Issue März/ April 2018

Supermacht Asien Is purchaseable

Supermacht Asien

Der Aufstieg der asiatischen Staaten vollzieht sich mit rasender Geschwindigkeit. Allen voran hat China begonnen, seine Wirtschaftsmacht in globalen Führungsanspruch umzumünzen und mit Infrastruktur-Außenpolitik Fakten zu schaffen. Europa fehlt eine Antwort.

IP-Forsa-Frage

  • Forsa-Frage: Aufstieg Asiens - Chance oder Bedrohung?

    Ist der Aufstieg Asiens eher eine Chance oder eine Bedrohung?

    China, Economy and Finance

    Forsa-Frage: Aufstieg Asiens - Chance oder Bedrohung?

    Befragte mit Hauptschulabschluss erkennen nur zu 31 Prozent eine Chance, 40 Prozent dagegen eine Bedrohung. Bei Befragten mit Abitur oder Hochschulabschluss ist es umgekehrt: 51 Prozent halten die Entwicklung für eine Chance, nur 29 Prozent für eine Bedrohung.

Supermacht Asien

  • Der Beginn des asiatischen Zeitalters

    Der Aufstieg Chinas und Indiens verschiebt die globalen Machtgleichgewichte

    von Gideon Rachman | China, Economy and Finance

    Der Beginn des asiatischen Zeitalters

    Jahrhundertelang dominierte der Westen die ­Weltpolitik. Doch mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Asiens geht eine Machtverlagerung einher, die bereits heute globale Auswirkungen hat. Europa wird deshalb immer anfälliger für politische, soziale und ökonomischen Entwicklungen in der übrigen Welt, die es nicht mehr kontrollieren kann.

  • „Die Welt wird eurasisch“

    Interview mit dem früheren portugiesischen Europa-Minister Bruno Maçães

    Eurasia, Economy and Finance

    „Die Welt wird eurasisch“

    In Zeiten des Kolonialismus war das Verhältnis zwischen dem Westen und Asien zu ungleich, nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man sich wegen des Eisernen Vorhangs Eurasien nicht als integrierten Raum vorstellen. Das ändert sich rapide und hat Folgen für Europa. Der „alte“ Kontinent täte gut daran, sich stärker damit zu beschäftigen, was östlich von ihm passiert.

  • Preis der Vernetzung

    Konnektivität zählt im Verhältnis zu Asien viel. Noch hat die EU keine Strategie

    von May-Britt U. Stumbaum | Asia, Bilateral Relations

    Preis der Vernetzung

    Chinas Belt-and-Road-Initiative verändert die Welt, bevor das gigantische Projekt konkrete Formen annimmt. Die EU kann es sich nicht leisten, die damit zusammenhängenden Konnektivitätsfragen zu ignorieren oder die eigenen Werte über Bord zu werfen. Oberstes Ziel muss sein, beim Schreiben der neuen Spielregeln mit am Tisch zu sitzen.

  • Schluss mit der Scheinheiligkeit

    Chinas Politik spaltet Europa. Die EU muss für eine gemeinsame Linie sorgen

    von Jan Gaspers | China, Political Culture

    Schluss mit der Scheinheiligkeit

    Nirgendwo in Europa hat Chinas globale Infrastruktur-­Außenpolitik so viel Anklang gefunden wie bei den mittel- und osteuropäischen Staaten. Dabei sind Chinas großen Worten kaum wirtschaftliche Taten gefolgt. Die EU ist dennoch geschwächt und muss reagieren: Die großen Mitgliedstaaten sollten sich von ihren Sonderbeziehungen verabschieden.

  • Von der Pax Americana zur Pax Sinica?

    Der Weltmachtanspruch der chinesischen Energie- und Klimapolitik

    von Friedbert Pflüger | China, Climate & Energy Policy

    Von der Pax Americana zur Pax Sinica?

    Mit immer größerem Tempo und Selbstbewusstsein beansprucht China die Rolle einer Weltmacht. Der Energiepolitik kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Der enorme Ausbau erneuerbarer Energien macht die chinesischen Städte sauberer und sichert der Wirtschaft Vorteile. Mit dem Petro-Yuan könnte China den Dollar als Leitwährung angreifen.

