„KI wird uns helfen“

1. July 2019 - 0:00

Interntaionale Politik, Online Exclusiv, Juli 2019

Kategorie: Norwegen

Skandinavien gilt als ein Vorreiter der Digitalisierung, das Verhältnis zu technologischen Neuerungen ist im Norden Europas recht entspannt. Im Kurzinterview der IP sieht der norwegische Minister für Digitalisierung, Nikolai Astrup, Europa für den Wettbewerb im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) gut gewappnet.

Sturlason/Utenriksdepartementet

Nikolai Astrup ist seit Januar 2019 Norwegens Minister für Digitalisierung.

IP: Wenn es um das Zusammenspiel von Technologie und KI geht, sind die USA und China bei weitem die größten Player. Was bleibt für den Rest der Welt, und welche Rolle würden Sie insbesondere für Europa sehen?

Nikolai Astrup: Im Zusammenhang mit Big Data und KI stellen sich einige grundsätzliche Fragen, etwa wenn es um zentrale Werte der Demokratie oder der Menschenrechte geht – nehmen wir den Datenschutz oder den Schutz der Privatsphäre, das Rechtsstaatsprinzip oder die Gleichbehandlung. Ich glaube, dass wir in Europa die Möglichkeit haben, uns im Segment einer ethischen und vertrauenswürdigen KI zu positionieren. Das geht dann, wenn wir in Fragen des Datenschutzes und der Transparenzrichtlinien zusammenarbeiten.
 

IP:  Um welche Bereiche geht es besonders?

Astrup: Vor allem um diejenigen, in denen es um sensible oder persönliche Daten geht – viele davon zum Beispiel im öffentlichen Sektor oder im Bereich Gesundheit und Pflege. Ich glaube, dass wir in Europa absolut wettbewerbsfähig sind, auch wenn die USA im Bereich business to consumer eine sehr starke Stellung haben.

 

IP: Wenn Experten darüber nachdenken, welche Konsequenzen KI für freie Gesellschaften haben kann, verfallen viele auf sehr dystopische Szenarien. Sie auch?

Astrup: Nein. Ich stimme nicht einmal damit überein, dass es „viele“ Experten sind, auch wenn diese Untergangsszenarien natürlich breite Medienaufmerksamkeit erhalten. Ich glaube, dass wir KI-Anwendungen erleben werden, die menschliche Entscheidungen unterstützen und verbessern werden. Das wird uns mit dem demographischen Wandel und anderen großen Herausforderungen sehr helfen.

 

IP: Also werden nicht eines Tages die Maschinen übernehmen, wie manche das glauben?

Astrup: Ich glaube fest daran, dass wir Menschen die Kontrolle über die Technologie behalten werden – und hoffentlich werden wir uns dafür entscheiden, sie für etwas Gutes zu nutzen. Es ist ein gutes Zeichen, dass in der EU und der OECD schon in einem so frühen Stadium über ethische Richtlinien und eine vertrauenswürdige KI diskutiert wird.

 

Nikolai Astrup ist seit Januar 2019 Norwegens Minister für Digitalisierung.

 

 

 
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