichts der begrenzten Größe Europas könnte man jedoch argumentieren, dass es Teil der Bestimmung des Westens ist, die Räume, in denen Freiheit und Ordnung herrschen, durch Partnerschaften zu erweitern. Aber wie kann der Westen Freiheit und Ordnung in asiatischen, arabischen und afrikanischen Ländern fördern? Nicht mit Waffengewalt und auch nicht, indem man Überlegenheitsgefühle pflegt, soviel ist klar, sondern vielmehr durch die Identifizierung und Unterstützung lokaler Initiativen, die sich für Freiheit und Ordnung einsetzen.

Kann Indien vom Westen lernen?

Was ist der Platz des modernen Indiens vis-à-vis dem sich im Wandel befindlichen Westen? Indien selbst kann kein Teil des so genannten „Westens“ werden und wird es auch nicht wollen. Trotzdem muss das Land zu einer besser funktionierenden Demokratie werden und damit anfangen, sich der globalen Verantwortung zu stellen, die auch andere wichtige Wirtschaftsakteure tragen.

Das Maß an Freiheit (mit dem Gleichberechtigung, insbesondere Geschlechtergleichstellung, verbunden sind) und Ordnung hat sich in Indien zwar verbessert, ist aber noch immer stark ausbaufähig.

Die globale Präsenz des Landes ist gewachsen. In den frühen Jahren meiner internationalen Reisen, also in den späten fünfziger Jahren, war ich oft der einzige Inder in Flugzeugen und an Flughäfen und fühlte mich nicht nur einsam, sondern auch leicht verlegen. Heute bin ich – ganz unabhängig von meinem Aufenthaltsort – stets Teil einer stolzen und stetig wachsenden Prozentzahl indischer Reisender.

Indiens geringes Durchschnittsalter, seine aufstrebende Wirtschaft und die Leistungsfähigkeit des Volkes haben das Land bereits zu einem echten Global Player gemacht. Nicht zuletzt deshalb müssen wir uns folgende Frage stellen: Was können wir vom Westen lernen, der einst von Europa und später von Nordamerika aus die ganze Welt beherrscht hat? Wir dürfen die Fehler des Westens nicht entschuldigen, aber wir sollten das anhaltende westliche Engagement in allen Teilen der Welt anerkennen.

In Indien wird das 21. Jahrhundert manchmal das asiatische Jahrhundert genannt. So wie es heute aussieht, wird der chinesische Anteil an einer vermeintlichen Führungsrolle Asiens dabei in den kommenden Jahrzehnten weitaus größer sein als der indische. Auf der Freiheitsskala des Freiheits-plus-Ordnungs-Maßes würde Indien heute wahrscheinlich besser abschneiden als China. Trotzdem bin ich ob der Bestrebungen einiger gut organisierter Gruppen, die versuchen, die Religions- und Meinungsfreiheit in Indien zu beschneiden, besorgt.

Indien steht vor immensen Herausforderungen. Trunken vom Wirtschaftswachstum bilden sich einige Inder ein, dass ihr Land zum „vishwa guru“, zum Lehrer der Welt, bestimmt ist. Man sollte uns vor der Dummheit bewahren, solch selbstgefälligen Träumen nachzuhängen.

Indien muss versuchen, den Rest der Welt zu verstehen, so wie der Westen es vormals getan hat. In Indiens Vergangenheit untersuchten begabte Köpfe einst das „Ich“, griffen nach den Planeten und den Sternen, rangen mit Ziffern, Algebra und Trigonometrie und erforschten den menschlichen Körper. Doch diese begabten Köpfe dachten an ihren Mitmenschen vorbei. Die Welt kam nach Indien und lernte seine Sprachen, aber die Inder ignorierten die Sprachen und Kulturen der anderen – mit Ausnahme der Sprache und Kultur derer, die uns beherrschten.

Es reicht nicht aus, dass Frauen und Männer indischer Abstammung überall auf der Welt sichtbar geworden sind. Werden Inder sich die Mühe geben, Menschen und Orte zu verstehen und zu unterstützen, die Hilfe brauchen? Ihnen zuzuhören, ihre Sprachen, Kulturen und Geschichten zu lernen? Die Freiheiten und die Ordnungsstrukturen innerhalb und außerhalb unseres eigenen Landes zu unterstützen und auszuweiten?

Ein Thema, bei dem Indien in Verbindung mit dem Westen eine besondere Rolle zukommen könnte, ist das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, das wegweisend für die Zukunft sein wird. Innerhalb Indiens ist dieses Verhältnis sicher nicht optimal. Trotzdem ist es, wie die drei folgenden Punkte belegen, geradezu beeindruckend:

Erstens leben im mehrheitlich hinduistischen Indien mehr als 175 Millionen Muslime, zweitens schützen die indische Verfassung und Gesetzgebung Minderheitenrechte und garantieren Gleichberechtigung, und drittens ergriff eine große westliche Macht Partei in der blutigen Teilung Indiens von 1947, in der das Land in mehrheitlich-hinduistische und mehrheitlich-muslimische Territorien eingeteilt wurde.

Wenn der Westen, der nun seine eigenen großen muslimischen Minderheiten beherbergt, und Indien ihre Erfahrungen in Bezug auf das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen teilen können, dann könnten sowohl historische Wunden heilen und als auch der Nachwelt ein großer Dienst erwiesen werden.

Ein Grund dafür, dass indische Muslime und Nichtmuslime es nicht befremdlich finden, nebeneinander zu leben, ist, dass sie es seit Jahrzehnten tun. Unterschiedliche religiöse Anschauungen und gesellschaftliche Bräuche haben diese Koexistenz nicht verhindert. Sie hat muslimische, britische und indische Regierungen überdauert, sogar jene, die aus Wahlen hervorgingen, in denen Wahlgleichheit herrschte und 80 Prozent der Bevölkerung Hindus waren.

Die Welt weiß, und Indien weiß, dass diese jahrzehntelange Koexistenz nicht zu ewiger Harmonie unter Indern geführt hat. Ein besseres Verständnis der aktuellen europäischen Erfahrungen hinsichtlich des interkulturellen Zusammenlebens könnte Indien voranbringen, ganz so wie die indischen Erfahrungen im Gegenzug Europa helfen könnten.

Prof. Dr. Rajmohan Gandhi, 1935 in Neu-Delhi geboren, ist Politikwissenschaftler, Autor und Journalist. Der Enkel von Mahatma Gandhi setzt sich vor allem für Frieden und Menschenrechte ein.

 
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