  • Begrenzte Möglichkeiten

    Japans Umgang mit Chinas Übermacht hält Lehren für Europa bereit

    von Bernhard Bartsch | Japan, Economy and Finance

    Begrenzte Möglichkeiten

    Der Aufstieg Chinas und die Krise Amerikas zwingen Japan, sich weltpolitisch neu auszubalancieren. Mit dem ohne die USA geschlossenen Handelsabkommen TPP-11 und dem EU-Japan-Freihandelsvertrag hat es gezeigt, dass es global handeln kann. Doch seiner wirtschaftlichen Stärke zum Trotz hat Tokio politisch nur wenige Optionen.

Russland vor der Wahl

  • Stresstest für das System Putin

    Der „Präsidentschaftswahlkampf“ offenbart Russlands innere Schwächen

    von Stefan Meister | Russia, Elections

    Stresstest für das System Putin

    Wer am 18. März die Präsidentschaftswahl gewinnt, steht schon lange fest. Dennoch legt der „Wahlkampf“ die Schattenseiten des ­unter Wladimir Putin entstandenen Systems offen. Gerade auf wirtschaftliche Zukunftsfragen hat der Langzeitpräsident keine Antworten; er steht lediglich für Kontinuität und Stabilität. Das reicht auf Dauer nicht.

  • Der russische Kreisel

    Warum es unter Wladimir Putin keine Außenpolitik mehr gibt

    von Vladislav Inozemtsev | Russia, Political System

    Der russische Kreisel

    Der heutigen russischen Außenpolitik wird Aggressivität nachgesagt. Westliche Politiker haben Moskau deswegen zum größten Sicherheitsrisiko erklärt. Doch hier soll der Blick auf ein anderes ­Phänomen gerichtet werden: die merkwürdige Tatsache, dass Russland überhaupt keine Außenpolitik mehr hat.

Gegen den Strich

  • Transatlantische Beziehungen

    Sieben Thesen auf dem Prüfstand

    von Jan Techau | United States of America, Transatlantic Relations

    Transatlantische Beziehungen

    Für europäische Kritiker Donald Trumps ist der Fall klar: Das „postatlantische Zeitalter“ hat begonnen. Europa muss sich von Amerika abkoppeln. Doch ist das für den „alten Kontinent“ überhaupt eine realistische Option? Wären die Europäer wirklich willens und in der Lage, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen? Sieben Thesen auf dem Prüfstand.

Italien

  • Angewiesen auf Europa

    Die nächste Regierung in Italien wird sich Euroskepsis kaum leisten können

    von Ettore Greco | Italy, Political System

    Wahrscheinlich wird Italien künftig von einer ­Mitte-Rechts-Koalition unter Beteiligung von zwei rechtsextremen, antieuropäischen und fremdenfeindlichen Parteien regiert. Nicht nur in der Haushaltspolitik drohen Konflikte mit der EU. Doch kann Italien keines seiner großen Probleme, auch nicht die Flüchtlingsfrage, ohne die Hilfe Europas lösen.

  • „Den europäischen Traum verteidigen“

    Emma Bonino über Italiens Rolle in Europa und die gemeinsame Afrika-Politik

    Italy, International Policy/Relations

    „Den europäischen Traum verteidigen“

    Bei den Wahlen am 4. März haben Italiens euroskeptische Parteien triumphiert. Das Land hat aber nicht nur viel von seinem Glauben an Europa verloren, sondern auch an Einfluss eingebüßt. Dabei hätte es gerade in der Mittelmeer- und Afrika-Politik viel zu sagen. Emma Bonino, ehemalige Außenministerin und Verfechterin eines föderalen Europas, im Gespräch.

Sozialdemokratie

  • Flucht in den supranationalen Fanatismus

    Europas Sozialdemokraten scheuen eine tiefgreifende Gegenwartsanalyse

    von Jochen Bittner | Germany, Political System

    Flucht in den supranationalen Fanatismus

    Die Sozialdemokratie leidet unter einem zu steilen Blick­winkel. Um wieder eine echte politische Kraft zu werden, muss sie mit zwei großen inneren Widersprüchen aufräumen und erklären: Wie gehen offene Grenzen und Sozialstaat zusammen? Und wie vereinbar sind Supranationalität und Demokratie? Zeit für einen intellektuellen Kassensturz.

Deutsche Außenpolitik

  • Neue deutsche Verantwortlichkeit

    Der Koalitionsvertrag zeugt von außen- und europapolitischem Aufbruchwillen

    von Andreas Rinke | Germany, European Union

    Neue deutsche Verantwortlichkeit

    Das 177 Seiten lange Koalitionspapier zwischen CDU, CSU und SPD dokumentiert, wie sehr sich das Denken über Europa und die Welt hierzulande verändert hat. „Mehr Engagement“ lautet die Devise – allerdings immer noch nach klassischen deutschen Denkmustern. So verfolgt Berlin weiterhin einen „breiten Ansatz“ und will alles zugleich erreichen.

Syrien

  • Unscharfe rote Linien

    Syrien ist ein Schlachtfeld der Regional- und Großmächte

    von Markus Bickel | Syria, Conflicts and Strategies

    Unscharfe rote Linien

    Sieben Jahre schon dauert der Krieg in Syrien; fast eine halbe Million Menschen starben. In dem eskalierenden Vielfrontenkrieg spielt Wladimir Putin die Interessen Israels, der Türkei und der USA geschickt gegeneinander aus. Eine gefährliche Kombination militärischer Vorstöße und Gegenschläge bestimmt über künftige Demarkationslinien.

  • Assad auf den Fersen

    Das Regime wird sich für seine Verbrechen verantworten müssen

    von Bettina Vestring | Syria, Law of War

    Assad auf den Fersen

    Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen in Syrien und weltweit wähnen sich versteckt hinter nationalstaatlicher Souveränität in Sicherheit. Doch auch wenn es keinen Weltgerichtshof gibt, reichen die vielschichtigen Strukturen des internationalen Strafrechts weit – und der Druck, den sie ausüben, wächst stetig.

Vereinte Nationen

  • Mehr globale Verantwortung

    Deutschlands Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat

    von Christoph Heusgen | Germany, United Nations

    Mehr globale Verantwortung

    Anfang Juni stimmt die Generalversammlung in New York darüber ab, welche fünf Länder für die nächsten beiden Jahre als nichtständige Mitglieder in den Weltsicherheitsrat einziehen. Deutschland wirbt deshalb seit Jahren mit den vier Leitbegriffen Frieden, Gerechtigkeit, Innovation und Partnerschaft um Stimmen.

Energiesicherheit

  • Instrument russischer Geopolitik

    Ernste Bedenken sprechen gegen die Erdgaspipeline Nord Stream 2

    von Anke Schmidt-Felzmann | Russia, Resources and Energy

    Instrument russischer Geopolitik

    Der Bau von Nord Stream 2 soll in diesem Jahr beginnen. Deutschland verspricht sich preisgünstiges Erdgas, um die Energiewende zu ermöglichen. Doch sind die Kosten hoch: für das Klima, die Umwelt, für Europas Unabhängigkeit und Energiesicherheit. Die Bundesregierung wird sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen müssen.

  • Hoffen auf die Südschiene

    Mit Erdgas aus Aserbaidschan will die EU ihre Versorgungssicherheit erhöhen

    von Matthias Dornfeldt | Azerbaijan, Resources and Energy

    Hoffen auf die Südschiene

    Im Jahr 2020 soll der Südliche Erdgaskorridor fertig sein. Dann wird Südeuropa erstmals mit Erdgas aus dem Kaspischen Raum beliefert. Auch wenn es zunächst um relativ geringe Mengen geht, unterstützt die EU den Pipelinebau nachdrücklich. Auch mit Blick auf Russland geht es ihr darum, Europas Energieversorgung zu diversifizieren.

Wirtschaftsmetropolen

  • Bauboom in Melbourne

    Doch ohne Investitionen aus China wird der Ausbau nicht machbar sein

    von Jörg Schmilewski | Australia, Economy and Finance

    Bauboom in Melbourne

    Seit Jahrzehnten floriert die australische Wirtschaft ungebrochen. Hauptgewinner dieses Wachstums, das ohne die große Zuwanderung nicht möglich wäre, ist Melbourne, wo 17 neue Stadtteile entstehen sollen. Doch es mehren sich einwanderungsfeindliche Stimmen; und die Abhängigkeit von China wirft sicherheitspolitische Probleme auf.

Essay

  • Für unsere Überzeugungen kämpfen

    Wie wir die liberale Demokratie gegen den Populismus verteidigen können

    von Yascha Mounk | Worldwide, Political Culture

    Für unsere Überzeugungen kämpfen

    Nie hätten sich die alten Griechen, Römer oder Venezianer vorstellen können, dass ihr politisches System untergeht. Selbst wenn wir es genauso wenig glauben können: Die liberale Demokratie wird durch ­Populismus in ihrer Existenz bedroht. Wer sich unseren Werten und unseren Institutionen verbunden fühlt, muss sich wehren.

Brief aus... Vilnius

  • Fallstricke der Erinnerung

    In Litauens Hauptstadt sind die Spuren des Totalitarismus noch gegenwärtig

    von Marko Martin | Lithuania, Political Culture

    Fallstricke der Erinnerung

    „In Wilna entweicht die Zeit durch die Tür“, schrieb der russische Dichter Joseph Brodsky, ehe er vom Sowjetregime ins amerikanische Exil gedrängt wurde. Tatsächlich spiegeln sich im einst polnischen Wilna, seit nunmehr einem Jahrhundert unter dem Namen Vilnius die Hauptstadt Litauens, historische Erinnerung und Vergesslichkeit auf geradezu einmalige Weise.

Internationale Presse

  • Die Feigheit der Brexiteers

    Die britische Regierung findet keine Linie – zum Missfallen der Medien

    von Carsten Volkery | United Kingdom, Media/Information

    Die Feigheit der Brexiteers

    In der zweiten Phase der Brexit-Verhandlungen geht es um die künftige Handelsbeziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. Doch Theresa May drückt sich seit Monaten darum, genauer zu definieren, wie diese „tiefe und besondere Partnerschaft“, von der May seit einem Jahr spricht, aussehen soll. Strategierunden ihres offenbar heillos zerstrittenen Kabinetts enden ergebnislos, Grundsatzreden ihrer Minister führen keinen Schritt weiter. Kurz: Einen klaren Kurs hat die Regierung immer noch nicht.

Buchkritik

  • Überraschend oder unausweichlich?

    Drei Neuerscheinungen und der Versuch, Donald Trumps Aufstieg einzuordnen

    von Aylin Matlé | United States of America, Political System

    Der Triumph Donald Trumps im November 2016 hat eine ganze Reihe von Journalisten und Wissenschaftler auf den Plan gerufen, die seither versuchen, das vermeintlich Unbegreif­liche zu erklären. Dabei steht eine Frage im Vordergrund: Ist der Populist Trump eine Ausnahmeerscheinung oder hat seine Wahl den Beginn eines politischen Gezeitenwandels in den USA eingeläutet?

  • Der Geist von Gezi

    Auf der Suche nach Alternativen zu Erdogan: Vier Neuerscheinungen

    von Luisa Seeling | Turkey, Political System

    Seit dem Referendum vom April 2017 und dem Votum für ein Präsidialsystem scheint es in der Türkei niemanden mehr zu geben, der Recep Tayyip Erdogan auf seinem Weg Richtung Ein-Mann-Staat stoppen kann. Doch trotz Ausnahmezustand, Medienzensur und Unterdrückung gibt es vorsichtige Anzeichen, dass mit Erdogans Gegnern noch zu rechnen ist.

Schlusspunkt

  • Wie wird man Sicherheitsexperte?

    Ein kleiner Leitfaden für Anfänger

    von Michael Rühle | Germany, Defence Policy

    Sie können eine Haubitze nicht von einem Kampfjet unterscheiden, möchten aber unbedingt in die Sicherheitspolitik? Sie halten eine „No-Fly Zone“ für ein Insektenspray und glauben, Panzeraufklärer seien Pädagogen, die den Stahlkolossen die Sache mit den Blumen und den Bienen näherbringen? Kein Grund zur Panik. Sie können es auch ohne Sachkenntnis zu hohen sicherheitspolitischen Weihen bringen. Sie sind schließlich nicht der erste.

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